Maurer wird’s – oder läuft was mit Lothar?

München - Reiner Maurer soll in ein paar Wochen wieder als Löwen-Trainer die Allianz Arena betreten. Oder doch nicht? Die Löwen-Führung diskutiert auch über Lothar Matthäus.

In den Führungsgremien der Löwen wird auch der Name Lothar Matthäus diskutiert.

Vor fünf Jahren hat Reiner Maurer als erster Löwen-Trainer überhaupt die Allianz Arena betreten. In ein paar Wochen wird es wieder so weit sein, auch wenn die Bestätigung von Vereinsseite noch aussteht. Aber nach Ewald Lienens vorzeitigem Abschied in Richtung Griechenland bestehen kaum Zweifel daran, dass Maurer, der ursprünglich als U23-Trainer engagiert worden war, wieder die Profis übernehmen wird. Bei seiner Verpflichtung vor ein paar Wochen habe diese Variante, so heißt es aus Vereinskreisen, bereits eine Rolle gespielt. Sogar Maurers Assistent soll schon so gut wie feststehen. Es soll Alexander Schmidt (41) werden, der bisher die A-Junioren betreut hat.

Es gibt allerdings noch Fragezeichen, denn in den Führungsgremien der Löwen wird auch der Name Lothar Matthäus diskutiert. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Ex-Bayer 1860-Trainer wird, ist aber eher gering.

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Maurer gab sich am Dienstag gegenüber der tz zum Thema Rückkehr als Cheftrainer (mit 1,8 Punkten im Schnitt ist er nach wie vor der erfolgreichste Löwen-Trainer seit dem Abstieg 2004) zurückhaltend. „Ich habe mich gefreut, dass in den Medien überall mein Name gehandelt wurde“, sagte der 50-Jährige. „Aber ich bitte um Verständnis, dass ich mich zu dem Thema nicht weiter äußern kann. Es ist ja noch nicht mal der Vertrag von Ewald Lienen aufgelöst.“

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Das könnte morgen schon so weit sein. Lienen reiste am Dienstagabend nach München und wird sich am Donnerstag mit den 1860-Verantwortlichen treffen. Wobei die Frage ist: Besteht 1860 auf eine Entschädigung von Olympiakos Piräus dafür, dass man den Trainer ein Jahr vor Vertragsende ziehen lässt? Lienen hatte am Montag in einem TV-Interview in Athen erklärt, dass er nicht davon ausgeht: „1860 ist gewillt, mich aus meinem Vertrag zu entlassen, auch ohne einen Ausgleich zu bekommen.“

Davon ging der 56-Jährige auch aus, als ihn die tz am Dienstag am Telefon erwischte. „Das war mit dem Verein so abgesprochen, sonst wäre ich gar nicht nach Athen zu den Verhandlungen geflogen.“ Das Angebot von Olympiakos habe er „am vergangenen Freitag bekommen“, und dann ging alles sehr schnell. ­Lienen bestätigte: „Ich bin mit Piräus einig.“ Er bat um Verständnis, dass er sein Engagement bei 1860 so abrupt beendet: „Wenn sich ein Klub wie Olympiakos bei dir meldet, dann ist es nicht leicht, Nein zu sagen. Das ist eine große Herausforderung.“

Und eine sehr gut bezahlte. Olympiakos-Boss Sokratis Kokkalis, mit dem Lienen in Athen die abschließenden Verhandlungen geführt hatte, ist Milliardär und leitet das Telekommunikationsunternehmen Intracom. Der 71-Jährige verbrachte ab 1949 sechzehn Jahre in der DDR, wohin seine Familie geflüchtet war. Kokkalis’ Vater war Leibarzt vom damaligen DDR-Staatschef Walter Ulbricht. Lienen übrigens wird bald wieder in Deutschland auftauchen. In zwei Wochen bezieht er mit Piräus ein Trainingslager in Bad Wörishofen. Die ersten Qualifikationsspiele für die Europa League stehen bald an.

cm/lk

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