Ex-Trainer von 1860-Sportchef

Poschner im tz-Interview: So sieht er Jogi

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Links: 1997 rasiert VfB-Spieler Gerhard Poschner seinem damaligen Trainer Jogi Löw die Haare.

München - Im tz-Interview spricht Löwen-Sportchef Gerhard Poschner über sein Verhältnis zu Bundestrainer Jogi Löw - der war mal Poschners Trainer beim VfB Stuttgart.

Dem TSV 1860 will Gerhard Poschner (44) ein klares sportliches Profil verleihen, der Nationalmannschaft drückt er am Sonntag die Daumen. Was den Löwen-Sportchef mit Jogi Löw verbindet? Und warum das Finale familiär etwas ganz Besonderes für ihn ist? Das tz-Interview.

Herr Poschner, wie oft haben Sie Kontakt zu Jogi Löw?

Poschner: Wir haben ein freundschaftliches Verhältnis und telefonieren regelmäßig. Zuletzt haben wir uns beim Champions-League-Spiel Dortmund gegen Real getroffen. Wir freuen uns immer, wenn wir uns sehen.

Sie haben Jogi Löw von 1995 bis 1998 als Trainer beim VfB erlebt, zusammen 1997 den DFB-Pokal gewonnen und 1998 das Pokalsieger-Finale gegen Chelsea verloren. Wieviel von seiner heutigen Ruhe hat Löw damals schon ausgestrahlt?

Poschner: Eine ganze Menge. Jogi ist 1995 mit Rolf Fringer zum VfB gekommen und nach Fringers Abgang zum Schweizer Verband im August 1996 quasi über Nacht zum Cheftrainer geworden. Akzeptanzprobleme hatte er nie. Unsere Mannschaft war geprägt von starken Typen wie Soldo, Elber, Bobic oder Balakov, denen hat er vertraut – und die Mannschaft hat es ihm zurückbezahlt. Jogi hat sich nie als Zampano aufspielen müssen.

Wie beurteilen Sie seine Entwicklung?

Poschner: Die innere Ruhe hatte Jogi wie gesagt schon damals. Natürlich hat er sich als Persönlichkeit sehr stark weiterentwickelt, aber er hat dabei nie seinen Weg verlassen. Er hat seinen Mitarbeiterstab, mit dem er sich berät, er fällt die Entscheidungen, und zieht diese Linie dann konsequent durch, auch wenn es manchmal unpopulär ist. Nur so kannst du auf Dauer Erfolg haben. Konsequenz zeigt sich in Taten, nicht in Worten.

Auf Außenstehende wirkt Löw sehr kontrolliert, fast unterkühlt. Kann der Mann eigentlich feiern?

Poschner: Ja, das kann er (lacht). Jogi ist ein sehr umgänglicher Mensch, der das Leben genießen kann. Was mir an ihm so imponiert, ist, dass er ein unglaublich respektvoller Mensch ist, ein absolut bodenständiger Typ. Das ist nicht normal in diesem Geschäft.

Jetzt könnte Löw nach Herberger, Schön und Beckenbauer als vierter deutscher Weltmeister-Trainer in die Geschichte eingehen. Gibt es irgendwas, das gegen einen Sieg am Sonntag spricht?

Poschner: Ein WM-Finale ist mit nichts zu vergleichen, von daher ist es müßig, jetzt irgendwelche Theorien aufzustellen. Was ich sehe und spüre ist, dass die Mannschaft in sich ruht. Jeder muss sich am Sonntag freimachen von diesem 7:1 und trotzdem den Elan mitnehmen. Aufgrund der Entwicklung der letzten Jahre wäre der Weltmeister-Titel absolut verdient.

Sie sagten vor dem zweiten Halbfinale, Argentinien wäre die härtere Nuss für Deutschland. Bleiben Sie bei dieser Meinung?

Poschner: Ja, weil sie im Gesamtverbund defensiv wesentlich besser sind als Holland. Trotzdem ist auch diese Nuss zu knacken.

Ihre Frau Maria ist Argentinierin. Gefährdet das Finale den Familienfrieden?

Poschner: (lacht) Nein. Wir sind ja jetzt schon Weltmeister! Wir freuen und leiden zusammen. Am Sonntag werde ich in München sein und meine Frau mit unserer Tochter Indir in unserer Zweitheimat Andalusien. Wenn Maria ein Deutschland-Trikot anzieht, dann schlüpfe ich in ein argentinisches. So ist die Abmachung.

Und was zieht die Tochter an?

Poschner: Also ich werde ihr ein Löwen-Trikot empfehlen, damit ist sie auf der sicheren Seite (lacht).

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lk

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