Bender & Co.: Droht der Exodus? / Beeck: 2010 entscheidend

Münchens große Leere

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Wie schaut sie nun aus, die Zukunft der Löwen? Sonnig oder düster?

Arona - Die Löwen und das Warten auf den nächsten Einschlag... Nach der halbherzig dementierten Wechselmeldung von Lars Bender nach Leverkusen per Ausstiegsklausel im Sommer 2010 (Ablöse: rund zwei Millionen Euro) geht in der blauen Gemeinde die Angst um.

Wer ist der nächste Profi, der unter der Rubrik „Abgänge“ diskutiert werden wird? Wo soll bei all den Hiobsbotschaften die Motivation für das Projekt Aufstieg 2010 herkommen? Und vor allem: Was wird aus „Münchens großer Liebe“, wenn das letzte Tafelsilber verkauft ist? Droht bald Münchens große Leere?

Die Löwen auf Teneriffa - Sonne und dunkle Wolken

Die Löwen auf Teneriffa - Sonne und dunkle Wolken © 
Die Löwen im Trainingslager auf Teneriffa. Das bedeutet: Schwitzen und Dehnen satt. © Sampics
Alt-Löwe Michael Hofmann mit Neuzugang Marvin Pourie. © Sampics
Auf die Knie! © Sampics
Marco Kurz dribbelstark. © Sampics
Die Spieler fröhlich, der Trainer ernst. © Sampics
Kommen und Gehen: Marco Kurz und Mate Ghviniandze. © Sampics
Neuzugang Marvin Pourie führt die Truppe an. © Sampics
Marvin Pourie scheint von der Mannschaft gut angenommen worden zu sein: Hier scherzt der Neue mit Manuel Schäffler. © Sampics
Sonne und Regen wechselten sich in den ersten Tagen auf Teneriffa ab. © Sampics
Sascha Rösler akrobatisch. © Sampics
Uwe Wolf gibt Anweisungen. © Sampics
Wie auch Pourie, so scheint auch Sascha Rösler gut ins Team integriert worden zu sein. Hier mit Lars Bender. © Sampics
Hinter Gittern: Keeper Philipp Tschauner. © Sampics
Stefan Aigner und Gregg Berhalter beim Zweikampf. © Sampics
Düsteres Ambiente beim Training. © Sampics
Markus Thorandt und Julian Baumgartlinger. © Sampics
Gelenkig: Benjamin Schwarz. © Sampics
Dunkle Wolken über Markus Schroth - hoffentlich kein schlechtes Omen. © Sampics
Im Blickpunkt: Sascha Rösler. © Sampics
Der Neu-Löwe kann's auch mit dem Kopf... © Sampics
... und wie! © Sampics
Hoffmann, Pourie und Johnson im Trainingsspiel. © Sampics
Marvin Pourie energisch am Ball. © Sampics
Schattenmann, Teil 1: Michael Hofmann. © Sampics
Schattenmann, Teil 2: Torben Hoffmann. © Sampics
Sven Bender und der grüne Rasen. © Sampics
Gute Miene auch bei Neuzugang Stefan Aigner. © Sampics
Marco Kurz mit Pourie und Holebas. © Sampics
Schlechtes Versteck: Torben Hoffmann. © Sampics
Torben Hoffmann verletzte sich beim Training. © Sampics
"Püppchen" Mate Ghvinianidze. © Sampics
Stretchen oder ausruhen? Das ist hier bei Benny Lauth die Frage. © Sampics
Bitte lächeln, Marvin Pourie. © Sampics
Bei all dem harten Training muss auch mal eine Pause drin sein: Marvin Pourie am Strand. © Sampics
Der obligatorische Händedruck zwischen Geschäftsführer Stefan Reuter und Neuzugang Marvin Pourie. © Sampics

Die Stimmung bei den mitgereisten Fans pendelt zwischen Sarkasmus und Depression. Fritz Fehling, der seine Löwen seit Jahrzehnten überall hin begleitet, bringt die Gemütslage auf den Punkt: „Wenn’s für die Putzfrau noch Ablöse gäbe, dann wär die auch bald weg. Der Weg, den Sechzig seit dem Arena-Bau geht, kennt nur eine Richtung: auf in den Untergang.“

Jährliche Stadionkosten von 5,3 Millionen Euro, Talente, deren Berater Verträge (wenn überhaupt) nur mit Ausstiegsklauseln verlängern – das ist die Realität bei 1860. „Es ist doch der ganz normale Gang der Dinge, dass solche Spieler wie die Benders oder Timo Gebhart irgendwann zu größeren Vereinen wechseln“, sagt Manfred Schulte (Bruder von Ex-Trainer Helmut Schulte), der für die Karriere-Planung der Bender-Brüder zuständig ist.

