Unverhältnismäßig und hilflos

Polizei rüstet sich für Amateur-Derby: Kommentar

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Fanmarsch: Löwen-Fans in blauen T-Shirts ziehen – eskortiert von der Polizei – gemeinsam zum Grünwalder Stadion.

München - Am Montag steht in Giesing das Amateur-Derby an. Im Vorfeld hat die Polizei große Härte angekündigt. Das wirkt unverhältnismäßig und hilflos, kommentiert Merkur-Redakteur Felix Müller.

Im August 2014 fand in Giesing das friedlichste Derby seit Jahren statt. Sagten viele Fans, die dabei waren. Die Polizei hat alles gut im Griff gehabt, lobten die Sozialarbeiter, die vor Ort im Einsatz waren.

Am Montag steht das nächste Derby an. Und Polizei und Politik betreiben im Vorfeld einen Alarmismus, dass man sich nur die Augen reiben kann. Jetzt sei mal Schluss mit Reden, fand Bürgermeisterin Christine Strobl dieser Tage. Die Polizei kündigt einen extra-harten Einsatz an, will drei mal so viele Beamte aufbieten wie das letzte Mal. Neue, strenge Regeln werden im Rathaus mit einem Treffen von Bayern-Fans am Viktualienmarkt begründet, bei dem keinerlei Schäden festgestellt werden konnten. Und mit einem Marsch hunderter Sechzig-Fans, nach dem die Straße von Glasscherben gesäubert werden musste.

Beides konnte man unschön finden. Man muss es in einer Stadt aber ertragen. Wie das Straßenbild nach dem Fasching oder der Wiesn auch. Man sollte Fans dazu aufrufen, sich besser zu verhalten. Im Vorfeld einer brisanten Partie verbal dermaßen aufzurüsten, wirkt aber nicht nur unverhältnismäßig. Sondern auch hilflos.

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