Löwen im 4-3-3 oder 4-2-3-1?

Von Ahlen: "Das System ist nur eine Facette"

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Markus von Ahlen sieht die Probleme der Löwen vor allem im mentalen Bereich.

München - 1860-Trainer Markus von Ahlen sieht die Probleme seiner Elf weniger im taktischen als im mentalen Bereich. Die Niederlage sei eine Frage der Wachheit gewesen.

Es schien am Mittwoch so, als habe sich das Wetter an die derzeitige Gesamtsituation des TSV 1860 angepasst: einfach trist. Während draußen nasskalte sechs Grad gemessen wurden und Sturmböen über die Trainingsplätze peitschten, versammelte Trainer Markus von Ahlen drinnen seine Mannschaft zur Videoanalyse.

Ein letztes Mal sollte das 1:4-Debakel vom Sonntag bei Erzgebirge Aue thematisiert werden. „Wir haben das heute sehr kritisch und hart analysiert“, stellte der Löwen-Coach nach der 35-minütigen Sitzung klar. Mit der Reaktion seiner Spieler war er jedenfalls zufrieden: „Die Jungs sind alle sehr offen und selbstkritisch damit umgegangen.“

Ob von Ahlen in taktischer Hinsicht auf die bittere Pleite reagieren wird, ließ er noch offen, merkte jedoch an, „dass es von Vorteil ist, über eine gewisse taktische Variabilität zu verfügen“. Die Wahl des Spielsystem ist für ihn jedoch prinzipiell etwas überbewertet: „Das System ist nur eine Facette der eigentlichen Spielweise“, stellte der Löwen-Coach klar; der Unterschied zwischen dem bisher gespielten 4-3-3 und dem zuletzt geforderten 4-2-3-1 ist in der Praxis eigentlich marginal.

„Das System ist nur ein Hilfsmittel, das unterbewusst richtig funktionieren muss“, erklärte von Ahlen, dem es eher darum geht, wie seine Mannschaft das starre taktische System mit Leben füllt. „Gibst du vor, neunzig Minuten zu pressen oder gibst du auch Phasen an, in denen du dich zurückziehst“, gewährte er mit einer rhetorischen Frage kleine Einblicke in seine Gedankengänge.

Von Ahlen: "Grundordnung war nicht so kompakt, wie wir das wollten"

Das eigentliche Problem liegt nach Meinung des Trainers ohnehin weniger im taktischen, als viel mehr im mentalen Bereich. „Die Niederlage war nicht eine Frage des Systems, sondern eine Frage der Wachheit und des individuellen Zweikampfverhaltens“, so von Ahlen. „Wir hatten in dem Spiel gegen Aue zwar eine Grundordnung, aber die war nicht so kompakt, wie wir das wollten.“

An dieser Kompaktheit zu arbeiten, wird von Ahlens Hauptaufgabe bis zum Spiel gegen Eintracht Braunschweig am Sonntag sein. Angesichts des desolaten Abwehrverhaltens gegen Aue führt an Umstellungen im Defensivverbund eigentlich kein Weg vorbei. Speziell Kai Bülow, der seinen Dienst meist zuverlässig verrichtet, könnte wieder eine Chance erhalten.

Schindler weint: Löwen nach Debakel am Boden

Schindler weint: Löwen nach Debakel am Boden

Ob all die Analysen, guten Vorsätze und möglichen Umstellungen aber auch tatsächlich zu einer Leistungssteigerung in der Mannschaft führen, wird sich dann am Sonntag auf dem Platz zeigen. „Der Fokus liegt jetzt total auf Braunschweig“, sagte von Ahlen und lobte direkt das Potential der Eintracht: „Die verfügen über einen robusten Abwehrblock, quirrlige Außenspieler und viel Wucht und Tempo im Zentrum.“

Die darauffolgende Aussage des Löwen-Coaches steht dann fast exemplarisch für die gesunkenen Ansprüche der Sechziger und kann durchaus als bedenklich gewertet werden: „Wir brauchen eine überragende Leistung, um als Sieger vom Platz zu gehen.“

Zur Erinnerung: Der TSV 1860 empfängt im eigenen Stadion ein Team, das ebenfalls nicht gerade gut aus den Startlöchern gekommen ist und bisher nur zwei Punkte mehr als die Löwen gesammelt hat. Während zu Saisonbeginn noch vom Aufstieg gesprochen wurde, bedarf es jetzt schon einer „überragenden Leistung“ für einen Heimsieg gegen den Tabellenelften.

Zumindest eines macht Mut: Für Sonntag sind von den Meteorologen Sonnenschein und 15 Grad angesagt. Bleibt nur zu hoffen, dass sich das gute Wetter auch auf die Stimmungslage der Löwen übertragen lässt.

Nino Duit

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