TSV 1860

„Von innen ist da nichts zu lösen“ - Kabarettist Michael Altinger über das Löwen-Drama

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Michael Altinger (48) ist ein Löwenfan. Er hat seine persönliche Meinung zum Löwen-Drama.

Kabarettist Michael Altinger versteht sich auf messerscharfe Pointen. In einem Interview spricht der gebürtige Niederbayer über den Rücktritt von Bierofka, Humor und das Löwen-Chaos.

  • Michael Altinger (48) ist Kabarettist und ein Fan des TSV 1860.
  • In einem Interview vor seinem Auftritt bei Charity-Event im Almstadl spricht Altinger über das Löwen-Drama.

München - Er steht seit mehr als 20 Jahren auf der Bühne, wurde 2017 mit dem Bayerischen Kabarettpreis ausgezeichnet – und ganz nebenbei ist Michael Altinger (48) auch noch Fan des TSV 1860. Am Mittwoch (13. November) gibt Altinger ein Löwen-Heimspiel – als Stargast des Benefizabends im Almstadl auf dem Vereinsgelände Infos zum Ticketverkauf auf unternehmerfuersechzig.de). Das tz-Interview:

Herr Altinger, bei Ihrem Auftritt dürfte im Hintergrund der Rücktritt von Vereinsikone Daniel Bierofka mitschwingen. Ungünstiges Timing – oder eher eine Steilvorlage?

Michael Altinger: Um Gottes Willen! Das ist natürlich superungünstig, weil die Stimmung der Leute entsprechend sein wird. Da muss ich mir noch gut überlegen, wie ich das kabarettistisch verarbeite. Du polarisierst ja mit jeder Stellungnahme – und darauf hab ich wenig Bock. Ich möchte auch in Zukunft noch einigermaßen entspannt ins Stadion gehen.

Wie ist denn Ihre Meinung zum Rückzug Bierofkas?

Michael Altinger: In erster Linie bin ich erstaunt. Wenn ich auf der Vereins-Homepage die ganzen Stellungnahmen der Verantwortlichen lese, dann fragt man sich: Was hat er denn, der Bierofka? So positiv, ja fast überschwänglich, wie sich da alle äußern – da hätte er auch bleiben können. Ansonsten habe ich viel zu wenig Ahnung, was intern los ist. Ich werde mich hüten, mich da zu positionieren.

Muss man das als scharfzüngiger Beobachter nicht sogar an das Thema ran?

Michael Altinger: Ich werde halt generell auf die Sechzger-Seele losgehen. Witze macht man immer dann, wenn eine Sache konkret ist. Bei 1860 ist die Lage leider sehr diffus.

Es werden ja schon etliche Namen für die Bierofka-Nachfolge gehandelt: Tomas Oral, Jens Keller, sogar Felix Magath. Haben Sie einen Favoriten?

Michael Altinger (lacht laut): Magath ist ja eine Idee vom Karsten Wettberg, der ein alter Spezl von mir ist. Sehr lustig von ihm, da einen auszugraben, der vielleicht auch mit dem größten Chaos umgehen kann. Ich kann mir nur beileibe nicht vorstellen, dass der Magath sich das antut.

Sie sind ja selber auch seit 2012 Vereinsmitglied. Wenn sich Jan Böhmermann für den SPD-Vorsitz bewirbt, warum kandidieren Sie dann nicht für das Präsidentenamt?

Michael Altinger: Ich würd’s sofort machen, aber ich hab ja leider keine Zeit, weil ich ständig auf Tour bin (schmunzelt).

Was würden Sie anders machen?

Michael Altinger: Ich bin ja Sozialpädagoge – und ein Freund der Methode einer Supervision. Ich würde schauen, dass ich einen Schiedsrichter finde. Eine neu­trale Person, einen gescheiten Kopf, der nichts mit den einzelnen Fronten zu tun hat – aber wahrscheinlich würde es genau daran scheitern. Es muss eine externe Instanz her. Von innen scheint da nichts mehr zu lösen zu sein.

Wie würden Sie das Thema Ismaik anpacken?

Michael Altinger: Ja mei. Die einzige Lösung wäre, dass er seine Anteile vielleicht doch mal verkauft.

Ein dankbares Thema für Kabarettisten ist auch das spezielle Umfeld bei 1860, wo zwei Fanlager, diverse Blogger, Meister- und Ex-Löwen täglich tausende von Meinungsbeiträgen produzieren. Schauen Sie da heimlich rein, auch um Stoff zu sammeln?

Michael Altinger: Ich schau’s mir schon an – und bin auch mal in ein Interview reingelaufen, wo ich unfreiwillig eine Schlagzeile produziert habe. Da stand dann, ich hätte was gegen den Präsidenten. Das tat mir hinterher sehr leid. Ich hab das dann mit dem Reisinger geklärt.

Lässt sich das Schicksal, Löwen-Fan zu sein, besser ertragen, wenn man sich dem Verein über die Humorschiene nähert?

Michael Altinger: Der Sechzger-Fan kann nur so überleben. Wenn wir vor den Spielen beim „Schau ma moi“ stehen, dann müssen wir alle blöd daherreden. Weil sonst ist es ja nicht zum Aushalten.

Interview: Uli Kellner

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Kommentare

hex-hex666Antwort
(1)(0)

ok, dann wär´des a vom Tisch;-)

hex-hex666Antwort
(2)(2)

blöd is´ja aber schon, wenn man wegen seiner Arbeit, um überall beliebt zu sein, seine wahre Meinung ned sagen darf und rutscht sie einem doch raus, muss man sich dafür gleich entschuldigen:-(
Tja - aber i wünsch´ihm sicher a keinen Hungertod.