Neu-Löwe wollte das legendäre Trikot

Mit der 10: Liendl will in große Fußstapfen treten

München - Vor ihm trugen Löwen-Legenden wie Thomas Häßler oder Peter Nowak dieses Trikot. Jetzt läuft Michael Liendl mit der Nummer "10" auf. "Es war mein Wunsch", sagt er.

Dass ihn Ex-Löwe Peter Pacult in der tz mit Peter Nowak verglichen hat, einem der besten Spieler, der je beim TSV 1860 unter Vertrag stand, schmeichelte Neuzugang Michael Liendl natürlich sehr. „Ich hab’s gelesen“, sagte der Neuzugang am Mittwoch, „Peter Nowak ist mir schon ein Begriff, obwohl ich damals noch ein Bub war, als er bei 1860 war, und ich mich jetzt nicht wirklich dran erinnern kann, wie er gespielt hat.“ Ganz einfach: So, wie auch Liendl künftig bei den Löwen spielen soll…

Am Donnerstag Nachmittag trainierte der 29-jährige Österreicher das erste Mal an der Grünwalder Straße mit, vorher sprach Liendl darüber, was ihn dazu bewogen hat, das rote Trikot von Fortuna Düsseldorf gegen das blaue der Münchner Löwen einzutauschen: „Sechzig ist einfach ein cooler Verein, da geht man gerne hin.“

Michael Liendl (r.) schlüpfte am Donnerstag erstmals in seinen neue Arbeitskleidung .

Na ja. Es hat schon, so verriet Sportchef Necat ­Aygün, „auch Überzeugungskraft gebraucht, um Michael zu einem Wechsel zu bewegen. Schließlich war er in Düsseldorf Stammspieler, da ist es nicht so einfach, jemanden loszueisen.“ Was das Sportliche betrifft, hat sich Liendl allerdings gleich um hundert Prozent verbessert: Die Fortuna hat einen Punkt auf dem Konto, der TSV 1860 zwei. Eine Rechnung, die Liendl mit einem Schmunzeln zur Kenntnis nimmt.

In den vergangenen Wochen, als ein Wechsel nach München immer wahrscheinlicher wurde, hat sich der gebürtige Steirer bereits intensiv mit seinem neuen Klub auseinandergesetzt. „Ich habe mir natürlich die Spiele der Löwen angesehen“, sagt Liendl, „und einen guten Eindruck gewonnen. Auch wenn die Punkteausbeute natürlich zu gering ist. Aber man sieht, dass die Mannschaft Fußball spielen will. Deshalb glaube ich, dass ich schon in dieses Team hineinpasse. Bekanntlich bin ich ja kein Spieler, der ständig in der Luft nach den Bällen springt…“

Apropos: Seine Frau Ines, so erzählt Liendl, sei „nicht gerade in die Luft gesprungen, als ich sie von dem beabsichtigten Wechsel unterrichtet habe. Meine Frau erwartet in etwa zwei Wochen unser zweites Kind, und da ist es natürlich nicht einfach, nebenbei noch einen Umzug zu organisieren.“ Aber für das jetzige Ziel lohne es sich allemal, sagt ­Liendl: „Es gibt sicherlich schlechtere Orte zum leben als München…“

Von 1999 bis 2003 trug Thomas Häßler die Löwen-10.

Liendl wird die Rückennummer 10 tragen, so wie die Löwenlegenden Nowak und Icke Häßler. „Es war mein Wunsch“, sagt er, „aber wenn es nicht geklappt hätte, wäre die Welt für mich auch nicht zusammengebrochen.“ Viel wichtiger ist, dass er die in ihn gesetzten Erwartungen als offensiver Mittelfeldspieler und Einfädler erfüllt. Ein Druck, der ihn nicht belaste. „Mir ist es sowieso lieber, wenn ich unter Druck stehe, und ich kann gut damit umgehen.“ Da er ja auch besonders wegen seiner gut geschlagenen Standards gerühmt wird, drängt sich die Frage auf, wie viele Tore er bei der Fortuna aus Freistößen erzielt hat. „Keines“, lacht er, „aber bei einigen war es ganz knapp…“

Auch Peter Nowak lief für die Löwen mit der 10 auf, ­Liendl schießt ähnlich gute Freistöße.

Der Mann, der bisher ein Länderspiel bestreiten durfte, hat in Sachen Nationalmannschaft durchaus noch ein hohes Ziel: Die EM im kommenden Jahr in Frankreich, für die sich die Österrreicher schon so gut wie qualifiziert haben. „Die ist für mich nach wie vor ein Thema“, sagt Liendl, „ich habe ansonsten noch nichts eingeplant für den kommenden Sommer…“ Und nach München ist es für Teamchef Marcel Koller von Wien ja auch nicht mehr so weit wie nach Düsseldorf.

Claudius Mayer

Bitte lächeln! 1860-Fotoshooting mit Neuzugang Liendl

Bitte lächeln! 1860-Fotoshooting mit Neuzugang Liendl

Rubriklistenbild: © sampics / Stefan Matzke

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