Sohn starb durch Schädel-Hirn-Trauma

Peter Grosser: "Die Erinnerung war sofort da"

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Peter Grosser, ehemaliger Kapitän der Meistermannschaft des TSV 1860.

München - Der Ski-Unfall von Michael Schumacher trifft Löwen-Legende Peter Grosser schwer: Er verlor 1979 seinen Sohn bei einem Autounfall, bei dem sich Peter jr. ähnliche Verletzungen wie jetzt Schumi zuzog.

Das Drama um Michael Schumacher rief gerade bei Peter Grosser schlimme Erinnerungen wach. Der Kapitän der Meistermannschaft des TSV 1860 verlor 1979 seinen Sohn Peter jr., durch einen Autounfall, bei dem dieser sich ähnlich schwere Verletzungen wie jetzt Schumacher zugezogen hat. Grosser: „Ich habe am Montag die Pressekonferenz der Ärzte von der Klinik in Grenoble live im Fernsehen verfolgt, und sofort kamen die Erinnerungen an das Unglück von Peter wieder hoch.“

Und an die Ohnmacht von damals, als klar wurde, dass dem damals 19-Jährigen mit seinem Schädel-Hirn-Trauma nicht zu helfen sein würde. „Seinerzeit war die Medizin noch nicht so weit, wie sie jetzt ist“, sagt der 75-Jährige. „Heute wird, wie bei Michael Schumacher, der Schädel angebohrt, um den Druck zu nehmen, oder man kann sogar den Schädel aufmachen. 1979 war daran nicht zu denken, die Medizin ist da unwahrscheinlich weit fortgeschritten. Bei meinem Sohn hat man damals im Klinikum Großhadern lediglich mit Medikamenten versuchen können, die Schwellung zu behandeln.“ Was letztendlich vergeblich war.

"Es ist einfach ein Wahnsinn, was mit dem Michael passiert ist"

Peter Grosser jr. war damals Beifahrer im Auto eines Freundes, das sich überschlug. Grosser: „Insgesamt waren vier Leute drin, dreien ist so gut wie nichts passiert. Aber da das Auto beim Überschlag mit der rechten Seite, auf der mein Sohn saß, gegen eine Hauswand geprallt war, hat es ihn so schlimm erwischt.“

Grosser weiter: „Peter hatte keine äußeren Verletzungen, aber durch den Aufprall war sein Schädel so schwer beschädigt, dass durch die Schwellung die Blutzufuhr zum Hirn unterbunden war. Er hat zwar nach dem Unfall noch drei Tage gelebt, aber im Grunde war Peter schon hirntot. Man hätte ihn noch künstlich am Leben erhalten können, aber was hätte das für einen Sinn gemacht?“

Jetzt hofft Grosser, dass Michael Schumacher mehr Glück hat als ein Sohn. „Es ist einfach ein Wahnsinn, was mit dem Michael passiert ist“, sagt der ehemalige Löwen-Spieler, der vor knapp sechs Jahren auch seinen zweiten Sohn Thomas (Herzinfarkt mit 42) verloren hat.

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tz

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