Immerhin: Die Leistung macht Hoffnung

Löwen verzweifelt: Was hat der Schäfer gegessen?

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München - Die Löwen spielten gut, hatten zahlreiche Chancen - doch der Matchwinner der Partie war Nürnbergs Keeper Raphael Schäfer. Aufgeben wird man sich bei den Löwen jetzt aber nicht.

Wenige Minuten, nachdem Sascha Mölders die letzte Riesenchance verballert und kurz darauf Schiedsrichter Schriever das erfolglose Scheibenschießen der Löwen mit dem Schlusspfiff beendet hatte, suchten viele in der Allianz Arena nach der 0:1-Pleite gegen den 1. FC Nürnberg bereits wieder Trost mit einem Blick auf die Tabelle. Düsseldorf hatte ebenso wie tags zuvor der SC Paderborn verloren, „es bleibt ja alles beim Alten“ war der allgemeine Tenor. Wobei: Die Feststellung „Alles beim Alten“ sollte gerade beim TSV 1860 nach den schlimmen Erfahrungen in dieser Saison nicht unbedingt Ausdruck für Hoffnung sein.

Trotzdem war etwas anders: Die Vielzahl von Chancen nämlich, die sich die Löwen vor allem in der ersten Halbzeit mit einer Wucht herausarbeiteten, die schon sehr lange nicht mehr zu sehen war in der Allianz Arena. Dass Nürnbergs Torhüter Raphael Schäfer hinterher als der herausragende Spieler gefeiert wurde, sagt alles. Zwei Großchancen von Okotie und Schindler machte der 37-Jährige allein schon in den ersten vier Minuten zunichte. „Ich weiß nicht, was Schäfer in den vergangenen Wochen gegessen hat“, schüttelte Löwen-Neuzugang Jan Mauersberger angesichts der grandiosen Reflexe des Club-Torhüters fassungslos den Kopf.

Club-Keeper Raphael Schäfer.

Und für Oliver Kreuzer war es einfach „ein Wahnsinn, dass wir kein Tor gemacht haben. Vor allem in der ersten Halbzeit waren wir ja eindeutig besser“. Auch der Sportchef griff das Thema „Alles beim Alten“ auf: „Natürlich kann man jetzt sagen, es ist nichts passiert, weil der Druck nicht größer geworden ist. Aber nachdem uns die Konkurrenz aus Paderborn und Düsseldorf mit ihren Niederlagen schon so eine Vorlage gegeben hat, hätten wir die einfach nützen müssen. Das wäre dann ein richtiger Big Point gewesen.“

So aber sind es erst 14 Punkte nach 20 Spieltagen, noch nie in der 53-jährigen Bundesligageschichte stand der TSV 1860 zu diesem Zeitpunkt schlechter da. Zweimal in der Vergangenheit hatte er die gleiche Punktzahl: 77/78 – da stieg er ab. Und 94/95 – da blieb er drin. Mit umgerechnet 35 Zählern – damals galt noch die Zwei-Punkte-Regel. Kreuzer aber hat auf irgendwelche Hochrechnungen keine Lust: „Das bringt nix. Man weiß doch gar nicht, wie viele Punkte man braucht. Vielleicht reichen ja drei Siege, wenn die Konkurrenz nur zwei mal gewinnt…“

Drauf verlassen will er sich aber nicht. Schon eher darauf, dass die Mannschaft mit den neuen Leuten Mauersberger, Aycicek, Mölders und später auch noch Beister auch ein neues Gesicht gezeigt hat. Kreuzer ist überzeugt: „Wenn wir so weiterspielen wie gegen Nürnberg, dann kommen demnächst auch die Siege. Wir brauchen aber auch noch mehr Brutalität!“

Nach Ansicht von Benno Möhlmann habe man zumindest „den Ansatz gefunden, wie es gehen kann. Machen wir so weiter, dann können wir auch die Liga halten.“

51.200 in der Arena und wieder kein Sieg: Zwei 5er und viele 4er

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