Neun-Punkte-Woche des TSV perfekt

Pipinsried-Trainer nach Löwen-Sieg enttäuscht: „Haben uns eingesch***en“

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Jubel bei den Löwen.

Im Energiesparmodus haben die Löwen den FC Pipinsried am Freitagabend abgefertigt. Der TSV 1860 sprintet der Regionalliga-Meisterschaft entgegen. Getrübte Laune herrschte beim Gegner.

München – Kürzlich ist Daniel Bierofka gefragt worden, was ihm der inoffizielle Titel der Herbstmeisterschaft bedeuten würde. „Nix“, lautete seine erwartete Antwort, und Recht hat er. Warum auch mit halben Sachen zufrieden geben, wenn am Ende der ganz große Wurf winkt? Seit Freitagabend, seit dem 3:0 (2:0)-Erfolg gegen Pipinsried, steht jedenfalls fest, dass Bierofkas Löwen mit Siebenmeilenstiefeln der Frühjahrs-Meisterschaft entgegen sprinten, also dem Titel in der Regionalliga Bayern, der zur Aufstiegs-Relegation berechtigt. 

Drei Spiele, sechs Tage, neun Punkte – besser geht’s nicht. „Meine Jungs haben das gut gemacht“, lobte Bierofka sein Team. Fabian Hürzeler, Coach des FC Pipinsried, formulierte es drastisch-derb: „Wir hatten keine Eier und haben uns eingeschissen.“ Mehr Stimmen zum Spiel finden Sie übrigens hier.

Passen bald 15.000 Besucher ins Grünwalder?

Einträchtig standen sie wieder vor Giesings Kneipen: Fans der Löwen und ihrer Gegner, vereint im Genuss von Flaschenbier und entspanntem Regionalliga-Miteinander. Mit dem FC Pipinsried war eine Mannschaft zu Gast, die doppelt so viele Anhänger mitbrachte, als Einwohner im kleinen Dorf gemeldet sind (556). Karten für die Heimfans waren wie immer Mangelware, doch das könnte sich bald ändern.

Wo am Freitag erneut Werbebanner die Betonbrache kaschierten, im Westkurvenblock J, könnte ab 2018 weißblaues Leben einkehren. Zu hören ist aus dem Rathaus, dass eine Aufstockung der Stadionkapazität von 12.500 auf 15.000 Zuschauer nur mehr eine Formalie ist. Eine erfreuliche Nachricht für die Löwen, die derzeit noch Woche für Woche Fans aussperren müssen, die potenziell gerne der Wiederauferstehung des Traditionsvereins beiwohnen würden.

Andermatt trifft nach 62 Sekunden

Das achte Heimspiel dieser Saison war früh entschieden. Der Minutenzeiger auf der antiken Stadionuhr hatte erst eine Umdrehung hinter sich, als Nicolas Andermatt, einer von drei Neuen im Team (neben Helmbrecht und Koussou), einen Eckball von Nico Karger ins Pipinsrieder Tor wuchtete. Keine Führung in dieser Saison ist zu einem früheren Zeitpunkt gefallen; sie untermauerte den Willen der Bierofka-Löwen, ihr Maximalziel von neun Punkten binnen sechs Tagen in die Tat umzusetzen.

Dem Treiben auf dem Rasen tat das allerdings nur bedingt gut. Pipinsried wollte, aber konnte nicht so recht; spätestens ab der Mittellinie war Endstation für die bemühten Feierabendkicker aus dem Dachauer Hinterland. Und mit so vielen Spielen in kurzer Zeit in den Beinen gingen Bierofkas Löwen dann relativ schnell zu einer Art Aktiverholung über. Sprints wurden ein rares Gut, ebenso Torchancen, Flankenläufe und beherzte Dribblings.

Bezeichnenderweise fiel auch das 2:0 nach einem Standard – mit Unterstützung des überforderten Gegners. Steinhart trat einen Freistoß in die Mitte, Mauersberger köpfelte – den Rest besorgte Luis Grassow, die Nummer 4 des Aufsteigers. Schon das dritte Mal in dieser Saison, dass sich ein gegnerischer Spieler in die Torschützenliste des TSV 1860 eintrug.

Löwen schlagen auch Pipinsried: Drei kriegen die Zwei, einer die Vier

Auch nach dem Seitenwechsel reichte den Löwen der von Bierofka verordnete Energiesparmodus, um den eingeschüchterten Gegner unter Kontrolle zu halten. Die wackeren Pipinsrieder gaben nicht auf, kreiselten munter, aber ziellos weiter über den Platz, den ihnen die Löwen zwischenzeitlich gewährten. Einmal ging es dann noch schnell auf der Gegenseite: Helmbrecht spielte steil auf Karger – der hatte keine Mühe, sein neuntes Saisontor zu erzielen. 3:0, Deckel drauf.

„Ich bin einfach froh, dass wir die neun Punkte geholt haben“, sagte Bierofka, ehe er sich ins freie Wochenende verabschiedete: „Es sieht momentan ganz gut aus für uns.“ 38 Tore geschossen, erst neun kassiert, dazu 38 von 45 möglichen Punkten geholt – richtig spannend wird’s wohl erst wieder im Frühjahr, wenn die Relegation ansteht.

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