Löwen-Sportchef

Poschner: "Jeder muss hinnehmen, dass er angepöbelt wird"

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Löwen-Sportchef Gerhard Poschner.

München - Löwen-Sportchef Gerhard Poschner äußert sich in der tz zur Lage beim TSV1860 München vor dem Testspiel am Freitag gegen Grödig.

Bis vor einer Woche war es noch ein ganz normales Testspiel, seit vergangenem Freitag allerdings stehen die Löwen beim Aufeinandertreffen mit dem österreichischen Erstligisten SV Grödig (Freitag 14 Uhr, Trainingsgelände, Live-Stream bei tz.de) unter besonderer Beobachtung. Das 0:4 im ersten Test gegen den VfB Stuttgart II hat wie eine Bombe eingeschlagen und bei den ohnehin von Abstiegsängsten gepeinigten Fans eine Mischung aus Wut und Resignation hinterlassen. Noch so eine Nummer, bei der man sich derart hängen lässt, können sich die Löwen eigentlich nicht mehr erlauben, auch wenn es gegen den Tabellensiebten aus Österreich wieder „nur“ ein Testspiel ist.

„Unser Ziel ist, dass wir gegen Grödig präsenter und geschlossener auftreten, vor allem von der Körpersprache und verbalen Präsenz. Wir müssen uns deutlich steigern – keine Frage“, sagte Trainer Markus von Ahlen am Donnerstag. Und Sportchef Gerhard Poschner fügte gegenüber der tz an: „Es gibt überhaupt kein Spiel, in dem man sich hängen lassen darf. Am Freitag erwarte ich von jedem Spieler, dass er die totale Einstellung mitbringt.“ Schon aus Eigennutz wäre das angebracht. Das frühe Aufstehen und die Läufe in der Morgendämmerung als Konsequenz besagter 0:4-Pleite dürften bei keinem Spieler Freudenschreie hervorgerufen haben. Trainer von Ahlen musste auf dem Trainingsgelände von den Fans verbale Prügel einstecken. Poschner: „Nach so einer Nummer wie gegen Stuttgart muss es jeder hinnehmen, dass er angepöbelt wird. Vom Präsidenten bis zum Zeugwart – das gehört dazu. Aber ich bin es trotzdem langsam leid, dass man sich immer auf den Trainer einschießt. Es wird Zeit, dass auch die Spieler endlich mal Verantwortung tragen.“

Verantwortung hat allerdings auch mit Erfahrung zu tun und angesichts der Entwicklung beim TSV 1860, zunehmend auf Nachwuchskräfte zu setzen, scheint das schwierig zu vereinbaren zu sein. Sind 19-Jährige überhaupt für den Abstiegskampf geeignet? Poschner: „Es ist ja durchaus möglich, dass wir auf dem Transfermarkt noch aktiv werden. Aber das darf kein Aktionismus sein. Wenn wir erkennen, dass uns einer weiterhilft, dann müssen wir auch tätig werden. Wobei wir bei der Suche nach Verstärkungen darauf schauen, dass es sich um Spieler handelt, die eben schon Erfahrung haben und auch vom Charakter her zu uns passen.“

Dr. Alois Englhard hört auf

Nach knapp sechs Jahren als Mannschaftsarzt beim TSV 1860, zieht sich Dr. Alois Englhard aus der aktiven Betreuung der Löwen zurück. Wenige Tage nach seinem 65. Geburtstag teilte der Orthopäde dem Verein mit, dass er sich in Zukunft auf die Arbeit in seiner Praxis konzentrieren wolle: „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt gekommen, es langsamer angehen zu lassen.“ 1860-Sportchef Poschner bedauert den Rückzug Englhards: „Er hat uns in vielen Situationen mit seiner Erfahrung geholfen. Es ist schade, dass er geht. Aber wir respektieren seinen Wunsch.“

Bilder vom Training: Der frühe Löwe fängt den Wurm

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tz

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