Ex-Löwe holte heuer mit Haching zwei Remis

Schwabl: Darauf muss 1860 gegen Kiel aufpassen

München - Am Rande des Benefizspiels für Olaf Bodden äußerten sich einige Ex-Löwen zur anstehenden Relegation des TSV 1860 gegen Kiel. Einer weiß, wie die Störche spielen.

Wenn Optimismus tatsächlich nur ein Mangel an Information ist, wie der Dramatiker Heiner Müller einst behauptete, dann haben sie im Umfeld bei 1860 entweder keine Ahnung oder erstaunlich gut funktionierende Verdrängungsmechanismen. Vor dem ersten Relegationsspiel gegen Holstein Kiel am Freitag ist die öffentlich kundgetane Hoffnung (oder Höflichkeit?) jedenfalls von beachtlichem Ausmaß.

Frag nach bei Thomas Häßler: „Die Aufgabe ist hart, aber machbar. 1860 ist klarer Favorit. Wer jetzt nicht weiß, um was es geht, der soll zu Hause bleiben und vielleicht den Müll runtertragen.“

Frag nach bei Rudi Völler: „Man muss die Relegation jetzt als Chance sehen. Der Druck ist nicht größer als bei Kiel. Aber jetzt müssen alle zusammenhalten. Ich drücke einfach die Daumen, dass es klappt.“

Frag auch nach bei Karsten Wettberg: „Zum Traurigsein hat der Löwe keine Zeit. Wir sind Optimisten. Und wir haben einen Lebensmut. Die richtigen Spieler nominieren, und dann klappt das. Davon bin ich felsenfest überzeugt.“

Und frag schließlich nach bei Gerhard Mayrhofer, der als Präsident zum Optimismus verpflichtet ist: „Ich gehe davon aus, dass wir die Spiele gewinnen werden. Die Spieler, die in Kiel auf dem Platz sein werden, werden das durchziehen und kämpfen bis zum Schluss.“

So wie zuletzt in Karlsruhe? Der blutleere Auftritt beim 0:2 am Pfingstsonntag hat die Fraktion der Skeptiker sicher nicht schrumpfen lassen. Meisterlöwe Ludwig „Bubi“ Bründl sagt: „Wenn man die Leistungen der letzten Wochen sieht, dann kann man nicht sehr optimistisch sein. Wenn sie so spielen, wie zuletzt, dann schaffen sie es nicht. Ich hoffe, dass durch die Mannschaft endlich ein Ruck geht. Man muss von der ersten Minute an Gas geben. Man darf nicht eine Halbzeit lang nur zuschauen, um dann vielleicht in der zweiten Halbzeit Dampf zu machen. Man muss als Zweitligist von der ersten Minute an voll Power machen und zeigen, wer der Herr im Haus ist. Das vermisse ich bei unserer Mannschaft.“

Bodden-Benefizspiel: Bilder aus dem Grünwalder Stadion

Bodden-Benefizspiel: Bilder aus dem Grünwalder Stadion

Ganz nüchtern sieht’s Ex-1860-Trainer Reiner Maurer, der natürlich trotzdem die Daumen drückt: „In solchen Entscheidungsspielen sind die Chancen immer 50:50. Jetzt muss man schauen, dass man das Positive rausnimmt, und das waren sechs Punkte aus den letzten drei Spielen. Es wird ganz schwer, in Kiel eine gute Ausgangsbasis zu schaffen. Der Druck ist natürlich beim Klassenhöheren, aber grundsätzlich müsste die Qualität bei 1860 etwas höher sein.“

Manfred Schwabl mit 1860-Präsident Gerhard Mayrhofer beim Bodden-Spiel.

Einer der die Qualitäten vergleichen kann, ist Manfred Schwabl. Der Präsident der SpVgg Unterhaching traf in der abgelaufenen Drittliga-Saison zweimal auf die Kieler, holte auswärts ein 0:0 und zu Hause ein 1:1. Ergebnisse, die den Löwen in umgekehrter Reihenfolge zum Klassenerhalt reichen würden. Worauf 1860 aufpassen müsse? Schwabl: „Kiel ist eine brutal kampfstarke Truppe. Und sie haben eine Waffe mit den Standards, da hat es bei uns immer lichterloh gebrannt.“ Schwabls Prognose im Münchner Merkur: „Ich denke, dass sich im Endeffekt die Qualität von Sechzig durchsetzt. Gegen Nürnberg war man ja schon weg, aber dann wurde das Tor zurückgenommen. Ich denke, dass auch diesmal der Fußballgott auf der Seite der Löwen sein wird. Es wäre schon fatal, wenn es sie treffen würde.“

lk

Rubriklistenbild: © sampics / Stefan Matzke

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