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Das sagt der FDS-Vorsitzende zu Ismaiks Vorwürfen

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Hasan Ismaik hat zum Rundumschlag ausgeholt - und dabei auch gegen den Vorsitzenden der „Freunde des Sechz’ger Stadions“ gewettert. Der äußerte sich nun gegenüber unserer Zeitung.

München - Kein Stadionbesuch mehr, kein Facebook-Post – ruhig war es zuletzt um 1860-Finanzier Hasan Ismaik geworden. So ruhig, dass sich eine große Sonntagszeitung zu der Schlagzeile veranlasst sah: „Plant Milliardär Ismaik etwa seinen Ausstieg bei 1860 München?“

Und vorbei war’s mit der Ruhe.

In der Nacht zum Montag beendete Ismaik sein öffentliches Schweigen. „Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, dass ich mich erst wieder melde, wenn diese zweifelsohne enttäuschende Saison für den TSV 1860 abgepfiffen ist – aus Rücksicht vor Verein, Fans, Mannschaft und Trainerstab“, ließ er die Welt via Facebook wissen. „Nach den jüngsten Gerüchten sehe ich mich aber leider wieder einmal gezwungen, etwas klarstellen zu müssen: Es ist völlig an den Haaren herbeigezogen, dass ich im Abstiegsfall den TSV 1860 möglicherweise verlassen werde. Immer wieder wird versucht, mich zu diskreditieren. Ich stehe zu meinem Wort, weil ich mich in die Löwen verliebt habe und die Fans sehr, sehr schätze. Meine Einstellung bezüglich 1860 wird sich nicht ändern.“

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Auch die Vorgehensweise nicht. Einmal mehr seien laut Ismaik „grundlegende Änderungen auf allen Ebenen notwendig“, um ein „solides Fundament für einen Neuanfang und eine erfolgreiche Zukunft zu erschaffen. (…) Wir haben seit Sommer 2016 viele Millionen in die Mannschaft gesteckt und neben Stuttgart sowie Hannover den teuersten Kader. Und was kam dabei heraus? Die Relegation!“ Korrekt zusammengefasst: „Alles, was ich in den vergangenen Jahren unternommen habe, um den Verein voranzutreiben, ist auf allen Ebenen gescheitert.“ Welche Personen Ismaik dieses Mal austauschen wird? Darüber darf seit gestern spekuliert werden. Trainer Vitor Pereira, Stürmer Lucas Ribamar und Mittelfeldspieler Frank Boya werden nicht die besten Karten haben, schließlich kamen alle drei auf Vermittlung von Kia Joorabchian zu 1860, dem Londoner Berater, dem Ismaik im Sommer blind vertraute. Auch im Wortsinn, wie er nun einräumt: „Was ich mir vorwerfen muss, ist, dass ich sogenannten Fachleuten vertraut habe, ohne zu hinterfragen, was mit meinem Geld eigentlich passiert. Hier war ich blauäugig. Diesen Fehler muss ich mir eingestehen.“

Ismaik: „Für mich bedeutet die Haltung eine Zustimmung der Verwaltungsräte“

Für den Rest seien andere verantwortlich. Der e.V.-Verwaltungsrat zum Beispiel. Dass dessen Vorsitzender Dr. Markus Drees den Text des Ultra-Songs „Scheiß auf den Scheich…“ nicht von der Facebook-Seite der „Freunde des Sechz’ger Stadions“ (FDS) entfernen ließ, wertet Ismaik als Affront. „Ich hatte eigentlich erwartet, dass sich der Verwaltungsrat klar und öffentlich davon distanziert, aber das Gegenteil war leider der Fall. Für mich bedeutet diese Haltung eine Zustimmung der Verwaltungsräte.“

Drees, Vorsitzender der FDS, stellte gegenüber der tz am Montag klar, dass im fraglichen Facebook-Eintrag lediglich von „Dokumentationszwecken“ gesprochen werde. Weder liege die Urheberschaft bei den Freunden des Sechz’ger Stadions, noch sei eine Wertung vorgenommen worden. Ob sich Ismaik damit zufrieden geben wird? Auf den von der DFL bis 31. Mai geforderten Liquiditätsnachweis über rund 20 Millionen Euro warteten die Verantwortlichen bei 1860 jedenfalls auch am Montag noch.

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