Alles steht und fällt mit Sanchez

Muss Moniz die Statik des Teams ändern?

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Ricardo Moniz (l.) mit Ilie Sanchez.

München - Die Löwen bangen vor ihrem Saisonstart weiter um ihren Strategen – ohne ihn müsste Ricardo Moniz die Statik des Teams ändern.

Und noch eine Freistoßvariante. Und noch ein Eckball. „Eine Minute noch“, rief Ricardo Moniz immer wieder – und muss vor lauter Eifer die Uhr aus dem Blick verloren haben. Satte 90 Minuten dauerte das Abschlusstraining vor dem Saisonstart in Kaiserslautern – Rekord vermutlich. Und ein Novum war es auch, dass Julian Weigl und Co. noch immer munter aufs Tor ballerten – als längst die Zeit für die wöchentliche Pressekonferenz angebrochen war.

„Sorry für die Verspätung“, sagte Moniz, als er gegen 12.50 Uhr den Medienraum betrat. Ungeduscht und im Trainingsanzug, aber relativ frohgemut – gemessen an den Tagen voller Verdruss (immer noch kein Torjäger) und Zweifel (unfitte Neuzugänge, „Sommerabendfußball“ in Schwabmünchen), die sich zuletzt gehäuft hatten.

„Wir sind bereit und voller Selbstvertrauen. Die Mannschaft ist heiß darauf, dass es endlich losgeht“, sagte der Trainer und berichtete von einer lebhaften Einheit, in der sich Spieler wie Julian Weigl, 18, als Wortführer hervorgetan hätten – eine Vakanz, die Moniz zuletzt beklagt hatte. „Es ist schön, wenn man sich als Trainer zurücklehnen kann und das Coaching untereinander stattfindet“, sagte er. „Die Kommunikation hat sich gut entwickelt.“

Dass unter dem anspruchsvollen Moniz alles im Fluss ist, war zuvor auch auf dem Platz zu sehen. Flügelstürmer Tomasov verteidigte links, Kagelmacher rechts, als Zehner versuchte sich Leonardo – lauter Varianten, die Optionen sind. Vielleicht nicht für heute, aber für die Zukunft. Gefragt, welche Elf auf dem Betzenberg auflaufen werde, hielt sich Moniz bedeckt.

Vieles wird davon abhängen, ob Ilie Sanchez rechtzeitig fit wird. Auch gestern konnte der Spanier nur eingeschränkt trainieren. „Ich weiß noch nicht, ob’s reicht“, sagte er, angesprochen auf seine lädierte Adduktoren: „Das werden wir am Montag sehen.“

Geht Moniz das Wagnis mit dem Sorgenkind ein, wonach es nicht klingt („Am Ende ist er sechs Wochen weg“), würde das Dreiermittelfeld in bewährter Besetzung auflaufen, also mit Sanchez als Sechser hinter Weigl und dem genesenen Bedia. „Wenn nicht, dann kippt das Dreieck“, sagte der Coach, was bedeutet: Dann geht der Trend zu zwei Sechsern und nur einem offensiven Zehner. Vermutlich hat diese Entscheidung dann auch Einfluss darauf, ob Moniz die Außenverteidigung eher konservativ baut (Wittek/Kagelmacher) – oder mutig mit Umschüler Tomasov und dem zuletzt aufblühenden Steinhöfer.

Uli Kellner

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