Pacult vergleicht ihn mit Peter Nowak

Hier kommt Neu-Löwe Liendl zum Medizin-Check

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Begleitet von 1860-Teammanager Florian Waitz (l.) ging es für den Neu-Löwen Michael Liendl am Dienstagabend zum Medizincheck.

München - Michael Liendl spielt ab sofort für den TSV 1860. Dessen Landsmänner und Ex-Löwen Markus Weissenberger und Peter Pacult begrüßen die Verpflichtung.

Am Dienstag war es perfekt: Michael Liendl wird ein Löwe. Der Mittelfeldspieler von Fortuna Düsseldorf traf am Dienstag am späten Nachmittag in München ein, absolvierte den Medizincheck und wird voraussichtlich am Mittwoch Nachmittag das erste Mal an der Grünwalder Straße mittrainieren. In den letzten Tagen gestaltete sich der beabsichtigte Transfer ja zu einer Hängepartie, da die Löwen auch mit einer Verpflichtung von Kevin Stöger (VfB Stuttgart) liebäugelten. Stöger, ebenso Österreicher wie Liendl, entschied sich aber gestern für den SC Paderborn. Die Ablöse: eine Million. Liendl ist deutlich billiger: Zwischen 300.000 und 400.000 Euro dürfte die Summe liegen, die der TSV 1860 für den 29-Jährigen an Fortuna Düsseldorf überweist.

Nach der Verletzung von Stephan Hain, der wegen einer Stauchung im Kniegelenk mehrere Wochen ausfällt, tut es den Löwen natürlich besonders gut, dass mit Liendl ein neuer Offensivspieler zur Verfügung steht. Für die Fortuna hat Liendl in 52 Spielen elf Tore erzielt. Acht davon in der vergangenen Saison. Und auch als Vorbereiter hat der Ösi seine Qualitäten unter Beweis gestellt.

Liendl ist in Kürze zweifacher Familienvater, seine Frau Ines, mit der er schon den zweijährigen Sohn Leo hat, erwartet demnächst erneut Nachwuchs. Ein Münchner Liendl sozusagen.

Von der ­Fortuna zu den Löwen: Der ­Österreicher ­Michael Liendl soll das Spiel des TSV 1860 künftig gestalten.

Ex-LöweMarkus Weissenberger, der mittlerweile als Spielerberater arbeitet, ist davon überzeugt, dass die Löwen mit Liendl, der als Profi auch für Kapfenberg, Austria Wien und Wolfsberg gespielt hat und einmal in die Nationalmannschaft berufen wurde, einen wertvollen Mann verpflichtet haben. „Michael hat einen super linken Fuß“, sagt Weissenberger, „und schlägt sehr starke Standards. Er ist schon eine Art Zehner, ein Taktgeber und in gewisser Hinsicht auch ein Freigeist. Damals, als er zum Bundesligaaufsteiger Wolfsberg gewechselt ist, hat sich dort das ganze Spiel um ihn gedreht.“

Warum es in Düsseldorf zuletzt für Liendl nicht mehr so geklappt hat, kann sich Weissenberger nur damit erklären, „dass möglicherweise der Trainerwechsel dran schuld ist, und er sich nicht mehr so wohl gefühlt hat in Düsseldorf.“

In dieser Hinsicht sieht Weissenberger jetzt keine Gefahr. „Uns Österreichern hat München immer getaugt“, sagt er, „egal ob ich das war, Harald Cerny, Martin Stranzl, Christian Prosenik oder Peter Pacult. Die Nähe zu unserem Land hat da sicher eine Rolle gespielt, und auch die Tatsache, dass 1860 einfach ein sympatischer Verein ist.“

Der angesprochene Pacult sieht’s ähnlich wie Weissenberger: „Mit Liendl hat 1860 einen richtigen Griff gemacht. Er kann ein Spiel gut lesen, und ist ein starker Fußballer, der die Nebenleute gut freispielen kann. Ich vergleiche Liendl durchaus mit einem Peter Nowak. Nur ist er leider nicht ganz so dynamisch.“

Claudius Mayer

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