Keine Ruhe auf der Führungsebene

Nächstes Mitglied des 1860-Verwaltungsrats tritt zurück

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Der alte Verwaltungsrat mit Richard Ostermeier (2.v.r.)

Sportlich passt es derzeit bei den Löwen, doch die Führungsebene kommt nicht zur Ruhe. Der Verwaltungsrat ist um ein weiteres Mitglied ärmer.

München - Der Verwaltungsrat beim TSV 1860 München schrumpft weiter: Nachdem im Dezember Athanasios Stimoniaris zurückgetreten war, folgte nun Richard Ostermeier. Das gab der Verein am Montag in einer Pressemitteilung bekannt. Der Aufsichtsrat besteht nun noch aus sieben statt ehemals neun Mitgliedern.

Ostermeier erklärte, er wolle sich wieder mehr der Familie und seiner Fitness widmen, und bliebe dem Verein als Fan verbunden. Ostermeier gesteht in seiner Rücktrittserklärung „so manche Fehleinschätzung ein“. Gleichzeitig forderte er die Stadt München auf, in Zukunft den bundesligatauglichen Ausbau des Grünwalder Stadions zu ermöglichen.

Die Pressemitteilung im Wortlaut

RÜCKTRITT DES VERWALTUNGSRATSMITGLIEDES RICHARD OSTERMEIER.

Richard Ostermeier, gewähltes Verwaltungsratsmitglied seit 2013 und wiedergewählt 2015, tritt aus dem Verwaltungsrat des TSV München von 1860 e.V. mit sofortiger Wirkung zurück. Nach eigenen Angaben handelt es sich um rein private Gründe, die nach reiflicher Überlegung zu diesem Schritt geführt haben. Wir bedauern das Ausscheiden von Richard Ostermeier sehr und bedanken uns herzlich für sein ehrenamtliches Engagement für unseren Verein, das schon lange vor seinem Verwaltungs-ratsmandat begann.

Als Fancluborganisator war er bereits zu Bayernligazeiten dem Wohl von 1860 und der Fanszene verbunden. Auch wenn er in Sachen Stadion und Vereinsentwicklung eine klare und gegebenenfalls streitbare Linie verfolgte, die aber immer von Eigenständigkeit und Vereinstreue geprägt war und ist, so war es ihm auch ein Anliegen, dass die Fanszene sich nicht weiter spalten sollte. Richard Ostermeier hat es sich nicht nehmen lassen, ein Rücktrittsschreiben für alle Vereinsmitglieder zu verfassen. Sie finden es als Anhang zu dieser Pressemitteilung – es ist auch zur Veröffentlichung freigegeben. Auch nach dem zweiten Rücktritt in unserem Verwaltungsrat seit der letzten Mitgliederversammlung gibt es keinen Nachrücker oder Neuwahlen. 

Konform zur Satzung des TSV 1860 e.V. besteht der Verwaltungsrat bis zur nächsten Mitgliederversammlung somit aus sieben Mitgliedern und hat damit weiterhin eine über der Mindestmitgliederzahl von fünf liegende Größe. In der nächsten ordentlichen Mitgliederversammlung Mitte 2018 wird bekanntlich der komplette Verwaltungsrat turnusgemäß neu gewählt.

Dr. Markus Drees Vorsitzender des Verwaltungsrats des TSV München von 1860 e.V

Ostermeiers Erklärung:

