Ex-Bayer mit mittelmäßiger Bilanz gegen 1860

Kreuzer über Effenberg: "Der Zauber hat sich gelegt"

München - Nach fast dreizehn Jahren ist es am Samstag in Paderborn endlich mal wieder so weit: Effe gegen Sechzig. Oder, was ja ganz naheliegend ist: Der Tiger gegen die Löwen. Jetzt aber als Trainer.

Als Spieler hat es Effenberg insgesamt achtmal mit dem TSV 1860 zu tun gehabt, und die Bilanz ist gar nicht so „Cheffe“-like, wie man vielleicht vermuten würde: zwei Siege, zwei Niederlagen und vier Unentschieden.

Archivbild vom 27.11.1999: Stefan Effenberg (r.) senst im Lokalderby Löwe Holger Greilich um. Sechzig gewann mit 1:0.

Eins davon, ein 0:0, gab es in Effenbergs allererstem Aufeinandertreffen mit den Blauen. Das war im Sommer 1991, als die beiden Münchner Klubs noch Lust drauf hatten, Testspiele gegeneinander auszutragen. Das Remis war für die gerade unter Trainer Karsten Wettberg in die 2. Liga aufgestiegenen Sechziger ein großer Achtungserfolg, während Effenberg die Partie nicht in allerbester Erinnerung behielt. Er sah nämlich die Rote Karte, nachdem er den Löwen Günter Haslbeck mit den Füßen in die Hoden getreten hatte. Die Sympathiewerte beim blauen Anhang gingen für ihn damals natürlich noch weiter in den Keller.

Effenberg muss zudem mit dem zweifelhaften Ruhm zurechtkommen, jenen beiden Bayern-Mannschaften angehört zu haben, die in der Saison 1999/2000 zweimal gegen die Blauen den Kürzeren gezogen haben. Das hat es vorher und auch nachher in der Bundesliga nicht mehr gegeben.

Archivbild vom 05.11.2002: Stefan Effenberg (r.) attackiert Thomas Häßler im DFB-Pokal-Spiel des TSV 1860 gegen den VfL Wolfsburg. Sechzig gewann mit 10:9 n.E.

Jetzt ist er also Trainer. In Paderborn. Die Stadt stand Kopf, als er vor sechs Wochen dort antrat („Ich bin’s wirklich“) und mit zwei Siegen gleich mal durchstartete. Inzwischen hat sich das ganze Bohei wieder gelegt. Paderborn wartet seit drei Spielen auf einen Sieg und hat zuletzt beim 1:4 in Freiburg die erste Punktspielniederlage unter Effenberg kassiert. Beim Training drängeln sich auch nicht mehr 600 Kiebitze wie bei seinem Antritt, sondern jene unverwüstlichen fünfzehn, zwanzig, die sich dort schon vor ihm die Zeit vertrieben haben. Acht Punkte wurden in den fünf Partien unter Effenberg geholt, an der Platzierung hat sich allerdings nichts geändert. Als „Effe“ kam, war man Fünfzehnter, und das ist man jetzt auch.

„Der Zauber, der anfangs um ihn geherrscht hat, der hat sich inzwischen gelegt“, sagt 1860-Sportchef Oliver Kreuzer, der einst mit Effenberg zusammen bei den Bayern gespielt hat und seinen früheren Kollegen trotz der zuletzt ausgebliebenen Erfolge für einen „herausragenden Trainer“ hält.

Und was denkt Benno Möhl­mann über seinen Gegenpart am Samstag? „Ich kenne ihn nicht näher, um sagen zu können, ob ich Stefan mag oder nicht. Ich schätze die fußballerische Karriere, die er hingelegt hat, aber ich fühle mich nicht in der Lage, ein fachmännisches Urteil über seine Fähigkeiten als Trainer zu fällen. Dafür hat er noch zu wenig Spiele mitgemacht.“

Auf einen eventuell positiveren Eindruck kann Möhlmann am Samstag gern verzichten…

tz

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