Nach der 1860-Delegiertenversammlung

Heiß-Appell an Kirmaier: "Stoppen Sie den Blödsinn!"

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Das Podium der Delegiertenversammlung: v.l. Erik Altmann, Gerhard Mayrhofer, Siegfried Schneider, Heinz Schmidt und Peter Helfer.

München - Er hat die erfolgreichste Zeit des TSV 1860 auf dem Platz miterlebt, feierte die Deutsche Meisterschaft 1966 – inzwischen muss sich Fredi Heiß regelmäßig für seinen Verein schämen.

„In dieser Kirmaier-Sache lacht ganz Deutschland über uns“, sagte der 73-Jährige am Mittwochmittag zur tz. „Ich kann nur einen Appell an den Herrn Kirmaier richten: Stellen Sie diesen Blödsinn bitte ein, wenn Ihnen was an Sechzig liegt. Und wenn Sie selbst Präsident werden wollen, dann sagen Sie's und treten Sie bei Gelegenheit an. Aber dieser Zirkus muss nach der Delegiertenversammlung jetzt ein Ende haben!“

Sorgt sich um den TSV 1860: Meisterlöwe Afred „Fredi“ Heiß (73).

Wie berichtet war Gerhard Mayrhofer am Dienstagabend von den Klubdelegierten im Präsidentenamt bestätigt worden. Bei 18 Nein-Stimmen und 41 Enthaltungen entfielen 111 Ja-Stimmen auf den 52-Jährigen, dessen Wahl durch die Mitglieder im Juli 2013 erstinstanzlich für ungültig erklärt worden war. Auch die Entscheidungen vom Dienstag halten Kirmaier und sein Anwalt Heinz Veauthier für nichtig; bereits im Vorfeld der Veranstaltung hatten sie angekündigt, gegen sämtliche Beschlüsse klagen zu wollen. „Deshalb kann ich nicht verstehen, dass Herr Mayrhofer so erleichtert ist“, sagte Veauthier dem Münchner Merkur. „Es tut mir schrecklich leid, dass ich ihm diese Erleichterung nehmen muss. Ich wundere mich, dass der Ligaverband noch nicht Augen und Ohren aufgemacht hat.“

1860-Rechtsbeistand Guido Kambli wähnt Mayrhofer auf der sicheren Seite. Das Registergericht habe die Beschwerde Kirmaiers gegen Mayrhofers Einsetzung als Notvorstand abgelehnt und dessen Befugnis zur Einberufung einer Delegiertenversammlung ausdrücklich bestätigt. „Dieses Präsidium ist jetzt nach alter und nach neuer Satzung bestätigt worden“, sagte Kambli. „Jetzt sollte man sich die Hand reichen, dafür ist es nie zu spät.“ Was Kambli noch sagte: Sollte das Vereinsausschluss-Verfahren gegen Kirmaier erfolgreich sein, wäre ohnehin alles hinfällig.

Wie sich die (vorübergehende?) Ruhe an der vereinspolitischen Front auf die Profimannschaft auswirkt, ist die Frage, die wohl die meisten Löwenfans interessiert. Mayrhofer ist der festen Überzeugung, dass die Unruhe nicht spurlos an den Spielern vorbeigegangen ist. Heiß will keine Alibis gelten lassen. Er sieht das Problem woanders: „Dieses Theater schreckt Spieler und Trainer ab. Wer will denn schon zu einem Verein kommen, wo permanent alles drunter und drüber geht?“

lk

Delegiertenversammlung des TSV 1860 - Bilder

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