Liebe Vereinsmitglieder, sehr geehrtes Präsidium und Kollegen im Verwaltungsrat unseres geliebten TSV München von 1860 e.V., nach sehr reiflicher Überlegung erkläre ich hiermit meinen sofortigen Rücktritt aus dem Kontrollgremium unseres Vereins. In der neu gewonnenen Freizeit möchte ich mich wieder deutlich mehr um meine Familie und Fitness kümmern, sowie als Fan künftige Spiele einfach nur genießen. Ausdrücklich bedanken möchte ich mich für jede erfahrene Unterstützung in 35 Jahren Löwenleben bei meinen Wegbegleitern: Christian Schmidbauer und den engagierten Fanclubs in unserer wunderbaren Region im südöstlichen Oberbayern/Chiemgau einschließlich sämtlicher Innstadt- Löwen aus dem Raum Wasserburg a. Inn mit den Familien Petri und Zeislmeier, bei „Mister Sechzgerhoibe“ Flo Hibler, Klaus Kämpf, Dr. Kai Hillmer, Evert Koenes, Hans Hackermeier. Danken möchte ich auch allen haupt- wie ehrenamtlichen Mitarbeitern und Helfern unseres Traditionsvereins. Hier insbesondere Herrn Präsident Robert Reisinger, Schatzmeister Heinz Schmidt und Vizepräsident Hans Sitzberger, der engagieren Fußballabteilungs- und Jugendleitung und nicht zuletzt den Vorsitzenden im Verwaltungsrat.

Gerade in den letzten schwierigen Monaten verkörperten Sie das, was Sechzig für mich immer ausgemacht hat: bewundernswerte Kameradschaft unter Löwen, wo gemeinsam für eine bessere Löwenzukunft gearbeitet und gekämpft wird. Dies war auch immer mein Ansporn. Mein besonderer Dank gilt meiner verständnisvollen Frau und unseren drei Kindern, die oft durch meinen Einsatz und das Ehrenamt zurückstecken mussten. Selbstkritisch gestehe auch ich so manche Fehleinschätzung ein. Doch der Zulauf von annähernd 4000 neuen Vereinsmitgliedern seit der notwendigen und unausweichlichen Rückkehr an die Traditionsspielstätte am Giesinger Berg zeigen mir deutlich, dass dieser neue Weg der Klubführung zu mehr Bodenständig und wirtschaftlicher Vernunft der einzig richtige war und bleiben sollte.

Die zuletzt vorangetriebene, modernere Aufstellung und Organisation im Breitensport war ein weiterer bedeutsamer Schritt für unseren Verein. Hier gilt mein besonderer Dank dem Wegbereiter Herrn Karl Rauh, dessen besonderer Einsatz die Ehrenmitgliedschaft auf Lebenszeit verdient. Mein abschließender Wunsch richtet sich an alle treuen Vereinsmitglieder, Fans, Funktionäre wie Partner und Sponsoren: Helft bitte weiter mit, unseren Traditionsverein zukunftsfähig in das nächste Jahrzehnt zu begleiten. Bei all den unterschiedlichen Meinungen und Strömungen sollte immer Vernunft und gegenseitiger Respekt unter Löwen gewahrt bleiben. Gerade unser besondere Löwenzusammenhalt macht den Unterschied und sollte für nichts und niemanden geopfert werden! Den Gesellschaftern der KGaA wünsche ich eine möglichst einvernehmliche Zukunftslösung. Meine Erfahrung ist, dass trotz gegenseitigen Bemühen diese Partnerschaft nie zusammengepasst hat und auch kaum mehr zusammenfinden wird. 

Die Stadt München bitte ich , auch unserem viel beachteten Verein weiter wohlwollend Unterstützung zu geben und dazu gehört für mich der weitere bundesligataugliche Ausbau des Stadions an der Grünwalder Straße. Step by step für eine echte Zukunftsfähigkeit in jeder Liga. Es bedarf mutiger Ideen und einen festen Willen um gemeinsam über neue kreative, bauliche Maßnahmen nachdenken, um dann vielleicht allen DFL-Anforderungen gerecht werden zu können und auch um ein notwendiges Kapazitätsziel von 25 000 - 31 860 zu erreichen. Für ein innerstädtisches, ökologisches modernes Vorzeigestadion-Bauprojekt im Herzen der Sportstadt München sollten Präsidium und Partner alle Löwenkräfte bündeln und vereinen. Für alle anstehenden Aufgaben und Entscheidungen drücke ich beide Daumen und wünsche alles Löwenglück, Gesundheit und den Wiederaufstieg. Der Verein gehört seinen Mitgliedern, die sich mit ihm identifizieren und ihn leben.

E L I L T reue S timmung V ereinsliebe für unser 1 8 6 0 M Ü N C H E N Euer „ Innstadt-Löwe“ Ritsch Ostermeier

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