Nach Vorfall mit rechtsradikalem Fan

1860-Chef Scharold: „Wir distanzieren uns ausdrücklich von diesen Stadionbesuchern“

+
1860-Geschäftsführer Michael Scharold.

Der TSV 1860 hat nach dem Vorfall mit einem Fan der rechtsradikalen Szene im Spiel gegen Lotte im Grünwalder Stadion eine offizielle Stellungnahme abgegeben.

München - Der TSV 1860 hat sich drei Tage nach dem 5:1-Heimsieg über die Sportfreunde Lotte mit einer Pressemitteilung klar von „rechtsradikaler Gesinnung im Stadion“ distanziert. „Im Rahmen unseres Hausrechts werden wir aber alle zur Verfügung stehenden Maßnahmen ergreifen, um Personen mit solchen Haltungen keine Plattform zu geben“, verspricht Geschäftsführer Michael Scharold.

Hintergrund hierfür ist das Vorkommnis vom Samstag, als der szenebekannte Ronny W. sein „Ian Stuart“-Tattoo (verstorbener Gründer des Nazi-Netzwerks „Blood and Honour“) auf dem Zaun der Westkurve sitzend zur Schau stellte. Allerdings wurde er nicht wegen des Tattoos, sondern wegen Widerstandes gegen Staatsgewalt und des anschließenden Handgemenges des Stadions verwiesen. 

Bei Sechzig engagieren sich seit Jahren die „Löwen-Fans gegen Rechts“ wegen Nazis beim TSV 1860. „Wir stehen für Offenheit, Toleranz und ein respektvolles Miteinander“, betont Scharold. Und weiter: Der Fußball soll eine stark integrative Funktion einnehmen, Menschen zusammenbringen und darf keinen Platz für Ausgrenzung bieten.“

Pressemitteilung im Wortlaut: Löwen distanzieren sich von rechtsradikaler Gesinnung im Stadion

Der TSV 1860 München nimmt Stellung zu dem Vorfall mit einem der rechten Szene zuzuordnenden Fan, der beim Heimspiel am Samstag, 4. August 2018, gegen die Sportfreunde Lotte aufgrund eines Verstoßes gegen die Stadionordnung aus dem Grünwalder Stadion verwiesen wurde.

„Wir distanzieren uns als Löwen ausdrücklich von Stadionbesuchern, die den TSV 1860 München dazu nutzen, um rechtes Gedankengut zu verbreiten“, sagt Geschäftsführer Michael Scharold, weist aber darauf hin, dass das zur Schau gestellte Körper-Tattoo des aus dem Stadion verwiesenen Fans, derzeit rechtlich nicht für einen Stadionverweis oder -verbot ausreichend ist. „Im Rahmen unseres Hausrechts werden wir aber alle zur Verfügung stehenden Maßnahmen ergreifen, um Personen mit solchen Haltungen keine Plattform zu geben“, verspricht er.

Der Beschuldigte war mit freiem Oberkörper auf den Zaun geklettert. Nach mehrmaligen Aufforderungen des Ordnungsdienstes, den Zaun zu verlassen, wurde die Polizei gerufen. Diese führte ihn ab. Dabei kam es zu einem Handgemenge und Widerstand gegen die Staatsgewalt.

„Wir stehen für Offenheit, Toleranz und ein respektvolles Miteinander. Das haben wir schon in der Vergangenheit immer wieder durch verschiedene Aktionen zum Ausdruck gebracht“, so Scharold. Der TSV 1860 sei sich seiner besonderen gesellschaftlichen Verantwortung sehr wohl bewusst. „Vor dem Hintergrund der eigenen Geschichte sehen wir es als Verpflichtung, uns klar gegen Rechtsradikalismus, Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz zu positionieren. Der Fußball soll eine stark integrative Funktion einnehmen, Menschen zusammenbringen und darf keinen Platz für Ausgrenzung bieten.“

fw

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Neuer Wirt für Löwenstüberl gefunden - was er bisher machte und wann es losgeht
Neuer Wirt für Löwenstüberl gefunden - was er bisher machte und wann es losgeht
Nur vier Punkte: Stimmung bei 1860 München brodelt
Nur vier Punkte: Stimmung bei 1860 München brodelt
Bierofkas Versprechen vor Meppen: “Heimsiege sind Pflicht”
Bierofkas Versprechen vor Meppen: “Heimsiege sind Pflicht”
Löwen-Investor Hasan Ismaik: Rassismus-Vorwürfe gegen den TSV 1860 - „Eine Tatsache“
Löwen-Investor Hasan Ismaik: Rassismus-Vorwürfe gegen den TSV 1860 - „Eine Tatsache“

Kommentare