"Vom großen Potenzial überzeugt"

So sind die Pläne von Infront mit dem TSV 1860

Reinhardt Weinberger, Geschäftsführer von Infront Deutschland.

München - Am Dienstag gab der TSV 1860 die Zusammenarbeit mit Vermarktungspartner Infront bekannt. Die tz sprach mit Reinhardt Weinberger, Geschäftsführer von Infront Deutschland, über die Pläne des Unternehmens mit dem Löwen.

Herr Weinberger, mit der Zusammenarbeit mit 1860 hat sich Infront einiges vorgenommen. Im Schatten des FC Bayern wird das sicher nicht einfach… 

Weinberger: Es ist sicherlich eine Herausforderung und kein Selbstläufer, 1860 zu vermarkten. Aber wir hätten diesen Schritt nicht gemacht, wenn wir nicht vom großen Potenzial des Vereins überzeugt wären. Sechzig ist nach wie vor eine starke Marke, gerade in München. Wenn ich hier im Taxi sitze, ist mein Fahrer nicht selten ein Blauer. Der Verein ist in der Stadt und der Region immer noch attraktiv. Mit dem FC Bayern sollte man sich aber nicht vergleichen, der spielt in einer anderen Liga.

Seit Wochen schien die exklusive Zusammenarbeit klar, die Bestätigung ließ auf sich warten. Warum? 

Weinberger: Wir hatten ja bereits vor rund zwei Jahren eine Vereinbarung mit dem TSV 1860 geschlossen, um den bundesweiten Vertrieb des damaligen Exklusivvermarkters HI2 zu unterstützen. Im Laufe des vergangenen Jahres begannen dann Gespräche darüber, das exklusive Vermarktungsmandat der Sechziger zu übernehmen und beide Seiten waren sehr interessiert daran, diesen Schritt zu gehen. Dabei möchte ich ausdrücklich betonen, dass HI2 von Anfang an eingebunden war, sowohl die Geschäftsführung als auch der Gesellschafter.

1860 spielt seit elf Jahren in der Zweiten Liga, beschäftigt in dieser Saison den dritten Trainer. Dazu gibt es immer wieder Ärger abseits des Platzes, es ist eine Menge Aufbauarbeit zu leisten, oder?

Weinberger: Das steht außer Frage. Man spricht bei uns ja immer gerne von sportlichem Rückenwind, der das Marketing erleichtert – der kann sich aber auch mal zu Gegenwind drehen. In den letzten Jahren ist die Entwicklung nicht so verlaufen, wie die Verantwortlichen sich das vorgestellt haben. Auf Sponsorenseite muss man das langfristige Vertrauen stärken, das geht nicht von heute auf morgen. Aber ich denke, dass wir auf einem guten Weg sind. Wir werden beim TSV ein erfahrenes und vertriebsstarkes Team aufbauen.

Sieben Angestellte von Infront sollen an der Grünwalder Straße sitzen. Krempeln Sie das Marketing um? 

Weinberger: Das würde ich so nicht sagen. Der Verein hat ja nach wie vor seine eigene Marketingabteilung. Wir sind für den Vertrieb verantwortlich und werden gemeinsam mit dem TSV Vermarktungskonzepte und -pakete entwickeln, in die natürlich auch unsere bestehenden Erfahrungen einfließen. Das Potenzial ist auf jeden Fall da, das hat man ja nicht erst gegen St. Pauli gesehen. Über 25 000 Leute waren in der Arena. Das zeigt, wie groß die Strahlkraft des TSV ist.

Und wo setzen Sie in der Vermarktung an?

Weinberger: Der Fokus liegt auf der Region – aber auch darüber hinaus gibt es viel Potenzial. Da werden wir einige Steine umdrehen und unser regionales sowie bundesweites Netzwerk einbringen, um auch neue Partner für den TSV 1860 zu gewinnen. Wir arbeiten mit vier Erst- und vier Zweitligisten zusammen, da haben wir viel Erfahrung, was funktioniert und was nicht. Aber natürlich müssen auch ein paar sportliche Rahmenbedingungen erfüllt sein. Es wäre schön, wenn die Mannschaft auf mittelfristige Sicht vorne mitspielen und an der Tür zur Bundesliga klopfen würde. Ich bin mir sicher, dass wir den TSV 1860 gemeinsam wieder so positionieren, wie es dieser Traditionsmarke und ihrer großen Anhängerschaft entspricht.

Gilt der Vertrag auch für die Dritte Liga?

Weinberger: Der Vertrag gilt ligaübergreifend. Wenn wir von Vertrauen sprechen, müssen wir das auch zeigen.

Sie wollen sich auch um die Werbeplattformen im Innenraum des Stadions kümmern. Wie würde das bei einem Abstieg und einem möglichen Auszug aus der Allianz Arena aussehen?

Weinberger: Was in einem solchen Fall mit der Arena passiert, müssen Sie den Verein fragen. Ich kann Ihnen nur sagen, dass das Szenario eines möglichen Stadionwechsels in unserer Vereinbarung reflektiert ist.

Interview: Sven Westerschulze

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