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Ohne Ismaik steht Sechzig das Wasser bis zum Hals

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Den Löwen steht das Wasser bis zum Hals, zumindest ohne die Hilfe von Investor Hasan Ismaik. © sampics / Stefan Matzke

München - Die Zahlen aus dem Geschäftsbericht der Löwen hören sich erschreckend an, sind es aber (noch) nicht. Dennoch: So deutlich wie noch nie steht fest: Die Löwen hängen am Tropf von Investor Hasan Ismaik!

Jetzt wurde sie vom Bundesanzeiger-Verlag doch schneller als erwartet veröffentlicht: Die Bilanz des TSV 1860 für das Geschäftsjahr 2011/2012. Und die Zahlen, die der ehemalige Geschäftsführer Robert Schäfer aufzuweisen hat, sind alles andere als erfreulich. Die wichtigste Passage im Schäfer-Bericht: Die Gesellschaft hat den Jahresabschluss zum 30.6.2012 bei einer Bilanzsumme von 19 845 000 Euro mit einem Fehlbetrag von 6 315 000 Euro abgeschlossen. Das Eigenkapital beträgt zum 30. Juni 2012 minus 5 165 000 Euro.

Hört sich erschreckend an, ist es aber (noch) nicht. Schäfer schreibt: „Eine Überschuldung im insolvenzrechtlichen Sinne liegt nach unserer Einschätzung nicht vor, da für Darlehen in Höhe von TEUR 5.915 (einschließlich Zinsen) Rangrücktritte vorliegen.” Diese Rang­rücktritte hatte der damalige Präsident Dieter Schneider für die beiden Raten Anfang 2012 gegen Investor Hasan Ismaik durchgesetzt, der die Darlehen zur Verfügung stellte. Rang­rücktritt bedeutet, dass das Geld erst zurückgezahlt werden muss, wenn der TSV 1860 Gewinn macht. Und diese Gefahr besteht im Moment nicht.

Wer ist wer bei den Löwen?

Wer ist wer bei den Löwen?

Was aber Sorge bereitet: Der TSV 1860 steht für den Bericht des Geschäftsjahrs 2012/13 vor genau dem gleichen Problem. Und hierfür gibt es bisher keine Absicherung durch Ismaik. Der hatte sich bekanntlich im Frühjahr 2013 geweigert, die von Interimspräsident Hep Monatzeder geforderten und angeblich vertraglich abgesicherten 13 Millionen Euro für die kommenden zwei Jahre zu überweisen. Ohne dieses Geld gehen bei 1860 die Lichter aus.

Insider befürchten sogar, dass der Verein bereits in wenigen Monaten nicht mehr liquide sein könnte. Verständlich, dass Präsident Gerhard Mayrhofer deshalb seit Wochen mit Ismaik in Gesprächen ist, um ihn von weiteren Investitionen zu überzeugen. Der Preis dürfte hoch sein. Ismaik wird noch mehr Einfluss fordern – was er von Anfang an vorgehabt hatte.

Übrigens: Dass das negative Eigenkapital die Fünf-Millionenmarke überschritten hat, war eigentlich nicht im Sinne der bei 1860 stets lautstark propagierten Konsolidierung. Von höchstens drei Millionen waren die Verantwortlichen ausgegangen, die wirkliche Zahl aber belegt, dass die Kosten für den Profikader, die sechs Millionen Euro nicht überschreiten sollten, offenbar wieder beträchtlich höher sind.

tz

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