Große Supermarktkette ruft Wurst zurück: Achtung nicht essen! Gesundheitsgefahr droht

Große Supermarktkette ruft Wurst zurück: Achtung nicht essen! Gesundheitsgefahr droht

Vergleich mit Politikern

Volz wundert sich über die Fans

+
Moritz Volz

München - Moritz Volz spielte jahrelang in England. Nun gab er dort ein Interview, in dem er sich über die deutschen Fans wundert und von einer peinlichen Verwechslung berichtet.

Moritz Volz nutzte den Weihnachtsurlaub zum Besuch in der zweiten Heimat England. Schon als Jugendlicher war er auf die Insel gewechselt, bevor er nach Deutschland zurückkehrte. Erst war St. Pauli sein Arbeitgeber, jetzt sind es die Löwen.

Im Interview in der Sendung Soccer AM beim englischen Sky Sports schilderte er den englischen Gastgebern, wie er die deutschen Verhältnisse wahrnimmt. "Die Anhänger sind verrückt. Sie sind so organisiert. Sie sind die größte Gruppe von Politikern. Sie demonstrieren jede Woche gegen etwas."

Volz erklärte, dass zuletzt das Sicherheitskonzept in Deutschland für große Debatten und Fanproteste gesorgt hatte. Viele Anhänger hatten sich entschieden, in den ersten zwölf Minuten und zwölf Sekunden der Spiele zu schweigen. "Es war wie in unseren Jugendtagen als wir draußen auf dem Feld gespielt haben. Es war total still", so Volz, der einen Scherz nachschiebt: "Ich weiß nicht, was passiert wäre, wenn wir ein Tor geschossen hätten. Aber wir schießen ja so früh eh nie eines."

 

