1860 springt auf Relegationsplatz

Kreuzer: "Im Herbst hätten wir dieses Spiel noch verloren"

+
Sascha Mölders und Maximilian Wittek ­bejubeln den Löwen-Sieg.

München - Der Relegationsplatz ist erreicht. Der TSV 1860 bewies gegen Düsseldorf ungewohnte Comeback-Qualitäten. Da fühlt man sich doch fast schon wie im Paradies als Löwe. 

Die Angst, dass der Sieg in letzter Minute noch flöten gehen könnte, machte die Fans auf der Haupttribüne schier verrückt. Mit Rufen wie „Laaf!“, „Gäh hi!“, „Strengt’s eich oo!“ oder „Baass auf!“ begleiteten sie die Bemühungen der Löwen in der Schlussphase, als Fortuna Düsseldorf mit seinen Attacken auf den Ausgleich zum 3:3 drängte. Unten am Spielfeldrand tigerte Benno Möhlmann verzweifelt hin und her – ehe dann doch mit dem Schlusspfiff die Erlösung kam. 3:2 gewonnen, der erste Sieg seit über drei Monaten – und: Die Blauen liegen auf Rang 16. Der Relegationsplatz ist erreicht. Da fühlt man sich doch fast schon wie im Paradies als Löwe.

Benno Möhlmann wähnte sich zunächst mal in einer Zeitmaschine. Nämlich beim Spiel drei Wochen zuvor, als die Löwen beim 0:1 gegen Nürnberg in der Anfangsphase ähnlich viele Chancen vergeben hatten wie am Samstag. „Wir waren wieder sehr gut im Spiel“, lobte der Löwencoach, „führten dann aber diesmal 1:0 und hatten die Partie absolut im Griff.“

Nach der Pause rechnete Möhlmann mit einer veränderten Herangehensweise der Fortuna, war aber dann erst mal baff, als Mölders zwei Minuten nach Wiederanpfiff das 2:0 erzielte. „Davon bin ich nun wirklich überrascht worden“, gab der 61-Jährige zu. Allerdings tat der Zwei-Tore-Vorsprung den Löwen alles andere als gut. Möhlmann: „Danach haben wir die Zweikämpfe nicht mehr so gesucht und den Gegner nur noch begleitet.“ Und so stand’s auf einmal 2:2. Ermöglicht durch jede Menge Aussetzer in der Defensive.

Auch Sportchef Oliver Kreuzer wurde auf der Bank mulmig: „Eigentlich denkst du ja, jetzt sind wir in der Spur und fahren das 2:0 stabil nach Hause, aber wir haben uns immer weiter zurückgezogen. Aus lauter Angst, wieder etwas zu verlieren.“

Zum Glück haute nur drei Minuten nach dem Ausgleich Pohjanpalo im Strafraum Mölders um – den Strafstoß verwandelte Michael Liendl souverän. „Den Elfer konnten wir gut gebrauchen“, kommentierte Möhlmann lässig die Situation, die schließlich doch noch zum Sieg führte. Und Stefan Effenberg mit seinen Paderbornern auf einen Abstiegsplatz bugsierte. Das Lachen ist wieder zurück.

Die Löwen, die am Dienstag in Lautern und am Freitag gegen Sandhausen ranmüssen, mit neuen Comeback-Qualitäten. „Im Herbst hätten wir dieses Spiel noch verloren“, glaubt Kreuzer, für den „im Nachhinein das 3:2 vielleicht besser war als ein 3:0-Sieg.“ Um irgendwelchen Übermut sofort zu dämpfen. Kreuzer: „Im VIP-Raum herrschte ohnehin schon genug Euphorie. Einer sagte sogar: Nur noch 23 Punkte bis Platz drei…“

Zwei Vierer und viel Durchschnitt: Noten & Bilder zum Löwen-Sieg

Zwei Vierer und viel Durchschnitt: Noten & Bilder zum Löwen-Sieg

Auch für Fortuna-Coach Marco Kurz war der Löwensieg „verdient. Wir haben uns von Sechzig beeindrucken lassen und hatten solche Lücken – da hättest du sogar einen Omnibus durchschieben können“. Luisa Kurz, die 16-jährige Tochter des ehemaligen 1860-Trainers, bejubelte dagegen in der blauen Kurve den Sieg ihrer Löwen.

Apropos: Man stelle sich nur mal vor, die Kinder der Löwentrainer aus den letzten Jahrzehnten wären alle Fans von 1860. Das Stadion wäre wohl jedesmal voll…

cm

Auch interessant

Meistgelesen

Schon jetzt ist klar: Eric Weeger wird am Sonntag Rekord brechen
Schon jetzt ist klar: Eric Weeger wird am Sonntag Rekord brechen
Löwen-Reserve: Nächster Sieg in Traunstein?
Löwen-Reserve: Nächster Sieg in Traunstein?
1860 vor dem Derby in Augsburg: Tabelle gut, Team gut, Stimmung gut
1860 vor dem Derby in Augsburg: Tabelle gut, Team gut, Stimmung gut
Helmbrecht: „Ich will mit 60 nach oben“ 
Helmbrecht: „Ich will mit 60 nach oben“ 

Kommentare