Auch Ex-Löwe bangt um 1860, aber ...

Pacult: Darum macht Möhlmann gerade alles richtig

+
Peter Pacult.

München - Auch Ex-Löwe Peter Pacult ist es ein Rätsel, dass sein Ex-Verein derzeit wieder derart im Abstiegsschlamassel steckt wie in der vergangenen Saison. Ein Erklärungsversuch.

Er leidet und bangt immer noch mit den Löwen. Peter Pacult, der beim TSV 1860 so gut wie alles war – Torjäger, Aufstiegsheld, Co-Trainer und Chefcoach –, hat seine Zuneigung zu den Blauen nach mittlerweile 13-jähriger Abwesenheit nach wie vor nicht verloren. Aber dem 56-jährigen Wiener ist es auch ein Rätsel, dass sein Ex-Verein derzeit wieder derart im Abstiegsschlamassel steckt wie in der vergangenen Saison. Die tz sprach mit Pacult. Ein Erklärungsversuch.

Herr Pacult, zum zweiten Mal hintereinander droht dem TSV 1860 der Sturz in die 3. Liga. Ist man an der Grünwalder Straße aus Schaden nicht klug geworden?

Peter Pacult: Na ja. Schlecht war natürlich, dass die Löwen gleich zu Beginn der Saison wieder ganz unten drin waren. Als dann Benno Möhlmann verpflichtet wurde, war ich allerdings guter Dinge. In die Mannschaft kam neues Feuer und neues Leben. Wenn ich nur an das 4:4 in Paderborn denke, als man nach einem 1:3-Rückstand sogar fast gewonnen hätte. Oder an das Spiel gegen Nürnberg, als Sechzig wirklich gut gespielt, aber viele Chancen vergeben hat. Warum jetzt wieder so ein Rückfall eingetreten ist und ohne Mut spielt, das ist von außen schwer zu sagen. Der erwartete Befreiungsschlag ist jedenfalls ausgeblieben.

Im Winter wurden fünf neue Spieler verpflichtet. Nicht jeder hat bisher eingeschlagen …

Pacult: Die Transfers waren notwendig, und die Verpflichtung von Mölders betrachte ich absolut positiv. Aber Wintereinkäufe sind auch immer gefährlich, weil sie Unruhe in die Mannschaft bringen können. Ich habe das 1994 selbst erlebt, als mit Lilienberg, Seeliger und Kientz drei Neue zu 1860 kamen, und wir danach nur noch verloren haben. Aber es ist doch auch so: Tust du nix, fragen dich alle, warum du nichts machst.

Benno Möhlmann hat jetzt gesagt, dass er keine hundertprozentige Mannschaft habe. Ein gefährlicher Satz?

Pacult: Diese Ansage von Benno war genau richtig. Unter den Spielern gibt es viele verschiedene Connections, das habe ich in Dresden auch erlebt. Es geht dann aber um die Einstellung, und für die muss nicht immer der Trainer sorgen. Die müssen die Spieler schon selber mitbringen.

Hilft jetzt ein mehrtägiges Trainingslager etwas? Möhlmann ist nicht unbedingt ein Freund solcher Maßnahmen.

Pacult: Auch da hat er recht. Ich halte ebenfalls nichts davon. Dadurch wird die nicht vorhandene Harmonie doch nicht besser. Ich hab’s ja selbst erlebt. Du hängst nur rum, siehst immer die gleichen Gesichter und gehst dir noch mehr auf die Nerven. Bei Austria Wien haben wir mal eins gemacht, inklusive Teambuildingsmaßnahmen. Danach war die Kluft zwischen den Spielern noch größer als vorher …

Bei 1860 herrscht ein ständiges Kommen und Gehen in den vergangenen Jahren. Egal ob Präsident, Trainer, Sportdirektor und vor allem Spieler. Ist die jetzige Situation nicht eine zwangsläufige Folge davon?

Pacult: Natürlich. Diese ständigen Wechsel sorgen für Unruhe, weil jeder immer andere Ideen hat. Und dann kommt nichts Gescheites raus. Gut finde ich allerdings, wie der jetzige Präsident Peter Cassalette mit Investor Hasan Ismaik umgeht. In dieser Hinsicht war ja in den vergangenen Jahren überhaupt keine Linie zu sehen.

Was glauben Sie, wie geht’s aus?

Pacult: Ich bleibe zuversichtlich, der Benno schafft das. Und auch wenn’s wieder über die Relegation gehen sollte – Sechzig wird drinbleiben.

Interview: Claudius Mayer

Auch interessant

Meistgelesen

Klare Worte: Das sagt Bierofka zu Zündlern im Sechzig-Block
Klare Worte: Das sagt Bierofka zu Zündlern im Sechzig-Block
So wurden die Sechzig-Bosse in Augsburg schikaniert
So wurden die Sechzig-Bosse in Augsburg schikaniert
Nach Korb im Sommer: Ärgert Mölders die Bayern ein zweites Mal?
Nach Korb im Sommer: Ärgert Mölders die Bayern ein zweites Mal?
Ist das ein richtiges Derby? Für Bierofka keine Frage…
Ist das ein richtiges Derby? Für Bierofka keine Frage…

Kommentare