Sicherheitskonzept: Die beschlossenen Anträge

Die 36 Proficlubs haben bei ihrer Mitgliederversammlung (Foto: Liga-Präsident Reinhard Rauball) am 12.12.2012 in Frankfurt/Main mehrheitlich für die 16 Anträge gestimmt, die teilweise noch einmal abgeändert wurden. Wir erläutern in Kurzform die Maßnahmen, die für weniger Gewalt im deutschen Fußball sorgen sollen © dapd
Antrag 1: Die Veranstaltungsleiter von Bundesliga-Spielen bekommen eine genaue Funktionsbeschreibung. Sie müssen in jedem Heimspiel anwesend und erreichbar sein - das gilt auch für den Sicherheitsbeauftragten des Clubs. Der Fanbeauftragte ist verpflichtet, an Sicherheitsbesprechungen teilzunehmen. © dapd
Antrag 2: Die Clubs müssen sich verpflichten, dass sie nach besten Kräften mit Vertretern ihrer organisierten Fanszene einen offenen, regelmäßigen und verbindlichen Dialog etablieren. © dapd
Anträge 3 und 4: Die Polizei bekommt bei der Videoüberwachung in den Stadien mehr Kompetenzen. Ihre Befehlsstelle ist mit einer Vorrangschaltung auszustatten. © dapd
Antrag 5: Der Ordnungsdienst des Gastvereins wird im Stadion des Heimvereins mit einbezogen, dieser soll die Fans auch bei der Anreise begleiten. Heim- und Gastverein legen Details fest. Es gilt eine beratende und unterstützende Tätigkeit. © dpa
Antrag 6: Die Sicherheitsbeauftragten des gastgebenden Vereins müssen bei jedem Heimspiel anwesend sein. Bei Begegnungen mit erhöhtem Risiko muss auch der Sicherheitsbeauftragte der Gastmannschaft dabei sein. Sie erfassen Auffälligkeiten und Ausschreitungen in einem Spieltagreport. © dpa
Antrag 7: Bei Spielen mit erhöhtem Risiko muss der Veranstaltungsleiter des Heimvereins an Sicherheitsbesprechungen teilnehmen und außerdem in ständigem Kontakt zur Polizei stehen. © dpa
Antrag 8: Zur Sicherstellung eines störungsfreien Spielablaufs und Verhinderung von Gefahren für die Zuschauer, Spieler und Schiedsrichter gibt es an den Stadioneingängen lageabhängige Kontrollen der Besucher und der von ihnen mitgeführten Gegenstände. © dpa
Die Einrichtungen müssen so beschaffen sein, dass Kontrollen sicher, zügig und angemessen, insbesondere verhältnismäßig und sorgfältig durchgeführt werden können. Nicht ins Stadion mitgenommen werden dürfen Waffen und pyrotechnische Gegenstände sowie Gegenstände, mit denen Zuschauer ihre Identität verbergen können. © dpa
Antrag 9: Ordnungsdienstkräfte werden für die Besonderheiten im Fußball geschult. Fan- und Sicherheitsbeauftragte dürfen dabei mitwirken. © dpa
Antrag 10: Die Fanbetreuer heißen künftig Fanbeauftragte und nehmen an Sicherheitsbesprechungen statt. © dpa
Antrag 11: Der Heimverein legt - nach Anhörung der Sicherheitsorgane und Polizei - fest, wann ein Spiel mit erhöhtem Risiko ausgerufen wird. Dies kann aber auch der DFB tun. Als Maßnahmen gelten unter anderem eine Ticket-Begrenzung für Steh- und Sitzplätze und die Durchführung von verstärkten Personenkontrollen. Dazu gibt es noch Spiele unter Beobachtung. © dpa
Antrag 12: Ein Zertifizierungsverfahren („Stadionerlebnis“) soll entwickelt werden. © Getty
Antrag 13: Eine ständige Kommission „Stadionerlebnis“ wird beim Ligaverband eingerichtet. © dpa
Antrag 14: Auswärtsfans bekommen 10 Prozent der Eintrittskarten. Das Kontingent kann nur reduziert werden nach einer Entscheidung eines DFB-Rechtsorgans oder nach Festlegung durch den Heimverein. Dies aber nur bei einer besonderen Gefahrenlage und im Einvernehmen mit den Sicherheitsinstitutionen und nach Anhörung des Gastclubs. © dpa
Antrag 15: Die DFB-Sportgerichtsbarkeit wird weiterentwickelt, damit diese verstärkt präventiv und nicht nur mit Strafen arbeiten kann. Die Beschlüsse sollen beim DFB-Bundestag im Oktober 2013 gefasst werden. © Getty
Antrag 16: Erlöse aus der Vermarktung (Fernsehgelder) werden teilweise nur zweckgebunden an die Vereine ausbezahlt, wenn diese wiederholt Sicherheitsmaßnahmen nicht erfüllen. © Getty

Zudem berichtet Volz von einer peinlichen Verwechslung. So war er einst mit einer Frau im Kaufhaus Harrods zum Shoppen. Das Luxus-Center gehörte einst Mohammed Al Fayed, dem Eigentümer von Volz' Ex-Klub FC Fulham. Die beiden wurden einander vorgestellt - doch Al Fayed schien nicht zu verstehen, wen er da vor sich hat. Volz: "Er sagte: 'Oh ... du bist ein Fulham-Fan?' Er kannte uns wohl ziemlich gut." Letzteren Satz formulierte Volz offenbar mit einer großen Portion Ironie. Als Al Fayed ihn dann erkannt habe, bot er ihm kleine Pillen an. "Es waren in Wirklichkeit Tic Tac, aber er tat so, als ob es Viagra-Pillen seien."

Das Video von Volz' Auftritt sehen Sie hier.

lin

Auch interessant

Meistgelesen

TSV 1860 München: Marc Pfeifer der neue Hoffnungsträger
TSV 1860 München: Marc Pfeifer der neue Hoffnungsträger
Kommentar zum TSV 1860: Auch ohne Aufstieg viele Gewinner
Kommentar zum TSV 1860: Auch ohne Aufstieg viele Gewinner
TSV 1860: Als Test für die Bundesliga - Relegation mit Fans?
TSV 1860: Als Test für die Bundesliga - Relegation mit Fans?
So schafft es der TSV 1860 noch in die Relegation - „Müssen auf den Fußballgott hoffen“
So schafft es der TSV 1860 noch in die Relegation - „Müssen auf den Fußballgott hoffen“

Kommentare