Einigung mit Kirmaier in Sicht

Mayrhofer: "Werden alles für guten Vergleich tun"

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Der Sitzungsaushang.

München - Der Prozess zwischen dem TSV 1860 und Mitglied Mitglied Helmut Kirmaier ist vertagt worden. Doch es ist eine Einigung in Sicht. Auch Gerhard Mayrhofer zeigte sich zuversichtlich.

Tief gruben sich die Falten in Gerhard Mayrhofers Stirn an diesem Freitagvormittag im Saal 104 des Landgerichts München I. Als Richterin Christina Weitnauer feststellte, dass die Wahl des 1860-Präsidenten am 14. Juli 2013 nach Betrachtung aller Formalitäten „so nicht gültig“ sein könne, sah es zwischendurch ziemlich heikel aus für den Oberlöwen und seine drei Vizes. Ein Präsidium unter Vorbehalt, massive Unsicherheit an allen Fronten in der heißen Phase der Saisonplanung? „Bei 1860 herrscht Aufbruchsstimmung, das wird jetzt alles untergraben“, sprach Löwen-Anwalt Guido Kambli mit besorgter Stimme. Kläger Helmut Kirmaier verzog an seinem Tisch vier Meter gegenüber keine Miene.

Eine dreiviertel Stunde später stellte sich die Lage schon wieder anders dar. Richterin Weitnauer hatte mit ihrem Appell an die beiden Parteien, eine gütliche Einigung anzustreben, Erfolg gehabt. Man dürfe „das Recht nicht zu Tode reiten, irgendwann muss es gut sein“, hatte Weitnauer in Richtung Kirmaier und dessen Anwalt Heinz Veauthier gesagt. Es komme „nicht nur aufs Rechthaben“ an, sondern auch darauf, die möglichen Folgen zu berücksichtigen. Einen ganzen „Rattenschwanz an Konsequenzen“ würde Kirmaier bei einem Festhalten an seiner Klage „heraufbeschwören“. Darüber hinaus sei „jenseits aller Formalitäten“ festzustellen, dass Mayrhofer von den 1860-Mitgliedern „fast einstimmig“ zum Präsidenten gewählt worden sei.

In einer zehnminütigen Sitzungspause stellten die Prozessbeteiligten die Weichen auf einen Vergleich. Um 10.25 Uhr erklärte Veauthier schließlich: „Wir sind auf dem Weg zu einer gütlichen Einigung, das ist sehr positiv.“ Sein Gegenüber Kambli befand: „Wir haben uns aufeinander zubewegt und befinden uns in Vergleichsgesprächen, auch was das Vereinsausschluss-Verfahren gegen Herrn Kirmaier betrifft.“

Beim nächsten Gerichtstermin am 6. Juni um 9 Uhr soll die Kuh endgültig vom Eis gebracht werden. „Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass Herr Kirmaier verloren hat“, sagte Veauthier. Kirmaier selbst meinte: „Das Gericht hat deutlich gemacht, wie es rechtlich aussieht.“ Die neue Satzung solle mit Blick auf die nächsten Präsidiumswahlen 2016 nochmals überarbeitet werden. Mayrhofers Fazit: „Wir werden alles tun, um einen guten Vergleich zustande zu bringen. Ich hoffe, dass alle Beteiligten verstehen, dass es einzig und allein um den TSV 1860 geht.“

Ludwig Krammer

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