Neue Löwen im tz-Check

Wird ein Neuzugang neuer 1860-Kapitän?

+
Blickt siegessicher in die Löwenzukunft: Das 18-jährige Mittelfeldtalent Julian Weigl.

München - Was ist von vom neuen TSV 1860 zu halten nach den ersten Eindrücken, die natürlich noch kein endgültiges Bild zulassen? Die tz macht eine Bestandsaufnahme beim den Löwen.

Fast zwei Wochen Vorbereitungszeit sind vorüber, ein erstes Testspiel (2:1 gegen Lok Moskau) wurde während des fünftägigen Trainingslagers im österreichischen Waidring erfolgreich über die Bühne gebracht, und die Schnupperphase mit dem frisch engagierten Trainer Ricardo Moniz dürfte sich ihrem Ende entgegen neigen. Was ist von den neuen Löwen zu halten nach den ersten Eindrücken, die natürlich noch kein endgültiges Bild zulassen? Die tz macht eine Bestandsaufnahme.

Der Trainer: Wie von Sportchef Gerhard Poschner angekündigt, erweist sich Ricardo Moniz tatsächlich als ein Mann voller Leidenschaft, Temperament und durchaus mitreißender Begeisterung. Der letzte Trainer, der beim TSV 1860 ähnlich unter Strom stand, hieß Werner Lorant. Ganz so derb wie der Erfolgscoach der Neunzigerjahre gibt ich Moniz zwar nicht, aber ein „score the fucking Tor“ rutscht ihm im Training schon auch durch die Lippen, wenn einem Spieler – in diesem Fall Weigl – mal etwas nicht so gelingt, wie es sich der Trainer vorgestellt hätte. Moniz wirkt auch nicht berechenbar, Lob und Tadel können sich bei ihm sehr rasch abwechseln. Gepflegte Langeweile, die den Spielern die ein oder andere Abschaltphase genehmigen würde, lässt er gar nicht erst aufkommen.

Das 4-3-3-System: Von Gerhard Poschner gefordert, bei Ricardo Moniz, der als Holländer damit aufgewachsen ist, im Lehrplan an allererster Stelle. Noch ist er alles andere als zufrieden mit der Umsetzung, was er nach dem Sieg gegen Moskau auch klipp und klar deutlich machte. „Beim 4-3-3 müssen sich die offensiven Außenspieler im Eins-gegen-Eins durchsetzen“, sagte er. „Sie müssen an ihrem Mann vorbeikommen. In dieser Hinsicht aber haben diese Spieler für die Offensive nichts getan.“ Angesprochen fühlen mussten sich vor allem Marin Tomasov und Neuzugang Daylon Claasen in der ersten Halbzeit. Nach der Pause machte es Markus Steinhöfer (Mitvorbereiter des zweiten Tors) einen Tick besser, und Nachwuchstalent Marius Wolf als gelernter Zentrumsstürmer war auf links ohnehin eine Notlösung. Erstes Fazit: Für Moniz gilt es in dieser Hinsicht noch viel zu pauken im Training und den weiteren Testspielen. Aber er schloss auch die ein oder andere Neuverpflichtung für die Außenpositionen nicht aus.

Der neue Löwen-Look: Klassisches Design in Weiss-Blau

Der neue Löwen-Look: Klassisches Design in Weiss-Blau

Die Neuen: Die beiden Spanier Ilie Sanchez und Edu Bedia müssen im Mittelfeld von der Dynamik her noch zulegen, Daylon Claasen wurde bereits angesprochen, bei Rubin Okotie erwartet Moniz selbst noch einiges an Arbeit, Torhüter Stefan Ortega will Gabor Király mit viel Ehrgeiz auf die Pelle rücken, und Gary Kagelmacher steht in Lustenau vor seinem Debüt.

Die Streichliste: Guillermo Vallori, dem vor dem Urlaub nahegelegt wurde, sich einen neuen Verein zu suchen, scheint wieder bessere Karten zu haben. Im Trainingslager war zu erkennen, das Moniz an dem spanischen Abwehrspieler Gefallen findet. Er adelte ihn sogar als „Maradona“. Andere Wackelkandidaten können sich dem Trainer noch empfehlen.

Die Kapitänsfrage: Moniz will sie nach dem Trainingslager in Bad Häring (14. bis 21. Juli) geklärt haben. „Aber acht Kapitäne, wie ich sie einst in Salzburg hatte, wird es hier nicht geben“, sagte er. Als Favorit gilt Neuzugang Kagelmacher.

tz

Mehr zum Thema:

auch interessant

Meistgelesen

1860-Ticker: Ismaik ist da! Norweger im Anflug?
1860-Ticker: Ismaik ist da! Norweger im Anflug?
Rekord-Löwe Ribamar feiert Debüt - „Er hat’s gut gemacht“
Rekord-Löwe Ribamar feiert Debüt - „Er hat’s gut gemacht“
Vitor Pereira: Seine wichtigsten Aussagen 
Vitor Pereira: Seine wichtigsten Aussagen 
1860 bezwingt auch Real klar - Ribamar debütiert
1860 bezwingt auch Real klar - Ribamar debütiert

Kommentare