Elfertrick ist ein alter Hut

Grosser: Was Messi kann, konnte Sechzig schon vor 50 Jahren

Was Lionel Messi kann, konnte Peter Grosser auch schon vor 52 Jahren.

München - Nicht Lionel Messi hat sich einen spektakulären Elfmeter-Trick ausgedacht, sondern angeblich Peter Grosser. Und der machte ihn vor mehr als 50 Jahren vor.

Ein wenig hat sich Peter Grosser schon wundern müssen, als dieser Tage überall vom „Jahrhundert-Elfmeter“ geschrieben wurde. Also jenem verblüffenden Trick, den Weltfußballer Lionel Messi im Dress des FC Barcelona beim 6:1 gegen Celta Vigo vorführte. Der Argentinier schoss den Elfmeter nicht, wie seit Menschengedenken, direkt aufs Tor, sondern legte den Ball dem Teamgefährten Luis Suarez vor, der dann locker vollendete.

Eine spektakuläre, weltweit heiß diskutierte Finte. Die Urheberrechte für dieses angebliche Jahrhundertereignis wurden allerdings alsbald an Johan Cruyff, einst Superstar von Ajax Amsterdam, weitergereicht. Der Niederländer nutzt 1982 einen indirekt ausgeführten Strafstoß gar zum Doppelpass mit Jesper Olsen und schoss selbst zum 6:0 gegen Helmond Sport ein. Doch auch Cruyff hatte einen Vorgänger: Eben Peter Grosser. Der frühere Spielmacher des TSV 1860 kreierte den „indirekten Elfmeter“ schon anno 1964.

Ausgeheckt hatte Grosser das Kabinettstückchen in der ersten Runde des Europacups der Pokalsieger. Am 2. September 1964 war das, die Löwen gastierten beim Außenseiter Union Luxemburg, die Dominanz der Münchner schlug sich schon nach zwölf Minuten in einer 2:0-Führung nieder, herausgeschossen von Rudi Brunnenmeier und Hennes Küppers. „Das war natürlich kein Gegner“, beschreibt Grosser die Spielstärke der Luxemburger.

Alle Weltfußballer seit 1982

Alle Weltfußballer seit 1982

Als der Schiedsrichter Stoll aus Österreich in der 21. Minute auch noch einen Handelfmeter gab, hatte Grosser eine plötzliche Eingebung: „Wir haben die total beherrscht, da kommst du halt auf dumme Gedanken. Das war ganz spontan“, erinnert er sich: „Da habe ich dem Rudi Brunnenmeier gesagt: Pass auf, ich tipp den Ball kurz an, und du haust ihn dann rein.“ Gesagt, getan. Allerdings wollte sich Union-Keeper Schmitt nicht gleich geschlagen geben. „Der Torwart hat gut reagiert und ist schnell rausgekommen. Der Rudi musste ihn noch umspielen“, schildert der frühere Spielmacher das 3:0. Die Partie endete schließlich 4:0 – und gleich in doppelter Hinsicht bitter für den Luxemburger Schlussmann. Bei seiner Rettungsaktion gegen Brunnenmeier brach er sich das Schulterblatt. Grundsätzlich hält Grosser übrigens seine Elfmeter-Erfindung nicht für nachahmenswert: „Normalerweise ist das ein Blödsinn. Das Risiko ist zu groß“, erklärt der heute 77-jährige Meisterlöwe, „Elfmeter schießt man anders.“

Unsere Fan-Aktion #60bleibtdrin

Machen auch Sie mit bei unserer Fan-Aktion und unterstützen Sie den TSV 1860 im Kampf gegen den Abstieg. Schicken Sie uns Fotos, motivierende Sprüche oder kurze Video-Botschaften, die zeigen, dass die Löwen-Fans auch weiterhin voll und ganz an ihren Verein glauben und versehen Sie das Ganze mit dem Hashtag #60bleibtdrin. Wie Sie teilnehmen, erfahren Sie hier.

Armin Gibis

Mehr zum Thema:

auch interessant

Meistgelesen

Rekord-Löwe Ribamar feiert Debüt - „Er hat’s gut gemacht“
Rekord-Löwe Ribamar feiert Debüt - „Er hat’s gut gemacht“
Lacazette: „Mein Ziel heißt Stabilität“
Lacazette: „Mein Ziel heißt Stabilität“
Taktikexperte erklärt: Darum ist das Pereira-System gut für 1860
Taktikexperte erklärt: Darum ist das Pereira-System gut für 1860
Auf diesen Positionen müssen die Löwen nachbessern
Auf diesen Positionen müssen die Löwen nachbessern

Kommentare