Aggressivität, Aufmunterungen, Scherze

Neue Körpersprache: So machen die Löwen wieder Spaß

Kirchbichl - Die Vorbereitung des TSV 1860 auf die neue Saison ist in vollem Gange. Und es fällt auf: Die Löwen treten deutlich geschlossener auf. Das macht Hoffnung!

Fünf Testspiele, fünf Siege, 13:3 Tore - die Testspiel-Bilanz der Löwen liest sich durchaus gut. Vor allem, da unter den fünf Gegnern der Schweizer Meister und mehrmalige Champions-League-Teilnehmer FC Basel und der russische Erstligist FK Ufa stand. Diese beiden Teams besiegte der TSV 1860 jeweils nach einem frühen Rückstand mit 2:1. Doch wie sind die Ergebnisse zu bewerten?

Vor allem nach der Partie gegen den FK Ufa lässt sich festhalten, dass die Löwen ein ganz anderes Auftreten auf dem Rasen an den Tag legen, als das in der vergangenen Saison des Öfteren der Fall war. "Gut so, weiter so", schrie Trainer Torsten Fröhling regelmäßig seinen Männern zu. Er habe "den Eindruck, dass den Spielern das Trainingslager gut tut." Das können die Beobachter nur bestätigen. Aggressive Zweikämpfe, technisch ansprechende Aktionen am Ball, der Kopf stets oben und aufmunternde Worte an die Mitspieler - all das vermisste manch ein Fan 2014/2015. "Die Art, wie die Jungs es angegangen sind, damit war ich zufrieden", so Fröhling weiter.

Zeit für den zwölften Mann: Bilder vom Fanfest der Löwen

Einzig die beiden frühen Gegentore gegen Basel und Ufa dürften dem Chefcoach missfallen. Beide Male lagen die Löwen nach wenigen Minuten bereits zurück, da die Akteure im Kopf wohl noch nicht ganz in der jeweiligen Partie angekommen waren. Dennoch, die Moral und das Auftreten nach den Rückständen stimmt zuversichtlich. Auch wenn Fröhling mit Sicherheit gerne den ein oder anderen Treffer mehr gesehen hätte.

Bilder: Kämpferische Löwen schlagen FK Ufa

Dominik Stahl (l.) ist nach seiner Verletzung zurück, Rubin Okotie spielt merklich befreiter auf.

Auffällig: Auch der zweite Anzug scheint zu sitzen. Gegen Ufa wechselte Fröhling zur Pause die gesamte Mannschaft aus (außer Keeper Vitus Eicher). Nach einigen Minuten fanden aber auch die jungen Wilden um Emmanuel Taffertshofer, Richard Neudecker, Vladimir Kovac, und Co. zu ihrem Spiel. Ein Leistungsabfall war da kaum bemerkbar. Die Fans dürfte es freuen, dass wieder junge Nachwuchslöwen den Sprung nach oben schaffen werden. Der einzige Neuzugang der Sechziger ist Milos Degenek, den vorher kaum jemand kannte. Doch gegen Ufa räumte der 21-Jährige in der Defensive alles ab, was auf ihn zukam. Gute Übersicht, Ruhe am Ball, gutes Stellungsspiel.

Das Löwen-Team wirkt gefestigter, enger zusammengerückt. Es scheint fast, als hätte die nervenaufreibende Relegation einen durchaus positiven Effekt auf 1860. Rubin Okotie blüht wieder auf, Daniel Adlung ist der unumstrittene Anführer. Und das Verhältnis der Spieler scheint auch positiver geworden zu sein. Während und auch nach dem Spiel flachsten zahlreiche Löwen-Spieler mit Matchwinner Fejsal Mulic, der noch zwei weitere Chancen hatte zu treffen.

Bilder: Löwen besiegen FC Basel im Test

Aber man sollte nun nicht den Fehler machen und die Löwen vorschnell in den Himmel loben. Eine gute Vorbereitung ist ein erster Schritt, mehr aber nicht. Nach der Katastrophensaison im Vorjahr tut das Umfeld der Löwen gut daran, erst einmal kleinere Brötchen zu backen und Schritt für Schritt weiterzuarbeiten. Sieht auch Torsten Fröhling so. Die defensivere Haltung kann 1860 nur gut tun.

Aber dennoch, die Auftritte machen Hoffnung auf eine bessere Spielzeit - und das alleine sollte Balsam auf die Seelen der Anhänger sein.

Florian Weiß

Rubriklistenbild: © Christina Pahnke / sampics

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