1860-Sportchef beim Saisonstart

Poschner: "Bin seit acht Monaten ans Kreuz genagelt"

München - Die Vorbereitungen für die neue Saison bei 1860 sind angelaufen. Am Rande des alljährlichen Laktattest äußerte sich Sportdirektor Gerhard Poschner zur aktuellen Situation.

Am Montagvormittag Laktattest, nachmittags erstes Training, dazwischen die Präsentation des neuen Trikots, am Dienstagabend das erste Testspiel. Business as usual beim TSV 1860 könnte man meinen, wäre da nicht die blaue Parallelwelt mit vielen ungelösten Fragen. Das Chaos in der Vereinsführung, das so gut wie kaputte Verhältnis zu Investor Ismaik, die Wut bzw. Resignation der Anhängerschaft und die tägliche Angst vor neuen Horrormeldungen. Einer, der sich in beiden Welten aufhält oder aufgehalten hat, ist der Geschäftsführer Sport, Gerhard Poschner. Am Montag bezog er Stellung.

Poschner über…

…die Wochen, als ihn der Verwaltungsrat zum Abschuss frei gegeben hatte und auch viele Fans seine Ablösung forderten:

Es waren ja nicht nur die letzten Wochen. Ich bin doch schon seit acht Monaten ans Kreuz genagelt. Aber eigentlich will ich dazu nichts sagen, das hört sich dann wie Jammern an. Und das möchte ich nicht. Man muss Kritik annehmen, vor allem, wenn sie berechtigt ist.

…Kritik, die berechtigt war: Es war in der vergangenen Saison ein großer Fehler von mir, zu glauben, dass gute Einzelspieler ein großes Ganzes ergeben. Diese Integration mit den vielen neuen Spielern ist nicht gelungen.

…die drei Spanier Sanchez, Rodri und Bedia, von denen keiner eingeschlagen hat und die zum Ende der vergangenen Saison bei Trainer Torsten Fröhling keine Rolle mehr gespielt haben: Bei ihnen wird der Schalter wieder auf Null gelegt. Was war, das war. Jeder muss daraus lernen. Und jeder hat es selbst in der Hand, dass es besser wird.

…das Aussehen der Mannschaft in der kommenden Saison: Zunächst mal ist es ja nicht so, dass wir derzeit keine Mannschaft hätten. Wir haben eine, und die schätzen wir auch. Es ist ein Kader, der in der vergangenen Saison eine schwierige Situation überstanden hat, und auf den wollen wir auch bauen.

…infrage kommende Neuzugänge: Wir wollen für jeden Mannschaftsteil ein, zwei Spieler holen. Mit etlichen Leuten sind oder waren wir in weitreichenden Gesprächen. Durch die Situation bei uns mussten wir einige im Unklaren lassen, manches ist auch kaputtgegangen. Daniel Halfar hätten wir gern zurückgeholt, es hat nicht geklappt. Jetzt halten wir Ausschau nach einem ähnlichen Spielertypen. Mancher Transfer ist auch daran gescheitert, dass wir dem Spieler nicht sagen konnten, wer Trainer sein wird. Aber es gab auch positive Signale auf Grund der Tatsache, dass wir am Ende der Saison gegen Nürnberg fast 70 000 und gegen Kiel 56 000 Zuschauer gehabt haben. Das macht uns dann wieder interessant.

…den als Neuzugang gehandelten Karlsruher Torjäger Rouwen Hennings: Das ist ein Spieler, den viele Klubs gerne hätten.

…die finanziellen Möglichkeiten, Neuzugänge zu verpflichten: Wir haben im Frühjahr ein Budget festgelegt, und im Rahmen dieses Budgets können mein Kollege Markus Rejek und ich allein handeln, was Transfers angeht.

…über Angreifer Bobby Wood, der trotz eines Vertrags bis 2016 die Löwen sofort verlassen möchte: Normalerweise muss Bobby kommenden Montag wie alle Nationalspieler, die länger Urlaub hatten, bei uns zum Training erscheinen. Wenn ein Spieler aber auf gar keinen Fall bleiben möchte, dann kann man darüber reden. Aber nur zu unseren Bedingungen.

…das Ziel in der neuen Saison: Ein Mittelfeldplatz.

tz

Rubriklistenbild: © Wagner

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