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Löwen: Zwischen Frust und Hoffnungslosigkeit

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München - Die Realität ist bedrückend, die Aussichten sind alles andere als rosig - und was machen die Löwen? Sie reden vom Aufstieg in die Fußball-Bundesliga und einem Neubau des Grünwalder Stadions

“Wer kein Ziel mehr hat, der versinkt in frustrierter Belanglosigkeit“, schrieb Geschäftsführer Manfred Stoffers vor der Partie gegen Fortuna Düsseldorf im Stadionheft - und fasste damit die Gefühlslage vieler im Umfeld des gepeinigten Zweitligaclubs TSV 1860 München zusammen. Weil es an Erfolg und auch an erkennbarem Fortschritt fehlt, bleibt nur die pure Hoffnung auf Besserung und eine halbwegs goldene Zukunft.

1860 gegen Fortuna: Die Spieler in der Einzelkritik

Das enttäuschende 2:2 gegen die Rheinländer am Sonntag unterstrich einmal mehr, weshalb die “Löwen“ in dieser Saison bestenfalls auf der Stelle treten, nicht aber wirklich vorankommen. Leichtfertig gab die Mannschaft von Trainer Ewald Lienen ein 2:0 aus der Hand, und hinterher erklärte der Coach, “dass wir eben noch nicht so viel Erfahrung mit Führungen haben“. Dabei war zum 150. Geburtstag im kommenden Jahr eine Rückkehr ins Oberhaus angepeilt worden.

Dass daraus nichts werden dürfte, war schon früh in der Saison abzusehen. Für Stoffers kein Grund, Trübsal zu blasen: “Auch wenn Sie mich jetzt für völlig meschugge halten, rede ich vom Aufstieg, obwohl wir wir im Augenblick auf dem elenden 15. Tabellenplatz rumhängen.“ Und zunehmend in Abstiegsgefahr geraten. “Wir treten auf der Stelle“, erkannte Lienen. Dass “meine Mannschaft den Sieg verdient gehabt hätte“ und der Coach einen Fehler des Schiedsrichters bei der Entstehung des Anschlusstreffers monierte, half nichts mehr.

Düsseldorfer Doppelschlag macht Hoffnungen zunichte

Trotz eines erneut schwachen Beginns waren nach den Treffern von Alexander Ludwig (36. Minute) und Torben Hoffmann (63.) drei Zähler ganz nah. Doch ein Düsseldorfer Doppelschlag von Ranisav Jovanovic (70.) und Patrick Zoundi (73.) machte die Hoffnungen vor der erneut enttäuschenden Zuschauerzahl von 22 400 in der Schlussphase zunichte. Und nachdem der sportliche Traum vom Aufstieg nun auch beim letzten Unentwegten dem Realismus gewichen sein dürfte, droht den Planungen der “Löwen“ ein weiterer bitterer Rückschlag: Der Münchner Stadtrat scheint fest entschlossen, an diesem Dienstag den Umbau des Grünwalder Stadions in eine drittligataugliche Arena zu beschließen.

Dies wäre gleichbedeutend mit dem Ende des Sechziger-Bestrebens auf einen Neubau des maroden Stadions als bundesligataugliche Arena. “Wir wollen eine reelle Perspektive für den Verein“, hatte Präsident Rainer Beeck immer wieder betont - und die Bedeutung eines Auszugs aus der Allianz Arena unterstrichen: “Unsere Fans fühlen sich im Stadion des FC Bayern einfach nicht wohl.“ Erst unlängst hieß es, über die Zukunft des Grünwalder Stadions solle erst im neuen Jahr entschieden werden, um so dem Zweitligaclub eine genaue Prüfung von Finanzierung und Planung eines Komplettneubaus zu ermöglichen.

dpa

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