1860 priorisiert nach Riem-Aus weiterhin Neubau

Cassalette: Olympiastadion nicht erste Wahl - Treffen mit Reiter

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Löwen-Fans beim bis dato letzten 1860-Spiel im Olympiastadion am 3. April 2005.

München - Der Traum eines 1860-Stadions in Riem ist geplatzt. Löwen-Präsident Peter Cassalette wird sich demnächst mit OB Dieter Reiter treffen, um Alternativen auszuloten.

Montagnachmittag, die Sonne scheint (selbst für Löwenfans) – aber dann platzt plötzlich wieder ein Traum… Der Traum vom eigenen Stadion in Riem. Um 16.09 Uhr schreibt Löwen-Investor Hasan Ismaik bei Facebook an die Fans: „Leider habe ich heute keine erfreuliche Nachricht für Euch. Soeben hat mich eine E-Mail erreicht, in der Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter schreibt, dass aufgrund „existierender Nutzungskonflikte“ keine eigene Löwen-Heimat auf dem Messegelände Riem möglich sei.“

Das war’s dann also mit einem Umzug nach Riem. Dabei hatte Ismaik doch so große Pläne mit seinen Löwen und einem neuen Stadion. 2012 kam der Plan mit dem Standort in Riem auf, Optimisten träumten damals schon von einem Anpfiff 2016. Also im vergangenen Jahr…

Ismaik: Trainingsgelände an der Grünwalder Straße zu klein

Die Stadt will sich den schwarzen Peter zum Riem-Aus aber nicht so ganz in Tasche schieben lassen. Der tz liegt der E-Mail-Wechsel zwischen OB Reiter und Ismaik vor. In einer Mail der Stadt werden die besagten Nutzungskonflikte bestätigt. Jedoch hatte der Verein bereits zuvor in einer Mail vom 17.3.2016 geschrieben, dass der Standort ohnehin nicht so passend sei. „Der aktuell vorgesehene Baugrund in Riem ist für unsere Pläne nicht nur deshalb zu klein, weil wir ein zukunftsorientiertes Stadion mit einer Kapazität von 50.000 Fans+ anstreben, das in allen Spielklassen ausreichende Kapazitäten bietet,“ schrieb Ismaik. Aus der Mail geht auch hervor, dass Ismaik nicht nur ein Stadion plant, sondern auch eine Erweiterung des Trainingsgeländes. Es sei klar, „dass unser Trainingsgelände an der Grünwalder Straße 114 für den Profifußball, die Nachwuchsförderung, sowie die verschiedenen Schulprojekte definitiv zu klein ist. Die Nachwuchsförderung beim TSV 1860 München gehört traditionell zu den besten in Deutschland.“ Man wolle zudem in Europa konkurrenzfähig werden.

Die Stadt sichert Ismaik Unterstützung zu. „Sollte der TSV 1860 München einen Alternativstandort in Erwägung ziehen und eine entsprechende Machbarkeitsstudie vorlegen, wird die Landeshauptstadt München Ihren Verein selbstverständlich weiterhin planerisch unterstützen. Diese Zusage gilt selbstverständlich auch für die im Schreiben vom 17.03.2017 von Ihnen, Herr Ismaik, angesprochenen zusätzlich benötigten Flächen bzgl. eines neuen Trainingsgeländes für den Profifußball und die Nachwuchsförderung.“

Bilder: Das sind Münchens große Stadien

Vertrag zwischen FC Bayern und TSV 1860 läuft noch bis 2025

Es braucht also dringend einen neuen Standort. Und wo? Ismaik hat eine Idee, die nicht so ganz neu ist: „Eine der Alternativen wird nach dieser Absage für uns wohl auch wieder das Olympiastadion sein. Dies muss allerdings erst in einer Machbarkeitsstudie geprüft werden, ob diese Variante eine Lösung für unsere Stadionwünsche sein kann.“ Bislang galt das Olympiastadion nur als Übergangslösung. Sogar Löwen-Präsident Peter Cassalette wurde von dieser Wende überrumpelt. „Für mich ist das Olympiastadion keine primäre Lösung,“ sagte er dem Münchner Merkur. Priorität bei den Überlegungen habe ein eigenes Stadion in oder um München, so Cassalette. Demnächst gibt es ein Treffen zwischen ihm und OB Reiter, um neue Standorte zu besprechen. Über den Vertrag mit dem FC Bayern muss auch noch gesprochen werden. Bis 2025 ist 1860 noch an die Allianz Arena gebunden.

Jetzt müssen also extrem dicke Bretter gebohrt werden. Neben einem passenden Standort für das Stadion wird auch nach Platz für die Jugendmannschaften gesucht. Ismaik: „Ich verspreche Euch, dass ich alles in meiner Kraft stehende tun werde, damit unser Verein endlich auch ein eigenes Zuhause bekommt.“ An der Stadt soll es nicht scheitern. „Sobald Sie für ihre Vorhaben potentiell geeignete Flächen identifiziert und die entsprechenden Machbarkeitsstudien erstellt haben, stehe ich selbstverständlich gerne für einen weiteren Gesprächstermin zur Verfügung“, schreibt der OB zur Verabschiedung in der Mail. Die Löwen und ihr Stadion – eine Fortsetzung folgt ganz bestimmt…

Klaus Vick, Armin Gibis, Florian Fussek

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