Treffen bestätigt

Neururer: Welches Spiel treibt Basha?

+
Sitzt Peter Neururer beim TSV 1860 München schon bald auf der Trainerbank?

München – Erst ein Freibrief für Torsten Fröhling, dann Hotelplausch mit Trainer-Routinier Peter Neururer: Was hat Noor Basha vor mit dem TSV 1860?

Das Hotel Maritim in Düsseldorf hat eine schöne gläserne Fassade und wirbt mit den für Vier-Sterne-Häuser üblichen Annehmlichkeiten: luxuriöse Suiten, Sushi-Bar, „exklusiver Wellnessbereich“ – alles vom Feinsten. Auf eine Sache aber ist das beliebte Businesshotel besonders stolz: seine Lage. „Direkt am Flughafen tagen“, heißt es auf der Homepage: „Mit vielen Veranstaltungsmöglichkeiten und perfekter Anbindung. WLAN kostenlos. Jetzt anfragen!“

Eine Nacht in einer der Suiten kostet ab 250 Euro, doch man kann sich auch nur so treffen: Zum Beispiel in der Bierstube, in einem der sechs Restaurants – oder eben in der Lobby hinter der gläsernen Fassade. Das Problem dabei: Eine Verabredung in dieser exponierten Lage kann auch zum Eigentor werden, wie Noor Basha vom TSV 1860 leidvoll erfahren musste. „Enthüllt!“, titelte die Bild-Zeitung am Donnerstag und berichtete über ein „Geheimtreffen“, das am Montag den Löwen-Geschäftsführer mit Peter Neururer zusammengeführt habe – zwischen den 1:1-Spielen gegen Kaiserslautern und Sandhausen. Und besonders pikant: Kurz bevor die Sport-Bild mit einem viel beachteten Basha-Interview auf den Markt gekommen ist. Die Kernaussage des Investor-Cousins in diesem Interview betrifft den aktuellen Cheftrainer Torsten Fröhling. „Was 1860 braucht, ist mehr Geduld“, wird Basha zitiert. Kontinuität sei angesagt. „Wir müssen das Risiko eingehen, den Menschen, die wir eingestellt haben, zu vertrauen. Fröhling ist unser Trainer und kriegt das Maximum an Zeit!“

Neururer zum TSV 1860 München: „Ich finde den Verein sehr sympathisch“

Ein Freibrief, der jetzt in einem anderen Licht erscheint. Bild berichtet, dass „mehrere Zeugen“ Basha und Neururer beim angeregten Hotel-Plausch gesehen hätten. Und zumindest Neururer, einem der prominentesten Zweitliga-Experten ohne Trainerjob, war die Sache mit dem Tête-à-Tête im Maritim hörbar unangenehm. „Das lässt sich leider nicht leugnen“, sagte Neururer zu unserer Zeitung und lachte etwas verlegen ins Telefon: „Ich hab das ja gleich befürchtet: Wenn man sich im Foyer eines Flughafen-Hotels trifft, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr, sehr groß, dass man mich kennt. Da laufen ja Leute rum, die Fotos mit ihren Smartphones machen. Dann ist die Wahrscheinlichkeit eben sehr groß, dass das an die Öffentlichkeit kommt.“ Auf die Frage, warum die Wahl nicht auf einen etwas diskreteren Ort gefallen sei, sagte Neururer: „Ich kann mich ja mit jedem Menschen treffen oder nicht. Ich geb’ da keinen Kommentar zu ab.“

Basha, offenbar Initiator des Treffens, war noch etwas weniger gesprächig. Über die Pressestelle des TSV 1860 ließ der Fußball-Quereinsteiger ausrichten: „Das war ein privates Treffen, das ich nicht weiter kommentieren werde.“ Spannende Sache in jedem Fall. Ist es vorstellbar, dass Basha extra nach Düsseldorf fliegt, um sich mit einem Trainer auf Jobsuche über Gott und die Welt zu unterhalten, rein privat, versteht sich?

Neururer, der Medienprofi, war immerhin bereit, noch ein wenig über den TSV 1860 zu plaudern, einen Traditionsklub, den er sehr mag – und bei dem er jetzt wohl oder übel als Schattentrainer und potenzieller Fröhling-Nachfolger gehandelt wird. „Ich finde den Verein sehr sympathisch, das ist richtig“, bestätigte der 60-Jährige.

Ein erfahrener Trainer wie Neururer würde natürlich nie öffentlich sagen, dass er Interesse daran hat, einem Kollegen den Job abspenstig zu machen. „Es steht mir gar nicht zu“, blockte er das Thema ab: „Wenn ich was zu sagen habe, sag’ ich was. Aber bevor ich irgendeinen Blödsinn erzählen, sage ich gar nichts.“ Mit Sicherheit kein Blödsinn, sondern ein interessantes Detail ist, was Neururer im Gespräch mit Sport 1 ergänzte: „1860 ist natürlich immer interessant – egal, ob als Trainer oder als Sportdirektor.“

Was zur entscheidenden Frage führt: Glaubt Neururer denn, dass 1860 zu retten ist? Immerhin ist ein Viertel der Saison gespielt, und würde man den aktuellen Punkteschnitt hochrechnen, käme der Klub nach 34 Spieltagen auf einen historisch schlechten Wert von 17 Punkten. Damit, das belegt die Statistik, ist noch jede Mannschaft aus der 2. Bundesliga abgestiegen. „Sie sind aber noch nicht abgestiegen! Sie sind auch nicht in Abstiegsgefahr“, stellt Neururer klar, der die Untergangsstimmung im Löwen-Umfeld nicht nachvollziehen kann: „Sie stehen auf einem schlechten Tabellenplatz, das ist alles. Wird Zeit, dass sie mal gewinnen. Gegen Leipzig am Sonntag haben sie die nächste Gelegenheit dazu. Ich drücke ihnen fest die Daumen. Ich wünsche den Sechzigern das von Herzen.“

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Aigner: „Zwei Bonusspiele, um die Saison zu retten“
Aigner: „Zwei Bonusspiele, um die Saison zu retten“
Letzte Chance Relegation: 1860 verliert in Heidenheim
Letzte Chance Relegation: 1860 verliert in Heidenheim
1860 bangt um Uduokhai - Amilton droht das Aus
1860 bangt um Uduokhai - Amilton droht das Aus
Abstiegskrimi und Aufstiegskampf am letzten Spieltag
Abstiegskrimi und Aufstiegskampf am letzten Spieltag

Kommentare