1. tz
  2. Sport
  3. 1860 München

Tore, Einsatz und Effektivität - so funktionieren die neuen Löwen

Erstellt:

Von: Florian Fussek

Kommentare

Für 1860 war das Spiel in Memmingen ein Vorgeschmack auf das, was die Mannschaft in dieser Saison zu erwarten hat. Doch diesen neuen Löwen ist einiges zuzutrauen.

Manch einer sagt, dass die ganze Misere der letzten Jahre mit dem 2:3 am ersten Spieltag der Saison 2014/15 in Kaiserslautern begann. Trainer Ricardo Moniz gab vor dieser Saison das Ziel Aufstieg an. Die Saison endete mit der Relegation gegen Kiel, zwei grausame Jahre später folgte der Doppel-Abstieg in der Regionalliga Bayern.

Dort legten die Löwen am Donnerstag einen furiosen Start hin. Mit einer jungen und hungrigen Mannschaft. „Wir haben den Kampf angenommen!“, sagte Daniel ­Bierofka. Für die Löwen war das Spiel in Memmingen ein Vorgeschmack auf das, was die Mannschaft in dieser Saison zu erwarten hat. Gerade Timo Gebhart bekam die zum Teil sehr ruppige Gangart der Gastgeber zu spüren. Doch nicht nur in den Zweikämpfen war die Elf aus dem Allgäu unangenehmer, als es das 4:1 vermuten lässt. Immer wieder pressten die Memminger auf die Abwehrreihe der Löwen. In der Vorbereitung hatte man ­Bierofkas Handschrift deutlich gesehen – alles spielerisch lösen.

Doch gegen die Pressing-Attacken der Memminger wählten Mauersberger, Weber & Co. oft den langen Ball in Richtung Sascha Mölders. „Wir haben gewusst wie Memmingen spielt und haben gesagt, wir überspielen den Pressingblock. Wir haben heute die richtigen Waffen gewählt und nicht das Spiel, was ich eigentlich machen will“, sagte Bierofka. Am Donnerstag zeigte sich, wie wichtig die Weiterverpflichtung von Mölders für die Mannschaft ist. Mit seiner physischen Präsenz kann er den Ball abschirmen – trotz Fitness-Rückstand. „Ich bin mit Sicherheit nicht bei 100 Prozent“, gab Mölders nach dem Spiel zu – trotzdem hielt er 90 Minuten durch. „Ich habe eben einen guten Schweinehund!“

Die Löwen feiern nach dem furiosen 4:1 Auftaktsieg.
Die Löwen feiern nach dem furiosen 4:1 Auftaktsieg. © sampics / Stefan Matzke

Der andere Teil der Siegformel: eine brutale Effektivität im Torabschluss. In den Testspielen wiederholte Bierofka gebetsmühlenartig, dass man an der Chancenverwertung arbeiten müsse. In Memmingen war plötzlich fast jeder Schuss ein Treffer. „Immer wenn man gedacht hat, jetzt kommen sie, dann haben wir zugeschlagen“, bilanzierte Bierofka.

Gleich der erste Schuss aufs Tor war drin – und wie! „Eigentlich bin ich ja fürs Verteidigen zuständig, das passiert nicht so oft. Ich habe gesehen, dass der Torwart weit vor dem Tor ist und habe es einfach probiert“, sagte Christian Köppel nach seinem 30-Meter-Kunststück. „Dass der Köppi verrückte Sachen macht, habe ich immer schon gewusst“, meinte ­Bierofka lachend. „Ich hätte den selber nicht geschafft!“

Traumtore, Einsatz und Effektivität – wo die Reise der jungen Truppe hingehen wird? „Wir werden versuchen, alle Spiele zu gewinnen. Was dann rauskommt, kann man sich ausrechnen“, sagte Sascha Mölders. So weit wollte der Cheftrainer noch nicht gehen. „Wir haben den ersten Schritt gemacht – nicht mehr und nicht weniger.“ Ein Moniz wird aus Bierofka nicht mehr.

Florian Fussek

Auch interessant

Kommentare