Gut möglich, dass Sven der nächste sein wird, den es weg von 1860 zieht. Und dann Philipp Tschauner? Und dann Fabian Johnson? Die Jeremies-Bierofka-Jentzsch-Lauth-Baier-Tradition? Stellungnahmen der Bender-Brüder dazu waren im Trainingslager seit Montagmittag nicht mehr zu bekommen. „Lars hat alles gesagt, Sven wird sich nicht äußern“, teilte Pressesprecher Robert Hettich mit.

Wenigstens redet Präsident Rainer Beeck. Und der macht immer deutlicher, dass die Saison 2009/10 für den TSV 1860 zu einer absolut entscheidenden wird. „Das Risiko ist klar“, sagt er. „Wenn es mit dem Aufstieg 2010 nicht klappt, dann wird es schwierig für uns, 2011 dasselbe Ziel ausgeben zu können. Dann werden die Karten neu gemischt und es wird wieder eine Anlaufphase brauchen.“

Das Problem: Eine neue Generation Bender/Gebhart ist nicht in Sicht. „Dass unsere Potenziale im Jugendbereich endlich sind, ist klar“, gibt Beeck zu. Nur der Aufstieg 2010 verbunden mit dem Einstieg von Investoren eröffnet den Löwen die Chance auf den Ausbruch aus dem Teufelskreis. Beeck: „Es kann nicht unser Ziel sein, ein finanzielles Loch mit einem anderen zu stopfen, sprich: Löcher in den Kader zu reißen. Deshalb wird die nächste Saison eine spannende sein.“ Hopp oder top. Marco Kurz kann der neuen Tonart wenig abgewinnen. „Meine Sichtweise ist es, dass man jetzt noch kein Ziel für die nächste Saison ausgeben kann. Aber wenn dieser Zeitpunkt 2010 nun steht, dann hab ich ja noch ein bisschen Luft.“

Der Kader zumindest gibt Anlass zur Hoffnung. Frag nach bei Sascha Rösler. „Ich bin positiv überrascht vom Niveau. Die Fitness ist super und die Jungs können alle Fußball spielen. Ich bin guter Dinge, dass wir richtig was reißen können.“ Und die Bender-Geschichte? „Die beschäftigt die Fans mehr als die Mannschaft.“ Sein Wort in (Fußball)-Gottes Ohr...

Ein Tag im Leben von Gregg Berhalter

Die tz hat Gregg Berhalter mal begleitet und dokumentiert (Texte: lk) den Tagesablauf eines Löwen-Profis. 7.45 Uhr: Wecken per Anruf durch einen Hotelangestellten. © sampics
8 Uhr: Frühstück. © sampics
10 bis 12 Uhr: Training im „Estadio Antonio Dominguez Alfonso“. © sampics
Die Spieler gehen hin und zurück jeweils zehn Minuten zu Fuß. © sampics
Zwischen 12.15 und 13 Uhr: Pressetermine ... © 
... und Autogrammeschreiben. © sampics
13 Uhr: Mittagessen. An einem großen Büffet gibt es Fleisch, Geflügel und Fisch sowie Gemüse, Nudeln und Salate. Anschließend Kaffeetrinken in gemütlicher Runde ... © sampics
... auf dem Foto mit Michael Hofmann und Teammanager Robert Hettich. Danach nochmal Pressetermine in der Hotel-Lobby oder im gleich nebenan liegenden „Bräuhaus“, einem Lokal im bayerischen Stil. © sampics
14 bis 16 Uhr: Zur freien Verfügung. Ein Besuch im Wellnessbereich bietet sich an. © sampics
Danach geht's oft aufs Zimmer zum Checken der E-Mails oder zu Telefonaten mit der Familie in München. Wer will, kann sich nochmal zum Kaffeetrinken treffen. Dazu gibt’s Kuchen oder Obst. © sampics
16 bis 18 Uhr: Wieder Training ... © sampics
... im „Estadio Antonio Dominguez Alfonso“. © sampics
19.30: Abendessen. © sampics
Die Spieler stehen Schlange. © sampics
20 Uhr: Unterschiedliche Termine. Die Spieler gehen entweder in den Fitnessraum ... © sampics
... oder lassen sich von den Physios behandeln. Auch Pressetermine sind noch möglich. Danach steht der Abend zur freien Verfügung. Es gibt eine Schafkopfrunde mit Benny Lauth, Danny Schwarz, Daniel Bierofka und Physiotherapeut Stephan Rainer. Andere schauen fern – die wichtigsten deutschen Programme sind auf Teneriffa empfangbar – lesen oder beschäftigen sich am Laptop. 23 Uhr: Zapfenstreich. © sampics

Quelle: tz

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