Löwen illusionsfrei wie nie vor Liga-Start

Nach der Degradierung: Klagt Poschner gegen 1860?

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Will aktuell nicht reden: 1860-Sportdirektor Gerhard Poschner.

München - Eine Woche vor dem Liga-Start ist bei den Löwen noch viel Sand im Getriebe. Gerhard Poschner will nichts sagen, soll aber eine Klage gegen 1860 vorbereiten.

Den trainingsfreien Montag verbrachte Torsten Fröhling mit seiner Familie beim Wasserski-Fahren in Kiefersfelden. Noch mal Spaß haben, die mentalen Kraftdepots auffüllen – so hieß die Devise beim 1860-Coach, bevor es heute um zehn Uhr auf die Zielgerade der Saisonvorbereitung geht.

Sechs Trainingseinheiten bleiben Fröhlings Löwen noch, um sich für den Auftakt in Heidenheim (Sonntag, 15.30 Uhr) zu wappnen. Und im Gegensatz zum vergangenen Jahr, als sich die Verantwortlichen und weite Teile des Umfelds schulterklopfend hatten blenden lassen vom 2:0-Generalproben-Sieg gegen Stoke City, ist die Stimmung dieses Mal mit „skeptisch“ noch milde betitelt. Beim schmeichelhaften 1:2 im Abschlusstest gegen Swansea City wurden die Schwächen der Löwen gnadenlos offengelegt: große Verunsicherung auf beiden Außenverteidiger-Positionen, technische Mängel und erschütternde Ideenarmut im Spiel nach vorne, dazu weiterhin mäßige Standards. Eine schlimm anzusehende Mischung, die selbst den notorischen Optimisten Noor Basha in den Stirnrunzel-Modus schalten ließ. „Wir brauchen noch drei Transfers“, sagte der neue Co-Geschäftsführer dem Münchner Merkur – und bat gleichzeitig um Geduld mit Sportdirektor Gerhard Poschner. Die Entscheidung der Gesellschafter, Poschner als Geschäftsführer abzuberufen, sei „ein Schock für jeden“ gewesen, so Basha. ­Poschner brauche „noch etwas Zeit, um diese Situation zu akzeptieren“. „Wenn du gute Spieler haben willst, brauchst du Ruhe im Verein, Perspektive. Aber bei uns waren die letzten Wochen extrem chaotisch.“

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Alibigerede? Oder vielmehr die nüchterne Beschreibung des Status quo bei einem nicht verstärkten Fast-Absteiger. Poschner, der Gerüchten zufolge eine Klage gegen 1860 vorbereitet, ließ auf tz-Nachfrage am Montag Nachmittag wissen, er „habe momentan nichts zu sagen“. Fakt ist, dass 1860 seit dem Abstieg 2004 noch nie so illusionsfrei in eine Zweitliga-Saison gegangen ist wie heuer. „Es erwartet niemand etwas von dieser Mannschaft“, sagt Meisterlöwe Fredi Heiß. Seine Hoffnung: „Vielleicht ist der Druck dadurch geringer, und die Spieler tun sich etwas leichter.“ Doch auch Heiß ist vor allem Realist: „Stand jetzt muss man jeden verstehen, der skeptisch ist. Es wäre ein Wunder, wenn sich die Mannschaft ohne Verstärkungen spielerisch verbessern würde.“

Die Kreativitäts-Hoffnungen ruhen derzeit vor allem auf Korbinian Vollmann (21) und Richard Neudecker (18). Im Sturm, wo zuletzt weder Rubin Okotie noch Stephan Hain überzeugen konnten, wird nach tz-Informationen der Name Peniel Mlapa weiter heiß gehandelt.

lk

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