Nach Löwen-Sieg

Okotie schwört Team ein: "Nachlegen, nicht nachlassen"

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Rubin Okotie beim Torjubel mit seinen Kollegen.

München - "Nachlegen – und nicht nachlassen": Rubin Okotie, der am Sonntag zwei Treffer beim 3:0-Sieg der Löwen geschossen hat, schwört das Team auf die zukünftigen Aufgaben ein.

Solche Szenen hatte man schon länger nicht mehr gesehen im Lager des TSV 1860. Umarmungen, befreites Lächeln, euphorische Fans. „Das tut jetzt gut“, sagte Trainer Markus von Ahlen, nachdem sein Team gestern mit einem 3:0 (0:0) beim VfL Bochum eine Serie von vier Pflichtspiel-Niederlagen beendet und dem letzten Tabellenplatz adieu gesagt hatte. „Was die Mannschaft abgerissen hat nach all den Rückschlägen und der damit verbundenen Nervenbelastung, war schon beachtlich“, erklärte der Coach. Ein Doppelschlag von Rubin Okotie (61./74. Minute) hatte den Weg zum Sieg geebnet, Daniel Adlung (87.) setzte noch ein Tor drauf. Allerdings war auch von Ahlen nur zu bewusst, dass dieses Erfolgserlebnis keinesfalls der Garant für ein dauerhaftes Hoch ist. „Es liegt ein langer, harter Weg vor uns“, betonte er.

Dass die Münchner den Ernst der Lage endlich begriffen hatten, zeichnete sich bereits in der ersten Hälfte ab. Spielerisch tat sich da zwar nicht viel. Aber die zuletzt so wackligen Gäste demonstrierten in dieser Phase, dass sie in der Lage sind, sich als verbissene Kampfgemeinschaft zu präsentieren. In dieser Hinsicht wirkte sich die Hereinnahme von Guillermo Vallori, der den angeschlagenen Kai Bülow ersetzte, als auffallend stabilisierend aus.

Der Spanier, der ja mehr die rustikalere Variante des Defensivspielers verkörpert, galt zu Saisonbeginn bereits als Auslaufmodell, die Sportliche Leitung beanstandete beim Routinier vor allem Mängel in der Spieleröffnung. Doch nun in Bochum demonstrierte der 32-Jährige, der den Vorzug vor Gary Kagelmacher erhielt, dass auch in den Zeiten der 4-3-3-Philosophie kämpferischer Tugenden wohl nie aus der Mode kommen werden. Seine Einsatzfreude, Leidenschaft und Kompromisslosigkeit waren an diesem Tag stilbildend. Wobei es auch Vallori war, der mit einem Kopfball aus sechs Metern den VfL-Torwart Andreas Luthe auf die schwierigsten Probe der ersten 45 Minuten stellte.

Auf der Gegenseite bot sich allein Torjäger Simon Terrode (14.) die Chance zum erfolgreichen Torschuss. Doch völlig frei vor Stefan Ortega verzog er kläglich. Ansonsten wurde deutlich, dass sich die zuletzt viel gescholtene 1860- Hintermannschaft (zuletzt 13 Gegentore in vier Partien) diesmal weitaus kompakter formiert hatte. Sie bildete die nahezu unerschütterliche Basis für das Münchner Teamwork, vor dem die Bochumer dann letztlich kapitulierten.

In den spielentscheidenden Momenten war einmal mehr Rubin Okotie zur Stelle. Der 27-Jährige verlängerte zwei Freistoßvorlagen von Daniel Adlung zum 2:0 – sehr zur Freude von Österreichs Teamchef Marcel Koller, der auf der Tribüne saß. „Die Bälle waren super geschossen, ich musste nur noch den Kopf hinhalten“, sagte der Löwen-Chefangreifer, der mit nun acht Saisontoren an der Spitze der Zweitliga-Torschützenliste steht. Okoties Tatendrang war umso erstaunlicher, als er schon in der neunten Minute bei einem Zusammenprall einen schmerzhaften Schlag abbekommen und zur Halbzeit überlegt hatte, ob er nicht in der Kabine bleiben sollte.

Trotz dieser hinderlichen Blessur versetzte der Österreicher die Bochumer immer wieder in Angst und Schrecken. So auch in der 47. Minute, als er nach einem feinen Pass von Julian Weigl per Drehschuss den Bochumer Keeper Luthe zu einer Glanzparade zwang. In den Schlussminuten leistete sich der VfL-Tormann aber noch einen groben Patzer, schob die Kugel direkt auf Adlung, der das Spielgerät postwendend ins Netz beförderte.

3:0 – das war erstaunlich deutlich, doch Okotie warnte schon kurz nach Spielende davor, sich auf dem Auswärtssieg auszuruhen: „Die Devise muss lauten: Nachlegen – und nicht nachlassen.“

Roman Löw

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