Coach überrascht mit Jugendstil

Mulic: Von Ahlen macht ihm Mut

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Fejsal Mulic nach Abpfiff.

München - Mit seiner Aufstellung überraschte Löwen-Coach Markus von Ahlen am Montag viele. Leider brachte diese keinen Ertrag. Startelf-Debütant Fejsal Mulic macht er Mut.

Abstiegsangst? Gerhard Poschner hat da vor dem bayerischen Derby lässig abgewunken. „Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, ich hätte nie Angst. Angst gehört zum Leben. Aber dass wir absteigen, davor habe ich keine Angst.“ Nun, der Sportdirektor des Fußball-Zweitligisten TSV 1860 mag ja unerschütterlich sein. Aber Tatsache ist auch, dass die Löwen nach dem 1:2 (1:2) beim 1. FC Nürnberg weiter tief im Tabellenkeller stecken. Nach 16 von 17 Hinrundenspielen stehen sie auf dem Relegationsplatz 16; zum Vorletzten sind’s nur zwei Pünktchen. Nach der neunten Saisonniederlage mehren sich die Anzeichen, dass den Münchnern eine Zittersaison bevorsteht. Trainer Markus von Ahlen meinte: „So einer jungen Mannschaft muss man auch mal Rückschläge zugestehen.

Für erstes Erstaunen hatte schon die Mannschaftsaufstellung gesorgt. Von Ahlen beorderte erstmals Fejsal Mulic, 21, in die Startelf. Der junge Mann aus dem Regionalliga-Team der Löwen hatte vor einer Woche beim 0:2 gegen den FSV Frankfurt sein 24-minütiges Zweitliga-Debüt gegeben und war dabei vor allem durch zwei Ungeschicklichkeiten im Abschluss aufgefallen. Von Ahlen ließ sich davon aber nicht beirren. „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Fejsal trifft“, erklärte er. Der 2,03 m große Mulic stürmte somit für den verletzten Torjäger Rubin Okotie, der defensive Mittelfeldspieler Ilie Sanchez musste dagegen auf die Bank.

Eine 6, drei Mal die 5: Löwen verlieren Derby in Nürnberg

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Der Trainer pflegte also erneut den Jugendstil, bot fünf Spieler aus dem eigenen Nachwuchs auf. Und zunächst waren es tatsächlich die juvenilen Münchner Kräfte, die für einigen Wirbel sorgten. Schon nach 16 Sekunden prüfte Marius Wolf (19) den Club-Keeper Patrick Rakovsky mit einem strammen Schuss. In der 4. Minute war es Mulic, der mit einem feinen Rückpass Wolf bediente; dessen Direktabnahme aus zwölf Metern flog haarscharf am Pfosten vorbei. Das hätte die frühe Führung für die anfangs überaus forsch aufspielenden Sechziger sein können.

Die Tore aber fielen auf der Gegenseite, jeweils nach Fehlern der Innenverteidigung. Erst tanzte der vom FC Bayern gekommene Alessandro Schöpf (14.) den 1860-Kapitän Christoph Schindler aus und versenkte den Ball flach im Torwarteck. Drei Minuten später entwischte Jakub Silvestr (17.) seinem zu langsamen Bewacher Gulliermo Vallori und ballerte die Kugel hoch in den Winkel – 2:0. Die Münchner hatten sich auskontern lassen. Kurz zuvor war ein Volleyschuss von Yannick Stark (16.) nur knapp am FCN-Gehäuse vorbeigezischt.

Ein munteres Spielchen war das zunächst, in dem trotz der frühen Nackenschläge auch wieder Hoffnung aufkeimte. Außenverteidiger Maxi Wittek (19) flankte von links, Nürnbergs Jürgen Mössmer lenkte den Ball mit der Brust ins eigene Tor – 1:2.

Spielbestimmend blieben zwar die Franken, von Ahlen arbeitete aber weiter an seinem Jugendprojekt, schickte Korbinian Vollmann, 21, für Valdet Rama aufs Feld. Der Altersdurchschnitt der Münchner betrug inzwischen nur noch 22,3 Jahre. Doch das große Aufbäumen blieb aus – auch weil Schiedsrichter Robert Kampka die Löwen schwächte. Nach einem Luftduell zeigte er dem Ex-Nürnberger Martin Angha (58.) Gelb-Rot – eine zweifelhafte Entscheidung. Mit nur noch zehn Mann war nicht mehr allzu viel auszurichten. Die Münchner kämpften gegen dominante Nürnberger bis zum Umfallen, doch das reichte nicht, um in der zweiten Halbzeit auch nur eine klar Torchance herauszuspielen. „Wir haben alles versucht“, sagte von Ahlen, „aber in Unterzahl ist es natürlich sehr schwer, da noch etwas zu machen.“ Yannick Stark meinte: „Das war wieder eine doofe Niederlage.“

Roman Löw

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