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"Eine Herkulesaufgabe für die Löwen"

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Olaf Bodden. © mzv-tz/Jantz

München - Olaf Bodden äußert sich besorgt über die mittelfristige Zukunft bei den Löwen: Trainer, Sportdirektor und Stürmer - all dies seien ungelöste Baustellen, so der Ex-Stürmer.

Ein Sportdirektor weiterhin nicht in Sicht, die Trainerfrage nach wie vor eine Hängepartie, und wer in der kommenden Saison beim TSV 1860 die Tore schießen soll, weiß auch noch kein Mensch. Alles ist natürlich voneinander abhängig, was die Angelegenheit nicht leichter macht. Aber die Zeit drängt, vor allem bei der Frage, wer künftig auf Torejagd gehen soll. Yuya Osako wird’s aller Voraussicht nach nicht mehr tun, der Weggang des Japaners bei Nichtaufstieg gilt dank eingebauter Vertragsklauseln als besiegelt.

Benny Lauth, seit August 2013 ohne Tor, liefert so gut wie keine Argumente für eine Vertragsverlängerung, und Stephan Hain sowie Bobby Wood werden zwar im Kader als Stürmer geführt, haben aber in dieser Saison noch keinen einzigen Treffer auf ihrem Konto. Die Löwen müssen sich für die kommende Spielzeit nach neuem torgefährlichen Personal umsehen, was für Olaf Bodden „eine Herkulesaufgabe für die Verantwortlichen“ sein wird.

Der ehemalige Torjäger beim TSV 1860 – in der ersten Liga! – weiß, wovon er spricht: „Du hast keinen Sportdirektor, einen Trainer, von dem ich mir nicht vorstellen kann, dass man mit ihm verlängert, und du wirst tief in die Tasche greifen müssen für neue Stürmer mit der notwendigen Qualität.“ Vorausgesetzt, man findet überhaupt welche. Bodden: „Jeder geht nicht in die 2. Liga, und Stürmer, die dort zehn oder mehr Tore erzielen, erhalten doch alle Angebote aus der Bundesliga.“

Benefizspiel: Bewegender Auftritt von Olaf Bodden

Was bleibt also? „Dass du dich um Topleute in der 3. Liga umschaust“, sagt Bodden. „Oder im Ausland. Wobei ich nicht weiß, wie es um das Scoutingsystem bei 1860 bestellt ist.“ Aus Japan ist offenbar nichts mehr zu erwarten. Osakos Berater Thomas Kroth erklärte jetzt im Münchner Merkur: „Klassische Mittelstürmer sind dünn gesät in Japan. Osako ist im Moment schon d e r Nachwuchsstürmer.“

Nicht nachvollziehen kann Bodden übrigens, dass der TSV 1860 in der Winterpause einen Stürmer wie Rob Friend ziehen ließ. „Für mich war das ein Fehler“, sagt der 44-Jährige. „Denn das war noch in einer Phase, als der Aufstieg als klares Ziel ausgerufen wurde, und für so ein Vorhaben benötigst du verschiedene Kategorien von Stürmern. Eben auch so einen Brecher­typen wie Rob Friend.“

Und da in der kommenden Saison nicht nur wie gehabt die beiden (oder sogar drei) Bundesliga-Absteiger als große Konkurrenz gehandelt werden müssen, sondern mit RB Leipzig höchstwahrscheinlich auch ein finanziell sehr potenter Aufsteiger, muss der TSV 1860 in der Offensive schon gewaltig aufrüsten, wenn er überhaupt eine Chance haben will.

tz

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