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Kampf gegen Bau-Investor: Löwen-Fans haben Angst um ihr Giesing

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Von: Moritz Bletzinger

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„Candidplatz für alle“: Dieser Forderung schließen sich Teile der Fanszene des TSV 1860 München an.
„Candidplatz für alle“: Dieser Forderung schließen sich Teile der Fanszene des TSV 1860 München an. © Imago/Ulrich Wagner

Am Candidplatz soll ein Ärztehaus entstehen. Die Fanszene des TSV 1860 München fürchtet unschöne Folgen für Giesing. Und schließt sich einer Protest-Gruppierung an.

München - 64 Meter hoch soll der Torbogen werden, den Investoren auf das Ärztehaus-Grundstück in Giesing bauen wollen. Doch Anwohner wehren sich gegen das „Candidtor“. Ein schicker Neubau voller Privatpraxen und Büroräume passe nicht ins Viertel, sagen Gegner. Sie wollen nicht zusehen, wie die Gentrifizierung um sie herum vorangetrieben wird.

Die Initiative „Candidplatz für alle“ hat sich dem Kampf gegen das Bauprojekt verschrieben. Die Fanszene des TSV 1860 München streitet zwischenzeitlich mit. Über Instagram hat eine Ultra-Gruppierung Kontakt zur Initiative aufgenommen, bestätigt uns eine Sprecherin.

Verlieren die Löwen-Fans ihren Treffpunkt? Skatepark am Candidplatz soll zu Parkplatz werden

Der TSV 1860 ist in Giesing verwurzelt und eng mit dem Viertel verbunden. Alles, was rund ums Grünwalder Stadion geschieht, geht auch die Löwen an, sagen Fans.

Zumal das Bauprojekt die 1860-Fans auch unmittelbar treffen könnte: Die Löwen nutzen den Skatepark am Candidplatz häufig als Sammelstelle und Treffpunkt. Laut Bauplan soll er für einen Parkplatz weichen. Außerdem fürchten sie, das „Boaznsterben“ könnte sich beschleunigen, wenn das „Candidtor“ ein schickeres Klientel nach Giesing lockt.

Eine gemeinsame Veranstaltung gab es schon. Am 30. Juli waren Löwen-Fans bei einem Nachbarschaftstreffen dabei. 1860-Anhänger und Vertreter von „Candidplatz für alle“ betonten, warum der Turmbau zu Giesing alle angehe, die sich im Viertel bewegen. Die Sorgen und Wünsche einen Aktivisten und Fans.

„Der Kampf gegen einen Investor kommt uns bekannt vor“: 1860-Fans unterstützen „Candidplatz für alle“

So wurden am Dienstag rund um das Spiel gegen SV Meppen auch Flyer im Grünwalder Stadion ausgegeben und ein Bericht über Nachbarschaftstreffen hat es in die Fan-Zeitschrift „da Brunnenmiller“ geschafft. Bereits am Samstag nach dem Pokalspiel gegen den BVB fand eine erste gemeinsame Veranstaltung statt.

Zusammen wollen sie dafür kämpfen, dass es in Giesing so bleibt, wie es ist. Die Aktivisten-Gruppe schreibt in einem Flyer kämpferisch: „Das ‚Candidtor‘ steht jetzt auf wackligen Beinen - nur wenn das Viertel zusammenhält, fällt es auch um!“ Ein Fan-Vertreter sprach beim Nachbarschaftstreffen spitzzüngig von besonderer Expertise: „Der Kampf gegen einen Investor, der nur an Profit interessiert ist, kommt uns bekannt vor.“ (moe)

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