tz-Experten-Kolumne

Radenkovic: 1860-Rettung wäre ein halbes Wunder

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Petar Radenkovic.

München - In seiner tz-Experten-Kolumne schreibt Petar Radenkovic über die verkorkste Löwen-Saison und das Hauptproblem in seinen Augen: Dem Verhältnis zwischen Verein und Investor.

Am Sonntag ab 15.30 Uhr werde ich in meiner Heimat Belgrad die Daumen für Sechzig drücken. Nur ein Sieg gegen Nürnberg lässt den Löwen eine realistische Chance, den direkten Klassenerhalt zu schaffen. Man soll ja nie aufhören zu glauben, aber nach diesem Saisonverlauf, nach diesen Leistungen vor allem zu Hause, wäre es schon ein halbes Wunder, wenn Sechzig auch nächstes Jahr noch in der Zweiten Liga spielen würde.

Ich will ja nicht neunmalklug klingen, aber die Entwicklung war schon im vergangenen Herbst abzusehen. Es hat sich nie eine Mannschaft herauskristallisiert, ein klares System war nicht zu erkennen. Und mich hätte es auch gewundert, wenn sich die Planlosigkeit in der Führung nicht auf dem Platz gezeigt hätte. Zwei Trainerwechsel, ständige Umstellungen, eine missglückte Transferpolitik – mit Professionalität hat das nicht viel zu tun.

Das Hauptproblem liegt für mich allerdings im Verhältnis zwischen Verein und Investor. Seit sich Hasan Ismaik 2011 bei Sechzig eingekauft hat und damit die Insolvenz abwenden konnte, habe ich noch nicht einen überzeugenden Satz gehört, wie man 1860 wieder in die Erfolgsspur bringen will. Erst gab’s viel heiße Luft, einen Dreijahresplan und sonstige Träumereien, danach folgte Streit auf Streit mit dem Ergebnis, dass es einen neuen Präsidenten gab, der jetzt wieder nicht glücklich ist, wie viel (oder wenig) in die Mannschaft investiert wird. Mir kommt das alles vor wie ein großes Missverständnis, beide Seiten sind enttäuscht – ein Trauerspiel, unter dem vor allem die fantastischen Fans leiden müssen.

Egal ob der Klassenerhalt gelingt oder nicht – ohne eine tragfähige Lösung mit Ismaik wird 1860 keine Perspektive haben. Es muss eine Einigung und ein klarer Plan her. Dann braucht es einen Sportchef, der Ahnung und Erfahrung hat und einen ebensolchen Trainer. Aber jetzt wäre erst mal ein Sieg gegen Nürnberg nicht schlecht.

Von Petar Radenkovic, Meister-Torwart der Löwen 1966

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