Hoffnung auf Trendwende

Okotie und Adlung: Das Duo infernale

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Zwei, die zusammenpassen: Rubin Okotie (r.) und Daniel Adlung zeichneten für alle drei Tore gegen Bochum verantwortlich.

München - Torjäger Okotie und Vorbereiter Adlung nähren beim TSV 1860 die Hoffnung auf eine dauerhafte Trendwende. Die Leistung der beiden in Bochum jedenfalls war vielversprechend.

Rubin Okotie humpelte am Montag immer noch leicht. Und damit zog der Österreicher auf dem Trainingsgelände an der Grünwalder Straße 114 doch einige besorgte Blicke auf sich. Schließlich ist er der Mann, von dessen Offensivkraft der TSV 1860 abhängt wie die Weinernte von der Sonne. Elf von 19 Münchner Pflichtspieltoren hat Okotie bisher erzielt, derzeit führt er mit acht Treffern die Torschützenliste der 2. Liga an. „Rubin ist für uns Gold wert“, sagte Teamkollege Daniel Adlung. Und nach dem 3:0 in Bochum, das die Hoffnung auf eine dauerhafte Trendwende nährte, interessierte es somit ganz besonders, wie es dem rechten Knie des Torjägers geht. Okotie hatte am Sonntag einen nachhaltigen Schlag abbekommen, Trainer Markus von Ahlen gab gestern immerhin teilweise Entwarnung: „Ich hoffe, dass es nicht so schlimm ist.“

Wie wichtig Okotie für die Löwen ist, hatte er gerade beim Gastspiel im Ruhrgebiet bewiesen. Mit zwei Kopfballtoren besiegelte er die Vorentscheidung. Wobei der 27-Jährige jeweils nach einer präzisen Freistoßflanke von Adlung erfolgreich war. Die beiden Münchner müssen den Revier-Kickern am Sonntag vorgekommen sein wie ein Duo infernale. Zumal Adlung nach einem unfreiwilligen Zuspiel von VfL-Torhüter Andreas Kluthe auch noch das dritte Tor schoss.

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Dass sich hier Zwei gefunden haben, die zusammenpassen, war schon im Pokal gegen den SC Freiburg (2:5) zu besichtigen gewesen. Okotie drückte da einen Eckstoß von Adlung ebenfalls per Kopf ins Netz. „Unsere Standards können eine Waffe sein“, so Adlung, „wir haben die immer wieder hart geübt – das zahlt sich aus.“ Ebenso die Extraschichten von Okotie: „Er macht im Training immer mehr als er müsste.“

Der Österreicher ist der einzige Sechziger, der sich vom ersten Spieltag an in Topform präsentierte. Schon bei seinem Punktspieldebüt (2:3 in Kaiserslautern) glänzte er mit zwei Toren. Inzwischen trifft Okotie sogar für Österreichs Nationalmannschaft. Wobei sich der bullige Neuzugang bislang nicht nur als exzellenter Chancenverwerter hervortat, sondern eine ganze Reihe weiterer Qualitäten offenbarte. Adlung: „Rubin ist ständig anspielbar, sichert geschickt die Bälle, geht in die Tiefe, hat eine starke Präsenz im Strafraum – er ist ein ziemlich kompletter Stürmer.“

Bei Adlung verlief die Saison dagegen bei weitem nicht so geradlinig. Ricardo Moniz, der glücklose Ex-Löwen-Trainer, beorderte ihn zunächst an die rechte Seitenlinie. Eine Position, die dem 27-Jährigen gar nicht liegt: „Ich bin kein Außenstürmer.“ Schon nach dem ersten Spieltag fand er sich auf der Ersatzbank wieder. Dann wurde Adlung auch noch in die sogenannte Taxifahrer-Affäre verwickelt und einige Tage suspendiert. Unter Moniz kam er nur noch zu Kurzeinsätzen.

Erst mit dem neuen Coach Markus von Ahlen wendete sich für Adlung das Blatt. „Der Trainer kennt meine Stärken“, erzählte der gebürtige Fürther, der am achten Spieltag in die Startelf zurückkehrte: „Markus hat mich gegen Greuther Fürth reingeschmissen – und ich habe ihm mit Leistung zurückgezahlt.“ Schon nach sechs Minuten zirkelte er eine Flanke fulminant in den Strafraum, die Direktabnahme ergab die 1:0-Führung – Torschütze: Okotie, natürlich. Die Partie wurde 2:0 gewonnen, von Ahlen hatte einen vielbejubelten Einstand.

Seither ist Adlung emsig damit beschäftigt, die Schwungräder im Mittelfeld in Bewegung zu bringen, die Offensive mit Impulsen zu versorgen. Und das in einer Rolle, die ihm besonders zusagt: „Ich fühle mich im Zentrum am wohlsten.“ Auch von Ahlen rühmte seinen Antreiber nachdrücklich: „Adi blüht richtig auf. Er hat läuferisch, spielerisch und taktisch seine Qualitäten – und schmeißt sie in die Waagschale.“ Wobei der 1860-Trainer inzwischen das ganze Ensemble zunehmend gefestigt sieht. Gegen Bochum, so von Ahlen, habe ihn am meisten beeindruckt, „dass wir als Mannschaft eine unheimliche mentale Stärke zeigten“.

So könnte es also weitergehen beim Zweitliga-Vierzehnten. Doch inzwischen scheint auch Rubin Okotie die – traditionell wankelmütigen – Löwen schon so gut zu kennen, dass er davor warnt, das jüngste Erfolgserlebnis überzubewerten. „Das ist nur eine schöne Momentaufnahme“, betonte er: „Daran müssen wir anknüpfen und nun Schritt für Schritt machen.“ Klingt unspektakulär. Okotie selbst aber ist mit dieser Marschroute als Torjäger schon ganz schön weit gekommen.

Armin Gibis

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