Polizisten gegen Fans: Verfahren eingestellt

Beamte des Unterstützungskommando (USK) soll beim Amateurspiel TSV 1860 gegen FC Bayern Fans mit Schlagstöcken verletzt haben.
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Beamte des Unterstützungskommando (USK) soll beim Amateurspiel TSV 1860 gegen FC Bayern Fans mit Schlagstöcken verletzt haben.

Den 9. Dezember 2007 haben viele Löwen- und Bayern-Fans nicht vergessen. An jenem Tag kam es beim Amateur-Derby zwischen Sechzig und dem FC Bayern zu heftigen Fan-Ausschreitungen – und zu massiven Polizeieingriffen mit Schlagstockeinsatz.

Nach dem Regionalliga-spiel im Grünwalder Stadion hagelte es Anzeigen von Löwen-Fans gegen Unbekannt – wegen gefährlicher Körperverletzung und Freiheitsberaubung.

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Die Staatsanwaltschaft München ermittelte viele Monate – und stellte das Ermittlungsverfahren jetzt ein. Begründung: Die Beamten seien nicht zu „individualisieren.“ Im Klartext: Weil die eingesetzten Polizisten des Unterstützungskommandos (USK) und der Bereitschaftspolizei Dachau wegen ihrer Uniform schwer zu unterscheiden sind, konnte keinem konkret eine Körperverletzung nachgewiesen werden. Die Münchner Grünen fordern deshalb, dass „alle in München eingesetzten Polizisten ab sofort individualisierbar sind“. Stadtrat Siegfried Benker: „Die Beamten müssen mit Namensschildern oder Nummern ausgestattet werden.“

Auch der TSV 1860 drängt erneut darauf, dass der Polizeieinsatz vom 9. Dezember lückenlos aufgeklärt wird. „Weil die Vorwürfe der Fans begründet erscheinen.“ Tatsächlich heißt es in der Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft, dass es Hinweise gebe, dass die Beamten „in unverhältnismäßiger Weise und ohne rechtfertigenden Grund mittels Schlagstock auf unbeteiligte Besucher, zum Teil Kinder und Frauen, eingeschlagen haben sollen.“

Marco Noli, der Anwalt mehrerer Anzeigenerstatter, hat Beschwerde gegen die Einstellung eingelegt: „Die Ermittlungen waren lückenhaft und nicht so, wie sie normalerweise geführt werden.“

Mittwoch Nachmittag nahm die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen wieder auf. „Wir haben die Akten mit einem Nachermittlungsauftrag an die Polizei gesandt“, bestätigt Oberstaatsanwalt Anton Winkler.

Quelle: tz

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