Von Ahlen von Entwicklung angetan

Martin Angha: Mit dem Schliff des FC Arsenal

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Martin Angha.

München - Außenverteidiger Martin Angha, 20, ist dabei, sich beim TSV 1860 als Stammkraft zu etablieren. Seine fußballerische Ausbildung kann sich sehen lassen.

So schnell sieht man sich bisweilen wieder im Fußball. Am Montag wird Martin Angha, 20, im Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf (20.15 Uhr/Sport1) auf der rechten 1860-Abwehrseite zugange sein, danach düst er zur Schweizer U-21-Nationalmannschaft – und am Freitag trifft er in Potsdam auf zwei Münchner Teamkollegen. Dort kommt es zum Test gegen die deutsche U 20. Im Aufgebot der Gastgeber: die Löwen Julian Weigl (19) und Maxi Wittek (19). „Wir freuen uns schon darauf“, sagt Angha, „da heißt es Gas geben.“

Gas gegeben hat der Schweizer auch bei 1860. Der gebürtige Züricher erkämpfte sich einen Stammplatz auf der rechten Außenbahn, stand neunmal in Serie (inklusive Pokal) in der Startelf und betätigt sich dort zunehmend forscher. „Ich gehe gern mit nach vorne und kann aus der zweiten Reihe gefährlich sein“, sagt er, um im gleichen Atemzug die aktuelle Selbsteinschätzung einzuschränken: „Ich weiß, dass ich viel mehr kann.“ Löwen-Coach Markus von Ahlen zeigt sich dennoch jetzt schon zufrieden: „Martin hat eine sehr gute Entwicklung gemacht. Er gewinnt mehr und mehr an Sicherheit, er ist schnell, lauf- und kopfballstark.“

Das Talent des 1,88 m großen Defensivallrounders ist jedenfalls schon früh auffällig geworden. Seit der U 16 durchlief Angha, dessen Vater aus dem Kongo stammt, alle Schweizer Nachwuchs-Auswahlteams, bestritt bislang 34 Jugend-Länderspiele. Zwischenzeitlich erhielt er den Feinschliff der Londoner Fußballschule, schon als 16-Jährigen zog es ihn 2010 vom FC Zürich zum illustren FC Arsenal. Dort besuchte Angha die Fußballakademie, pendelte schließlich zwischen der ersten und zweiten Mannschaft. 2013 erhielt er beim 1. FC Nürnberg einen Profivertrag. Als sich der Teenager dort in der Rückrunde in der Stammelf etablierte, war der Abstieg des Clubs aber schon fast besiegelt. „Wir hatten in der Hinrunde kein einziges Spiel gewonnen – und dann kam auch noch Pech dazu“, erinnert er sich. Immerhin sammelte der Novize in 14 Partien Bundesliga-Erfahrung.

Im Abstiegskampf kennt sich Angha also bereits aus. Dass er nun mit 1860 ebenfalls in den unteren Gefilden angekommen ist, sieht er indessen eher gelassen. Zumal die Löwen zuletzt in Bochum mit 3:0 ihren zweiten Auswärtssieg feierten. „Wir sind noch lange nicht da, wo wir sein wollen“, meint der Schweizer zwar, „es gibt noch viel zu verbessern.“ Andererseits kann ihn auch der Tabellenzweite Düsseldorf nicht schrecken: „Wir wissen, dass wir das Spiel gewinnen können. Wir müssen da eben unser Bestes geben.“ Klingt einfacher, als es wohl ist.


Armin Gibis

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