Rätselraten um den neuen Löwen-Coach

Pereira ist Trainerkandidat bei 1860 - Interesse bestätigt

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Vitor Pereira holte mit Porto und Piräus drei Meisterschaften. Kommt er jetzt zu 1860?

München - Nach Marco Silva steht der nächste portugiesische Trainer im Verdacht, neuer Chefcoach beim TSV 1860 zu werden. Das Interesse, nach Deutschland zu kommen, ist jedenfalls da. Und Ismaiks Beschreibung würde passen.

Wer wird neuer Löwen-Trainer? Zahlreiche Namen kursieren seit der Entlassung von Kosta Runjaic in den Medien und Fan-Kreisen. Armin Veh ist raus aus der Verlosung, Avram Grant und Roberto Di Matteo gelten als unwahrscheinlich und der von der Bild am Sonntag ins Spiel gebrachte Portugiese Marco Silva wird nach tz-Informationen ebenfalls nicht der neue 1860-Chefcoach. Doch wer wird es?

Pereira will nach Deutschland - und weiß über 1860-Interesse Bescheid

Nun will die dieblaue24.com wissen, wer der neue Löwen-Dompteur wird. Sein Name: Vitor Pereira. Seine Vita liest sich ähnlich zu der von Silva, denn wie der Bild-Kandidat trainierte Pereira ebenfalls bereits Olympiakos Piräus. Mit den Griechen gewann er ein Mal die nationale Meisterschaft, ein Mal den Pokal und zwei Mal den griechischen Supercup. Davor war er bei Al-Ahli und beim FC Porto tätig.

Seine letzte Trainerstation war Fenerbahce Istanbul, dort trennte man sich nach der verpassten Qualifikation zur Champions League (2:1 und 1:3 gegen AS Monaco) im August 2016 von Pereira.

Laut unserer Quelle ist Pereira über das Interesse der Löwen an seiner Person informiert und seine Bereitschaft, nach Deutschland zu wechseln, generell vorhanden. Konkrete Gespräche habe es allerdings noch nicht gegeben. Glaubt man der Aussage Hasan Ismaiks, wonach der neue Trainer bereits gefunden sei, wäre Pereira demnach nicht der neue Löwen-Coach.

Pereira gilt als Heißsporn

In Deutschland ist Pereira weitgehend unbekannt. Wir haben deshalb bei unserem portugiesischen Kollegen Duarte Monteiro nachgefragt, stellvertretender Direktor von Portugals größtem Fußballportal zerozero.pt. Er beschreibt Pereira als erfolgreichen Trainer, der bei Porto zunächst als Co von André Villas-Boas Meisterschaft, Pokal und Europa League gewann. Im Anschluss als Chefcoach holte Pereira dann innerhalb von zwei Jahren zwei Mal die portugiesische Meisterschaft.

„Die Fans mochten ihn aber nie so wirklich. Die Qualität des Porto-Spiels war nicht immer die beste, aber er hat der Mannschaft eine ziemlich gute Stabilität gegeben, vor allem in der Defensive“, beschreibt Monteiro seinen Landsmann, dessen bevorzugtes taktisches System das 4-3-3 ist. Zudem sei ein Gütezeichen seiner Arbeit die Förderung junger, hoffnungsvoller Talente.

„Vor allem aber gilt Vítor Pereira als sehr, sehr emotional! Das hat ihn, vor allem in Griechenland und in der Türkei, in einige heikle Situationen gebracht“, verrät Monteiro: „Er hat zum Beispiel in einem Derby zwischen Panathinaikos und Olympiakos die gegnerischen Fans angepöbelt, daraufhin musste das Spiel unterbrochen werden.“

„Marco Silva wird in Portugal viel, viel besser gesehen als Vítor Pereira“

Wäre ein Engagement beim TSV 1860 München denn realistisch? Ja, sagt Monteiro. „Man darf nicht vergessen, dass er nach zwei erfolgreichen Jahren beim FC Porto zu Al-Ahli nach Saudi-Arabien ging. Und zurzeit ist er vereinslos und Deutschland ist immer ein interessanter Markt. Geld wird bei seiner nächsten Entscheidung nicht das wichtigste sein. Er ist noch jung und kann sich eine lange Pause ohne Verein nicht leisten.“

Den ganz großen Ruf hat der Löwen-Kandidat allerdings selbst in Portugal nicht, obwohl er schon so namhafte Teams wie Porto, Olympiakos und Fenerbahce trainiert hat verrät Monteiro: „Marco Silva wird in Portugal viel, viel besser gesehen als Vítor Pereira.“

Ismaik hatte mit Blick auf den neuen Sechzig-Trainer verkündet: “Er ist eine sehr starke Persönlichkeit mit einem guten Auge für unsere vielen Talente. Ich bin mir sicher, dass er genau der Richtige ist, um unseren Verein wiederzubeleben.” Die Beschreibung würde auf Perreira zutreffen, der als Nachwuchsförderer, Heißsporn und unbeeinflussbarer Coach gilt, der stets seinen eigenen Weg verfolgt.

Perreira ist ein Trainer von europäischem Format mit Champions-League-Erfahrung. Allerdings spricht er kein Deutsch und kennt den deutschen Fußball nicht. Ob Ismaik ihn aber von dem Schritt in die 2. Bundesliga überzeugen könnte? Bei Silva gelang dies offenbar ja nicht ...

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