1860 Trainingslager in Spanien 

Nur die Vernunft bremst Görlitz noch: „Aufstieg müsste drin sein“

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Michael Görlitz im Trainingslager in Spanien.

Das Chaos-Image der Sechziger kann Michael Görlitz nicht schrecken. Und auch die Perspektive sieht er als durchaus gegeben an: „Wenn man die Qualität der Mannschaft sieht, da müsste der Aufstieg auf jeden Fall drin sein.“

„Willkommen beim geilsten Verein!“ Mit dieser Whatsapp-Botschaft beglückwünschte Ex-Löwe Sebastian Maier Winterzugang Michael Görlitz bei den Löwen. Beißende Ironie? „Nein, nein“, versichert Görlitz beim Interview im Trainingslager-Hotel des TSV 1860 (wir berichten im News-Ticker). Sein Kumpel aus gemeinsamen St.-Pauli-Tagen habe das absolut ernst gemeint. „Mir haben viele Leute zur Unterschrift hier bei 1860 gratuliert. Auch Leute, von denen ich bis dahin gar nicht wusste, dass sie Löwenfans sind.“

Das Chaos-Image der Sechziger kann Görlitz also schon mal nicht schrecken. Und auch die Perspektive sieht er als durchaus gegeben an. „Wenn man die Qualität der Mannschaft sieht, da müsste der Aufstieg auf jeden Fall drin sein. Regionalliga ist 1860 nicht würdig. Jeder wird sich den Arsch aufreißen, dass wir nach oben kommen. Ich hätte nichts dagegen, wenn ich hier noch fünf, sechs Jahre spielen könnte.“

Wann wird Görlitz voll einsatzfähig sein?

Große Worte angesichts des nur bis Sommer datierten Vertrags, der sich bei einer bestimmten Anzahl von Einsätzen um eine weitere Saison verlängert. Wann Görlitz voll einsatzfähig sein wird? Darüber will aktuell noch niemand eine Prognose abgeben. Positiv: Die Achillessehne macht nach dem Riss aus dem vergangenen August keine Probleme mehr. Und die Fitness wird von Tag zu Tag besser. „Wir machen das sehr dosiert“, sagt Görlitz. „Ich würde am liebsten schon morgen Vollgas geben, aber die Vernunft sagt, dass es nichts bringt, den zweiten Schritt vor dem ersten zu machen.“ Realistisch ist bei optimalem Verlauf wohl ein Punktspiel-Einsatz Anfang oder Mitte März.

Was die Löwen von Görlitz erwarten dürfen? „Ich will der Mannschaft Sicherheit geben“, sagt er. Seine größte Stärke: „Ruhe am Ball, wenn es hektisch wird.“ Noch hält sich Trainer Daniel Bierofka offen, ob er den robusten Techniker als Rechtsverteidiger oder Achter einsetzen wird. Ein Testspieleinsatz im Trainingslager ist wenig wahrscheinlich.

Görlitz teilt sich die Bude im Trainingslager mit Sascha Mölders

Die Integration dürfte Görlitz als offenem, unkompliziert wirkenden Typ leicht fallen. In München hat er bereits eine Wohnung für die junge Familie im Visier. Noch wohnen Ehefrau Janina und das 16 Monate junge Töchterchen Ena in Bielefeld. Im Trainingslager teilt sich der Neu-Löwe die Bude mit Sascha Mölders. „Ein altes Zimmer“, witzelt Görlitz, 30, mit Verweis auf die zusammengerechnet 62 Jahre. Mehr Erfahrung kann in der Tat kein anderes blaues Gespann vorweisen. Und das kann sicher nicht schaden im Löwen-Umfeld, das haben Görlitz die vielen Gratulanten und bisher unbekannten 1860-Fans aus seinem ganz persönlichen Umfeld sicher auch mitgeteilt.

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