Nach Debüt gegen Asuncion

Moniz lobt Rodri: "Er ist schlau, ein Fuchs!"

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Rodri beim Spiel gegen Asuncion.

München - Das 1:1 im Testspiel gegen Nacional de Asuncion sieht 1860-Trainer Ricardo Moniz positiv. Vor allem bei Neu-Stürmer Rodri sieht der Niederländer gute Ansätze.

Der TSV 1860 München arbeitet mit Akribie daran, im Zweitliga-Alltag endlich in die Spur zu finden. Nach nur zwei von zwölf möglichen Punkten ist der Weg zum Soll freilich weit. Das 1:1 Unentschieden in einem kurzfristig anberaumten Testspiel gegen das Paraguayische Spitzentteam Nacional de Asuncion, darf dennoch als klitzekleines Etappenziel gewertet werden.

Ricardo Moniz ist eine ehrliche Haut. Meist formuliert er seine Gedanken in der ihm eigenen Diktion zu kurzen Halbsätzen und füttert damit die Journalisten. Der 51-Jährige scheint zudem ein ausgesprochener Kaltblüter zu sein. Trotz gelegentlicher Adrenalin-Attacken an der Seitenlinie. Das jüngste Politikum um seine Person, es zog offensichtlich wirkungslos am Cheftrainer der Löwen vorbei. Von unsicherem Arbeitsplatz oder angespannter Stimmungslage keine Spur in Wörgl, dem westlichen Ausläufer der mondänen Urlaubsregion des wilden Kaisers.

Klatschnasser Löwen-Test: Rodri debütiert - Bülow trifft

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„Sehr guter Test, guter Gegner“, ließ Moniz resümierend wissen. Er schien mit dem Großteil aller relevanten Details zufrieden – obwohl beide Teams sichtlich mit den Pfützen auf dem vom Dauerregen durchtränkten Rasen zu kämpfen hatten. Der TSV 1860 behalf sich eines für solche Witterungen probaten Stilmittels: Hohe Bälle. Einer davon, abgeschickt von Spielmacher Edu Bedia, fand bereits nach neun Minuten sein Ziel. Kai Bülow lenkte den Eckball per Kopf ins Tor. Der Innenverteidiger, anstelle von Gary Kagelmacher in die erste Elf gerutscht, war Teil einer grundsoliden Viererkette – nämlich der aus dem Vorjahr. Mit dem Unterschied, dass Grzegorz Wojtkowiak seinen Dienst auf der linken Seite verrichtete. Ein Novum, das allerdings durchaus zur Nachahmung geeignet scheint.

Überhaupt sieht Moniz den Polen offenbar plötzlich in einem anderen, unzweifelhafteren Licht. Die Eloge „Modellathlet, der hat uns gefehlt“, dokumentiert diese Einschätzung. Einziger Kritikpunkt des Cheftrainers: „Daniel Adlung hätte das 2:0 machen müssen.“ Moniz erinnerte an die Szene, als der 27-Jährige sich auf halblinker Position freispielte, vor Tormann Ignacio Don dann jedoch die falsche Entscheidung traf.

Aber Adlung war auch ein positives Thema. Er war der auffälligste Akteur in einem mit Bringschuld behafteten Kollektiv, Adlung zeigte jedem der gut 300 Zuschauern, dass er Part der nächsten Startelf sein möchte.

Dafür waren ursprünglich auch die drei jüngsten Neuzugänge vorgesehen. Doch daraus wird nichts werden. Die Schweizer U 21-Nominierung für Martin Anghar sprengte das Novizen-Trio ohnehin. Ob der frühere „Clubberer“ dennoch ein Thema für St.Pauli sein wird, ließ Moniz offen. Zudem meldete sich am Freitag Valdet Rama unpässlich ab. Ein entzündeter Zehennagel bescherte dem Albaner einen schmerzhaften Einstand bei den Löwen. Der Nagel ist weg, und damit wohlweislich auch das Startleiberl fürs Millerntor.

Blieb also nur Rodrigo Rios Locarno, kurz Rodri, als Blickfang übrig. Der 24-Jährige weist klare Merkmale einer Verstärkung auf. So lange die Beine kraftvoll trugen, bestach Rodri durch Lauffreude, wollte der Spanier am liebsten jedes Anspiel erhaschen. Der erste Torerfolg war nicht fern. Zweimal fehlten nur Nuancen. „Er ist schlau, ein Fuchs“, goutierte Moniz das Debüt seines neuen Angreifers. „Ein Junge, der im Sechzehner immer lauert.“

Am Montag geht es bei den Löwen weiter mit der Vorbereitung auf das Spiel im Hamburg am kommenden Sonntag. Zuvor gibt´s zwei Tage frei. „Die Mannschaft braucht das“, sagt Moniz und deutet mit dem Zeigefinger auf seinen Kopf: Mentale Pause. Er selbst weilt indessen bei der Familie in Eindhoven. Danach wird sich schnell zeigen, wie cool Moniz wirklich ist.

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