Ex-Löwe spricht Klartext

Bodden über 1860: "Zu wenig Fußballkompetenz"

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Olaf Bodden sorgt sich um seinen Ex-Verein.

München - Olaf Bodden macht sich Sorgen um den TSV 1860. Der Ex-Löwe spricht in einem Interview Klartext und findet deutliche Worte, woran es bei Sechzig mangelt.

Dem TSV 1860 droht der Absturz in die Drittklassigkeit. Nicht nur den Löwen-Fans macht diese brenzlige Situation zu schaffen, auch Ex-Spieler von Sechzig blicken besorgt in Richtung Grünwalder Straße. Einer davon ist Olaf Bodden. Einst schoss er 25 Tore in 67 Spielen im weiß-blauen Trikot, jetzt kämpft er selbst um seine Gesundheit (Chronisches Erschöpfungssyndrom). Mit seinem TSV geht er nun hart ins Gericht.

"Die Mannschaft passt nicht zusammen. Es funktioniert nicht", poltert er im Interview mit dem Express los. "Das Darmstadt-Spiel war für Löwen-Verhältnisse in Ordnung, aber kann nicht über die ganze Saison hinwegtäuschen. Du kannst den Fans nicht verkaufen, du willst 8. werden. Was wir in zehn Jahren mitmachen, ist für die Fans schrecklich. Ich habe das Gefühl, dass zu wenig Fußballkompetenz im Verein ist. Aber ich bin nicht bei den Gesprächen als Mäuschen dabei."

Deutliche Worte findet der 46-Jährige auch in Bezug auf 1860-Geschäftsführer Gerhard Poschner: "Er hat die Mannschaft zusammengestellt. Dann sagte er, die Mannschaft habe keine Leader. Damit hat er ein Eigentor geschossen. Gerade von den spanischen Profis hat keiner funktioniert."

Klare Worte von einem, der von 1994 bis 1999 mit seinen Treffern mithalf, die Löwen in der 1. Bundesliga zu etablieren. Entsprechend sorgt er sich, dass Torjäger Rubin Okotie am Saisonende den Verein verlassen könnte: "Das wäre eine Vollkatastrophe, weil er der einzige ist, der unsere Tore macht. So einen zu ersetzen, ist fast unmöglich."

Bodden fordert Kontinuität im Verein. Das ständige Wechselspiel im Verein müsse unbedingt aufhören. Er weiß, wovon er spricht. Als er noch bei Sechzig spielte, herrschte diese Kontinuität - Stichwort Lorant/Wildmoser.

Die aktuelle Spielzeit könne nur noch der Schadensbegrenzung dienen, so Bodden. "Es muss in die Köpfe rein, dass es auch möglich ist, dass man absteigen kann! Die Mannschaft muss dafür gewappnet sein. Wenn man sieht, welche Klubs in die Dritte Liga abgestiegen sind - man schaue nach Rostock. Dresden, Cottbus, Aachen, die waren alle mal in der 1. Liga."

So wie einst der TSV 1860. Doch das letzte Spiel der Löwen im Fußball-Oberhaus datiert vom 22. Mai 2004...

fw

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