Das Sportgeflüster

Zum Tode von Peter Grosser: Aufregung in der Dorfener Bahnsiedlung

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Wolfgang Krzizok (2.v.l.) mit den Meister-Löwen von 1966 (v.l.) Hans Rebele, Peter Grosser, Ludwig „Bubi“ Bründl und Bernd Patzke.

Weggefährte erinnern sich, Anekdoten werden erzählt. Peter Grosser, Meisterkapitän des TSV 1860 München, starb am vergangenen Dienstag.

Der Tod von Peter Grosser hat auch viele Menschen im Landkreis berührt. Die Löwen-Fans ohnehin, schließlich handelte es sich den Kapitän der Meistermannschaft des TSV 1860 München. Aber Grosser hatte auch direkte Kontakte zum Landkreis.

Dieter Brenninger: „Peter war ein exzellenter Techniker“

So stammte Irmgard Meier, seine längst verstorbene Frau, aus Dorfen. „Sie ist in der Bahnsiedlung aufgewachsen, die heutigen Kommerzienrat-Meindl-Straß“, erzählt Wolfgang Lanzinger. Seine Schwiegermutter, die in der Nachbarschaft ihre Kindheit verbracht hat, könne sich noch an die Besuche der Familie Grosser mit Söhnchen Pit in Dorfen erinnern. Allein das Auto, mit dem der Fußballstar hier vorgefahren sei, habe für ein entsprechendes Hallo gesorgt.

Dieter Brenninger wiederum hatte beruflich mit dem späteren Nationalspieler zu tun. Schließlich spielten sie beide gemeinsam beim FC Bayern. „Peter war ein exzellenter Techniker. Als junger Kerl hast du schon dankbar sein müssen, wenn er dich angespielt hat. Er konnte mit seinen Fähigkeiten ja ein Spiel allein entscheiden“, erinnert er sich. In einem Oberliga-Spiel vergab der große Grosser aber eine Riesenchance gegen den VfB Stuttgart. „Wir haben deshalb nicht gewonnen und dadurch unsere Chancen auf die Süddeutsche Meisterschaft verspielt. Damit habe ich ihn jahrelang aufgezogen“, erzählt Brenninger lachend. Auch wenn sich beruflich die Wege trennten, der rote Mucki und der blaue Peter haben sich bei diversen Stammtischen immer gut unterhalten.

Kone Kressierer: „Grosser mit Schale vor den Zuschauern – keiner hatte ein besseres Foto“

Kone Kressierer, Kultfotograf der Heimatzeitung, verdankt sein vielleicht wichtigstes Foto dem Löwenkapitän. Kressierer hatte sich ein 24er-Weitwinkel-Objektiv von Zeiss aus Jena („400 Mark, das war ein Monatslohn“) organisiert. Als die Meisterlöwen nach der Ehrenrunde zurückkamen, stellte sich Kapitän Grosser direkt vor den Holzkasten, vor dem Kone schon wartete. „Grosser mit Schale vor den Zuschauern – keiner hatte ein besseres Foto“, sagt unserer 82-jähriger Fotograf noch heute ganz ergriffen.

Und da wär da noch der Dialog zwischen Grosser und Sportredakteur und Löwen-Fan Wolfgang Krzizok. Als dieser um ein gemeinsames Foto bat, fragte der Löwe mit Blick auf die Fotografin: „Is des dei Dirndl?“ „Ja, sie is aa a Blaue.“ Darauf Grosser grinsend: „Woaß de scho, wos sie sich do oduad?“

(Dieter Priglmeir)

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