Als 1860-Cheftrainer bestätigt

Von Ahlen: "Müssen den Faktor Glück minimieren"

München - Es war keine Überraschung mehr, was die Löwen am Mittwoch verkündeten. „Markus von Ahlen bleibt Löwen-Cheftrainer“ hieß es in der um 11.55 Uhr verschickten Pressemitteilung.

An das Gerücht Bernd Schuster hatte spätestens seit dem Wochenende ohnehin keiner mehr geglaubt. Zu deutlich waren die Aussagen von Sportchef Gerhard Poschner, der von Ahlen verbal schon den Ehering hingehalten hatte.

Ob MvA beim finalen Gespräch mit Poschner am Dienstagabend tatsächlich die „Ja ich will“-Formel gesprochen hat, ist nicht überliefert. Aber es soll ja auch kein lebenslanger Bund werden, den von Ahlen mit den Profi-Löwen eingeht. Die Vertragslaufzeit (bis 2016) bleibe unverändert, sagte Poschner, auch an von Ahlens Grundgehalt habe sich nichts geändert. Einzig die „Funktion“ sei umgeschrieben worden: Chef statt Assistent. „Gemeinsam mit Markus werden wir unseren Weg fortsetzen und an der Umsetzung unserer Ziele arbeiten“, teilte Poschner mit. „Dabei genießt er unser absolutes Vertrauen.“

Stellt sich der Verantwortung: Markus von Ahlen.

Wie belastbar letzterer Satz ist, wird sich zeigen. Bei Ricardo Moniz währte das Vertrauen bekanntlich keine drei Monate. Poschners Kommentar dazu: „Wir wollten unseren Neuanfang im Sommer mit einem Impuls von außen unterstützen. Das hat nicht geklappt. Von Markus sind wir fachlich und menschlich total überzeugt. Wir hoffen, dass sich seine Hartnäckigkeit und Ruhe in der Leistung und den Ergebnissen der Mannschaft widerspiegeln.“ Mit einer „externen Lösung“, so Poschner, hätte man „weder der Mannschaft noch dem neuen Trainer einen Gefallen getan“. Höchstens dem Investor, aber auch der scheint einverstanden mit von Ahlen. Statthalter Noor Basha jedenfalls twitterte bereits am Dienstagnachmittag, dass sein deutsches Lieblingswort „machen“ sei, nicht „reden“. Eine Attitüde, die bei 1860 seit Jahren allenfalls als guter Vorsatz herumgeistert.

Von Ahlen gehört zweifellos zur Kategorie Arbeiter. Das Dampfplaudern überlässt er anderen, bei Pressegesprächen bemüht er Sammer-Worte wie „Nachhaltigkeit“, „Inhalte“ und „Geduld“. Ein typischer von-Ahlen-Satz klingt in etwa so: „Ich habe persönlich das Gefühl, dass die Rückendeckung da ist, um mit meiner Art des nachhaltigen Arbeitens zu erreichen, dass sich Mannschaft und Spieler in die richtige Richtung entwickeln.“ Langer Atem statt kurzfristigem Pushen – ein großes Ziel bei einem überemotionalen Klub wie 1860. Von Ahlen glaubt an seine Chance. „Wir müssen durch inhaltliche Arbeit und Kontinuität den Faktor Glück minimieren.“

Erfolg soll kein Zufall sein bei 1860. Willkommen bleibt er trotzdem jederzeit.

lk

Rubriklistenbild: © dpa

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