Problem Fan-Trennung

Warum versperrte Polizei 1860-Fans den Arena-Ausgang?

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Die Fans strömen nach der Partie gegen Bochum aus den Blöcken der Nordtribüne, die Polizei versperrt aber einen Ausgang.

München - Nach dem Heimsieg des TSV 1860 gegen den VfL Bochum versperrten zahlreiche Polizisten den Löwen-Fans den Weg zu den Ausgängen im Norden der Arena. Warum?

Die reguläre Spielzeit war abgelaufen, die letzten Sekunden liefen - und dann erzielte Stephan Hain doch noch das siegbringende 2:1 für den TSV 1860 gegen den VfL Bochum. Die Freude und die Erleichterung waren grenzenlos bei den Fans der Löwen. Einer rauschenden Fan-Feier im Block und hinter der Nordkurve stand nichts mehr im Wege - dachten die Fans.

Denn hinter der Fankurve der Löwen, genauer gesagt an den Flügeltüren zum Umlauf der Arena und zum Ausgang Nord, versperrten zahlreiche Polizisten den Weg. Speziell der Durchgang hinter den Blöcken 129/239 war betroffen. Anhänger, die hier das Stadioninnere verlassen wollten, wurden zurückgehalten. "Hier ist kein Ausgang", wurde Ihnen schroff von den Beamten entgegengebracht. Auf zahlreiche freundliche Nachfragen wurde den Fans auch kein Grund für diese Maßnahme genannt. Ärgerlich war diese Blockade vor allem, weil einige dieser 1860-Anhänger zu ihren Bussen wollten, die hinter der Nordkurve geparkt wurden. In einem Youtube-Video ist der blockierte Ausgang zu sehen.

ARGE-Sprecher ohne Verständnis für Polizei-Aktion

Zeuge dieser Situation war auch Christian Schmidbauer aus Laufen, Regionsvorstand der ARGE des TSV 1860 (Arbeitsgemeinschaft der Fanclubs). Er hat kein Verständnis für die Absperr-Aktion seitens der Polizei. Vor allem, weil die Stimmung durch das Ergebnis ausgelassen und fröhlich war. "Aus meiner Sicht war der Einsatz auf pure Provokation aus und das Ziel weitere negative Schlagzeilen von gewaltbereiten Fans zu kreieren", so Schmidbauer. "So kann man natürlich das Bild der Fanlandschaft in der Öffentlichkeit nachhaltig verschlechtern."

Der massive Einsatz von Polizei-Kräften war für Schmidbauer auch angesichts der nur 16.000 Zuschauer in der Allianz Arena fraglich. Erst nach etwa 20 Minuten wurden die Türen freigegeben. Schmidbauer zeigte sich schockiert über so ausufernde Maßnahmen und nahm das Wort "skandalös" in den Mund. Ähnliches Szenen beobachtete er auch schon beim Heimspiel gegen Aue zwei Wochen zuvor. Warum wurde das überhaupt gemacht, warum gab es diesen Einsatz-Befehl?

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1860-Arena-Spiele: Fan-Trennung als Problem

Der Grund für diese Aktion war die Fan-Trennung, denn hinter der Nordkurve parken auch vereinzelt Fan-Busse der gegnerischen Teams - so auch beim Bochum-Spiel. Auf Nachfrage unserer Onlineredaktion bestätigte ein Polizei-Sprecher dies. Durch die Blockade sollte in Zusammentreffen der Löwen-Fans mit der Bochumer Ultra-Gruppierung UB99, deren Bus im Norden geparkt war, vermieden werden.

Bei Spielen des FC Bayern ist die Fan-Trennung kaum ein Problem, da die Gäste-Fans des FCB in der nordwestlichen Ecke der Arena untergebracht sind und so direkt zu ihren Bussen kommen können. Bei Löwen-Spielen stehen die Anhänger aber in der Südkurve, sodass es auf dem Weg zu den Bussen durchaus zu Kollisionen kommen kann. Allerdings droht dies ebenso auf der anderen Seite der Arena, wo es nur einen Weg zur U-Bahn gibt.

Problem Fan-Trennung - da fällt den Fans sofort die Stadion-Debatte bei 1860 ein. Denn die Fan-Trennung gilt als einer der großen Diskussionspunkte für eine mögliche Rückkehr der Löwen ins Grünwalder Stadion. Diese gilt von offizieller Seite als schwierig, was aber auch an der fehlerhaften Zugangslösung zur dortigen Osttribüne liegt. Tatsächlich wäre eine Fantrennung in Giesing aber wohl besser und unkomplizierter zu bewerkstelligen (drei U-Bahnstation, vier Stadion-Eingänge), als das in Fröttmaning (eine U-Bahnstation, zwei Eingänge) der Fall ist.

Florian Weiß

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