"Hasan schaut sich jedes Spiel im Internet an"

Cassalette: So lautet Ismaiks Urteil nach der Fürth-Pleite

München - Der Präsident des TSV 1860 München rechnet weiter fest mit dem Klassenerhalt. Trotzdem überlegt er sich bereits eine Strategie, wie er das Kellerderby gegen den MSV Duisburg stressfrei übersteht. 

Der Abstiegskampf ist bekanntlich eine nervenaufreibende Angelegenheit. Und so dachte Peter Cassalette, Präsident des TSV 1860, bereits über eine mögliche Strategie nach, wie er das Kellerderby der Sechziger beim MSV Duisburg einigermaßen stressfrei überstehen könnte. „Ich hab’ mir schon überlegt, ob ich während des Spiels nicht mit meinem Hund an der Isar spazieren gehe und meine Handys daheim lasse – weil mich das so aufregt.“ Allerdings fügt der Ober-Löwe, der aus privaten Gründen auf die Auswärtsfahrt in den Kohlenpott verzichten muss, hinzu: „Ich weiß auch nicht, ob das die Lösung ist.“

Nun, es ist davon auszugehen, dass Cassalette morgen ab 18.30 Uhr mit bangem Herzen vor dem Fernseher sitzen wird. Dazu motiviert ihn allein schon sein Naturell: „Ich bin grundsätzlich ein positiver Mensch“, sagt er, „ich glaube immer an das Positive, bis zur letzten Sekunde.“ Entsprechend fällt auch seine Einschätzung aus: „Wir werden nicht absteigen – und hoffentlich nicht einmal in die Relegation kommen.“ Seine Begründung: „Ich glaube an unsere guten Jungs.“ Auch das gestrige Torschusstraining habe ihn darin bestätigt: „Die Spieler jubelten, klatschten sich ab. Man konnte sehen: Der Teamspirit ist da.“

Das scheint inzwischen auch für Hasan Ismaik zu gelten. Der Hauptanteilseigner, der in der Vergangenheit auf Niederlagen sehr ungnädig reagieren konnte, verhielt sich zuletzt ungewöhnlich solidarisch, ruhig und milde. „Es herrscht absolute Harmonie“, beschreibt Cassalette das aktuelle Verhältnis zum jordanischen Geldgeber.

Peter Cassalette wird vielleicht mit seinem Hund an der Isar entlang spazieren, wenn die Sechzger gegen den Abstieg kämpfen. 

Mittlerweile scheint Ismaik seiner Münchner Rolle ganz neue Seiten abgewinnen zu können. „Hasan schaut sich jedes Spiel live im Internet an, er ist richtig drin im Fußballleben“, erzählt der Vereinschef, der sich „in ständigem Kontakt“ mit dem in Abu Dhabi residierenden Geschäftsmann befindet. Ismaiks Urteil nach der unglücklichen Heimniederlage gegen Fürth zitiert Cassalette folgendermaßen: „Sechzig hat gut gespielt, war aber nicht fokussiert genug.“ Der Klubchef sah es ganz ähnlich: „Es fehlten nur die Tore.“

Ob in schwerer Zeit nicht eine Ruckrede des Präsidenten fällig wäre? Der 1860-Boss hat da seine Zweifel. „Ich weiß nicht, ob das den großen Sinn macht. Ich glaube nicht, dass die Spieler dann fünf Prozent mehr bringen würden.“ Er sehe die 1860-Profis ohnehin jeden Tag, befinde sich mit ihnen ständig im Gespräch. Sertan Yegenoglu, der zuletzt gegen Fürth gepatzt hat, habe er zum Beispiel wochentags Mut zugesprochen: „Ich habe ihm gesagt: ,Kopf hoch, du kriegst das schon hin.’ Sertan ist ein guter Junge, der durchaus in der Zweiten Liga spielen kann.“ Für Daylon Claasen, ein Aktivposten gegen Fürth, hatte er die Ermunterung parat: „Gegen Duisburg machst du ein Tor.“

#60bleibtdrin: Hier der Beweis - ganz München ist dabei

Auf einen Ergebnistipp für das Gastspiel beim MSV will sich Cassalette allerdings nicht einlassen. „Bei Sechzig tue ich mich damit immer sehr schwer.“ Anders als bei Real Madrid: „Da habe ich vorausgesagt: Die schlagen Wolfsburg 4:0 und Ronaldo macht drei Tore.“ Da fehlte nicht viel zum tatsächlichen Ergebnis: 3:0, drei Ronaldo-Tore. Immerhin ließ sich Cassalette für die Duisburg-Partie zumindest auf eine ungefähre Prognose ein: „Ich glaube an den Sieg.“

Rubriklistenbild: © MIS

Auch interessant

Meistgelesen

Aigner: „Zwei Bonusspiele, um die Saison zu retten“
Aigner: „Zwei Bonusspiele, um die Saison zu retten“
Löwen wollen jetzt zusammenhalten - aber wie?
Löwen wollen jetzt zusammenhalten - aber wie?
1860 bangt um Uduokhai - Amilton droht das Aus
1860 bangt um Uduokhai - Amilton droht das Aus
Abstiegskrimi und Aufstiegskampf am letzten Spieltag
Abstiegskrimi und Aufstiegskampf am letzten Spieltag

Kommentare